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Während einer Routinemission in Budapest, auf der gestohlene Abschlusscodes für Nuklearwaffen sichergestellt werden sollen, kommt es zur Katastrophe und ein Agent des IMF (Josh Holloway) wird getötet. Das übriggebliebene Team, bestehend aus der erfahrenen Agentin Jane Carter (Paula Patton) sowie dem neuen Außendienstler wie Computerexperten Benji Dunn (Simon Pegg), heftet sich indes an die Fersen des Drahtzieher, einem gewissen Cobolt (Michael Nyqvist), der sich nun nach Moskau abgesetzt hat. Dieser plant unterdessen nichts geringeres, als die komplette atomare Zerstörung der Welt. Um jedoch weitere Hinweise zu dem vermeintlichen Terroristen zu bekommen, müssen die Beiden erst die IMF-Legende Ethan Hunt (Tom Cruise) aus einem russischen Gefängnis befreien, um mit dessen Hilfe schlussendlich in den Kreml einzubrechen, wo sich Informationen zu Cobolt verbergen sollen. Doch auch diese Aktion geht schief und kurzerhand wird der halbe Kreml durch eine Bombe in Schutt und Asche gelegt. Da das Team nun aufgeflogen ist, leugnet der Präsident fortan jegliche Beteiligung und ruft das Phantom-Protokoll aus. Somit ist Ethan mit seinem Team auf sich gestellt. Allerdings bekommt er unverhofft Unterstützung durch den geheimnisvollen Analytiker William Brandt (Jeremy Renner). Doch die Zeit drängt, denn wenn Cobolt die erste Rakete abschießt, gibt es keine Rettung mehr…

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Insgesamt fünf Jahre ist es nun her, seitdem Tom Cruise als Super-Agent Ethan Hunt das letzte Mal die Welt gerettet hat. Was folgte war ein Bilderbuchabsturz, wie er nur selten in Hollywood ein wirkliches Happy-End nach sich zieht. Durch viele private Aktionen, bei denen sich Cruise nicht gerade mit Ruhm bekleckerte, schoss sich der bekennende Scientologe selbst ins Aus. Erst nach und nach, gewann Cruise schließlich das Vertrauen seiner Fans zurück und beglückte diese 2010 mit einem mehr als selbstironischen Auftritt in Knight and Day (bei dem er sein Agenten-Image gleich mit persiflierte). Doch auch sein Comeback in Tropic Thunder, als schmieriger Studioboss Les Grossman, sorgte dafür, dass es nun wieder Zeit war für einen Blockbuster: Mission: Impossible – Phantom Protokoll war geboren.

Um allerdings auf Nummer sicher zu gehen, holte sich Cruise, der den Film auch produziert, tatkräftige Unterstützung bei seinem Freund und Kollegen J.J. Abrams, der zuvor noch Mission: Impossible III inszenierte. Zwar fungiert Abrams auch nur noch als Produzent, sorgte aber dafür, dass nicht nur Andre Nemec und Josh Appelbaum (Alias – Die Agentin) für das Drehbuch verantwortlich waren, sondern auch Michael Giacchino (Lost, Star Trek) den Soundtrack bei steuerte. Was fehlte war nun noch ein Regisseur. Mit dem Animationsspezialisten Brad Bird (Ratatouille, Die Unglaublichen) ging hier Cruise wohl das größte Risiko ein. Doch Bird schafft es bei seinem Realfilm-Debüt nicht nur mit Leichtigkeit den faktisch bisher besten Teil der Reihe zu erschaffen, sondern auch einen Agenten-Thriller, der sich gemessen an der Konkurrenz keinesfalls verstecken braucht.

