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Inhalt

Dominic Toretto (Vin Diesel) und sein Team konnten Widersacher Owen Shaw (Luke Evans) zwar ausschalten... doch Owens Bruder Ian (Jason Staham) schwört Rache. Nachdem er Han (Sung Kang) tötet und der frischgebackene Vater Brian O'Connor (Paul Walker) und seine Familie nur knapp einem weiteren Mordanschlag entgehen, ist Dom fest entschlossen, Owens großem Bruder die Stirn zu bieten...

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Kritik

"This time it ain't just about being fast", grunzt Vin Diesel in einer Szene seinen Kumpanen zu. Dieses Zitat passt nicht nur wunderbar zum selbstironischen Charakters dieses siebten "Fast &Furious"-Teils, sondern lässt sich auch ohne Weiteres auf die Teile 5 und 6 anwenden. Mit "Fast Five" schaffte die Raser-Reihe um quietschende Reifen, schweißtriefende Muskeln und knappe Höschen den Sprung zum Actionfilm mit Heist-Movie- und"Mission: Impossible"-Elementen. Ein Konzept, mit dem die Reihe nicht nur das Zielpublikum, sondern endlich auch Kritiker abzuholen vermochte - und das James Wan ("Saw","Insidious") in seinem Action-Debüt "Furious 7" nun konsequent weiterführt. Der Horror-Regisseur liefert dabei nicht einfach nur einen straighten Revenge-Actioner ab, sondern stößt gegen Ende hin auch in emotionale Sphären vor, von denen bisher noch gar nicht bekannt war, dass sie im "Fast & Furious"-Franchise überhaupt existieren.

DasWichtigste vorweg: Was die Action betrifft - in punkto Schnitt, Pacing, Übersichtlichkeit und natürlich Schauwert - ist "Furious7" der bisher beste Teil der Reihe. Wo viele Regisseure bei ihrem Einstand ins Action-Genre die spektakulären Szenarien noch im kleinen Rahmen halten und staksig in Szene setzen, haut Wan auf die Kacke, als hätte er nie etwas Anderes gemacht. Die drei großen Action-Setpieces des Films sind atemberaubend dynamisch inszeniert und verbinden mit spielerischer Leichtigkeit Spannung und Humor. Zu dumm nur, dass die beste Actionszene des gesamten Films - der bereits im Trailer vorweggenommene Fallschirmsprung mit anschließendem LKW-Heist - den Höhepunkt des Films markiert und keine der weiteren Actionszenen, insbesondere das durch unnötige CGI-Drohnen aufgepeppte Finale, daran anknüpfen kann. Aber auch abseits der "automobilen Kriegsführung" können die Choreographien sich sehen lassen: Zu Beginn und zum Ende gibt es zwei brettgeile Mann-gegen-Mann-Kämpfe, in denen vor allem Neuzugang Jason Statham glänzen darf.

Nachdem"Furious 7" als revenge flick beginnt und in einer coolen Eröffnungsszene Statham als Bad-Ass-Bösewicht in Stellung bringt, schlägt der Film mit dem Auftreten von Kurt Russell eine gänzlich andere Richtung ein und treibt die altbekannte "Fast & Furious"-Familie in bester Videospiel-Manier durch ein Plot-Level nach dem anderen - immer rechtzeitig zum Beginn eines neues Action-Setpieces steht dann wieder der auf Rache sinnende Statham auf der Matte und heizt der Truppe ordentlich ein. Storytechnisch ist wieder viel Murks dabei ("God's Eye"), der Subtext um den familiärenZusammenhalt ist einmal mehr der weiche Kern unter der vor Potenz und Macho-Gepose nur so strotzenden Schale. Den Großteil des Films liegt das Augenmerk dabei auf der schmalzigen Love-Story zwischen Dom und Letty (unausstehlich wie immer: Michelle Rodriguez), bis der Film gegen Ende seinen emotionalen Fokus verlagert und den Zuschauer direkt in der Magengrube erwischt.

Der während der Dreharbeiten verstorbene Hauptdarsteller Paul Walker, der mit Hilfe von Body-Doubles (seine beiden Brüder Caleb und Cody) und CGI auch noch im letzten Filmdrittel am Leben erhalten wird, bekommt mit "Furious 7" ein mehr als nur rührendes Denkmal gesetzt. Zwar sind die digitalen Behelfsmäßigkeiten bei genauerem Hinschauen kaum zu übersehen, aber unter den gegebenen Umständen wurde die Situation doch mehr als gelungen gelöst. Einer von Beginn an präsenten und dementsprechend wichtigen Figur wie Brian O'Connor einen würdigen und vor allem logischen Ausstieg aus der Reihezu verschaffen, ist ein schwieriges Unterfangen, das nahezu perfekt gelungen ist und den einen oder anderen Zuschauer mit einem dicken Kloß im Hals aus dem Kinosaal entlassen wird. "It's never goodbye." Und die Wege trennen sich. Was für ein bittersüßes Schlussbild.

Fazit

Vor vier Jahren hat die "Fast & Furious"-Reihe sich selbst neu erfunden - und "Furious 7" komplettiert nun eine vorläufige Trilogie, die sich hinter anderen modernen Franchises nicht länger zu verstecken braucht. Weil es nicht einfach nur hohles Action-Konzentrat, sondern charmantes, selbstironisches und irgendwie ja auch herzliches Unterhaltungskino ist. Nicht ohne Schwächen, aber eben auch nicht ohne Reiz.

Autor: Nikolas Friedrich

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