Natürlich muss man sich hierbei als Zuschauer spätestens seit dem zweiten Teil der Reihe von dem Gedanken lösen, einen typischen Kobra, übernehmen Sie (dem Original aus den 60ern) Agenten-Film serviert zu bekommen. Denn wo einst subtile Vorgehensweise im Vordergrund stand und vor allem der Plan das wichtigste war, wurde dies schon längst von typischen Explosionsexzessen à la Hollywood abgelöst. Dies ist auch im neuesten Ableger der Reihe nicht anders. Doch bisher hatte jeder Film seinen eigenen Stil (Mission: Impossible (1996) war ein klassischer intelligenter Agenten-Thriller, Mission: Impossible II ein reiner überdrehter Actionfilm und Mission: Impossible III ein nervenzerreisender Mittelweg zwischen Beiden), was immer für eine gewisse Abwechslung sorgte. Und auch Regisseur Brad Bird lässt nun seinen eigenen Stil einfließen. Während Action und  Story sich dabei die Waage halten, wie schon einst bei J.J. Abrams, ist wohl die auffälligste Änderung die packende Inszenierung sowie die straffe Erzählweise.

Denn Bird legt ein wahnsinnig schnelles Tempo vor, sodass der Zuschauer kaum Luft zum Atmen bekommt, während eine Verfolgungsjagd nach der nächsten über die Leinwand huscht oder ein Coup nach dem anderen geplant wird. Gerade diese hervorragende Geschwindigkeit sorgt dafür, dass regelrecht eine spannende Dynamik aus dem gezeigten entsteht. Von Budapest, Moskau, Dubai bis hin zu Mumbai, wird hierbei nicht nur optisch für viel Abwechslung gesorgt, sondern auch inhaltlich entsteht eine Sogwirkung, die durchweg fesseln kann. Wenn dann allerdings mal doch etwas Luft bleibt, dann werden sehr schnell kleinere Schwächen offensichtlich. Denn ein böser Wissenschaftler der die Welt zerstören will in dem er die USA gegen Russland ausspielt, ist wahrlich nichts Neues am Agentenhorizont. Doch dies schadet dem Gesamtbild keineswegs. Einzig das klare Verhältnis von Gut und Böse, hätte etwas differenzierter daherkommen können.

Die Action indes, ist Serientypisch erneut völlig abgehoben, dafür aber durchweg spaßig auf die Leinwand gezaubert. So nutzt Regisseur Bird sein 140 Millionen US-Dollar Budget (Teil 3 hatte noch 150 Millionen US-Dollar) gekonnt ein, um so viel Kawumm wie möglich in den Film einzubauen. Da wird sich schnell mal an einem riesigen Gebäude abgeseilt (dem 828 Meter hohen Burj-Khalifa-Hochhaus in Dubai) und nicht nur einmal gehen Reihenweise Autos zu Bruch. Dies ist dabei nicht nur hervorragend in Szene gesetzt, sondern offenbart auch Action, so wie sie dieses Jahr bis jetzt selten zu sehen gab. Ebenfalls hervorragend sind auch die vielen sehr intensiv präsentierten Kampfszenen, die einen Bourne in nichts nachstehen. Und gerade diese vielen handgemachten Szenen sorgen dafür, dass sich die Action in Mission: Impossible – Phantom Protokoll nicht nur bodenständig anfühlt, sondern auch trotz teils völlig übertriebener Aktionen stets relativ nachvollziehbar wirkt. Natürlich darf indes auch das typische Spielzeug vom IMF dabei nicht fehlen, welches sogar einen James Bond ziemlich blass aussehen lässt und immer wieder für einen gelungen Gag sorgt.

Der Humor spielt überhaupt eine wichtige Rolle, was hauptsächlich am Einfluss von Pixar-Veteran Brad Bird liegen dürfte. So sind nicht nur die Dialoge zumeist sehr ironisch wie humorvoll präsentiert, sondern auch das Team von Ethan (welches eine sehr zentrale Rolle spielt), kann sich immer wieder durch Slapstik oder Situationskomik profilieren. Das lockert nicht nur die Szenerie auf, sondern sorgt auch dafür, dass Phantom Protokoll die nötige Selbstironie mitbringt, die ein Film diesen übertriebenen Formates auch dringend benötigt. Und wenn schließlich auch noch die vielen Running Gags sowie Anspielungen ins Spiel gebracht werden, Stichwort Masken, dann sorgt dies beim Zuschauer dafür, das zumeist mindestens ein Schmunzeln entlockt wird.

Während die eigentlich recht flach Story gekonnt von der Inszenierung sowie dem Erzähltempo aufgefangen wird, sorgen auch die Darsteller dafür, dass Phantom Protokoll ein Blockbuster ist, der sich ins Gedächtnis brennt. Tom Cruise, der bereits seinen vierten Einsatz als Agent abliefert, muss sich dabei allerdings auf eine neue Situation einstellen: Denn während er zuvor zumeist als einsamer Wolf gegen das Böse antrat, agiert er nun in einem Team, welches relativ gleichberechtigt daher kommt. Cruise schafft die Umstellung hierbei nicht nur mit Bravur, sondern meldet sich mit einem wahren Paukenschlag zurück, wodurch er klarer Fixpunkt der Story bleibt. Stets ist sein Schauspiel locker, souverän, präsent und gelungen.

Dies lässt die Freude auf seine kommenden Projekte noch weiter in die Höhe steigen. Quasi als Gegenpol zu Cruise, der weiterhin den ruhigen wie ernsten Agenten spielt, wurde indes Simon Pegg mit in das Team aufgenommen. Seine Rolle ist klar: Pegg darf den nerdiger Computerexperten spielen, der alles aufregend findet und meist auch ein wenig schusselig in die Situationen platzt. Allerdings bleibt seine Rolle dennoch ernst und ist für den Verlauf der Story essentiell. Pegg macht eben das, was er am besten kann, trocken, ironisch sowie rational Situationen beurteilen. Unterdessen fungiert Paula Patton (Déjà Vu) als taffe Agentin, die noch mit einem Verlust fertig werden muss sowie mit Selbstzweifeln geplagt ist. Vor allem ihre Soloauftritte sind dabei gekonnt  in Szene gesetzt und sorgen für wahre Frauen-Power.

Jeremy Renner (Tödliches Kommando – The Hurt Locker), der demnächst in The Bourne Legacy alleine Agent spielen darf, hat unterdessen eine sehr wichtige Aufgabe bekommen. So ist er nicht nur das neue Teammitglied, sondern er trägt auch ein Geheimnis mit sich herum, das vor allem Spannung ins Team bringen soll. Beides meistert er dabei mit Bravur,  wodurch er sich schnell ins Team integriert. Michael Nyqvist, der den Bösewicht Cobolt spielt, verliert bei solch einer gemeinsamen Teamdynamik allerdings auf ganzer Ebene. So bleibt nicht nur seine Figur relativ blass sowie klischeehaft, sondern auch seine Auftritte sind unzureichend. Die Idee des verrückten Wissenschaftlers sorgt hier vermutlich für den Todesstoß. Im Vergleich zu Philip Seymour Hoffmans fantastischem Auftritt im dritten Teil, bleibt so der Bösewicht nur eine Randnotiz, der als Grund dafür dient, dass das Team von Hunt etwas jagen kann.

Fazit

Sieht man einmal von der relativ simplen wie doch etwas weit hergeholten Geschichte ab, ist es Regisseur Brad Bird gelungen, einen sehr intensiven wie actionreichen aber auch humorvollen Agenten –Thriller auf die Leinwand zu zaubern, der gemessen am Genre ein durchweg spaßiges Erlebnis darstellt. Tom Cruise zeigt sich in perfekter Pose und auch der Rest des Teams integriert sich hervorragend in die packende Inszenierung, sodass "Mission: Impossible - Phantom Protokoll" ganz klar eine Empfehlung an alle interessierten Actionfans darstellt. Klares Fazit: Mission erfüllt

Autor: Thomas Repenning

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