{{ tweet.login }}

{{{ tweet.body | format }}}

Wird geladen...

×
×

Erwähnungen

×

Benachrichtigungen

Inhalt

Sean Haggerty nutzt seinen Beruf als Pilot um für ein mexikanisches Kartell Kokain nach Amerika zu schmuggeln. Um die Operation seiner todkranken Frau finanzieren zu können, hat er bei dem Drogenkartell hohe Schulden angehäuft und sich auf einen gefährlichen Deal mit der DEA eingelassen. Sean wird zur Zielscheibe des Kartells und der Drogenfahnder und kämpft im Cockpit seiner Cessna einen aussichtslosen Kampf auf Leben und Tod ...

  • Bgh5olsnhcygcvmqv0xtwngkby4
  • Aqppkj3th6ha16gcsf9oga7nd8j

Kritik

Ist der Resonanzraum eines Handlungsschauplatzes auf wenige Quadratmeter limitiert, so sind die involvierten Charaktere zwangsläufig dazu verdammt, sich mit ihrer selbst auseinanderzusetzen. Alfred Hitchcock (Ein Cocktail für eine Leiche) hat dieses dramaturgische Prinzip einst in meisterhafter Fasson einem Massenpublikum nähergebracht, wenn er den begrenzten Kammerspielradius nutzte, um nervenzerfetzendes Spannungskino für die Ewigkeit zu entwerfen, in dem die Akteure sowohl der das Geschehen konturierenden Extremsituation, wie auch ihrer eigenen Person vollends zum Fraß vorgeworfen wurden. Wenn man so möchte, dann ist die Ausweglosigkeit des jeweiligen Settings die entscheidende Initialzündung dafür, um die wahrhaftigen Strukturen der Persönlichkeit an die Oberfläche zu kehren. Kaum verwunderlich ist es daher auch, dass diese Filme, die sich einem einzigen Handlungsort verschreiben, gerne als Plattform fungieren, um einen Schauspieler nachhaltig erstrahlen zu lassen.

Wir erinnern uns dort beispielsweise an den viel gescholtenen Ryan Reynolds (Deadpool), der durch seine Performance im klaustrophobischen Buried – Lebend begraben plötzlich auch positives Feedback vom Feuilleton erhielt; oder zuletzt Tom Hardy (The Dark Knight Rises) im wahrlich packenden No Turning Back, in dem der markige Brite in der Rolle eines sein Leben irgendwie in gerade Bahnen telefonierenden Mannes eine seiner bis dato wohl bewegendsten Karrieredarbietungen ablieferte. In diese Galerie der erinnerungswürdigen One-Man-Shows reiht sich nun mit Der Kurier – In den Fängen des Kartells auch der immer interessanter werdende Daniel Radcliffe (Victor Frankenstein), der sich in der Vergangenheit schon mit Auftritten in Filmen wie Jungle, Swiss Army Man oder Imperium auf beeindruckende Art und Weise von seinem Harry Potter-Stigma befreien konnte.

Daniel Radcliffe ist es zu verdanken, dass sich die 90-minütige Laufzeit von Der Kurier – In den Fängen des Kartells letztlich nicht als vollkommene Zeitverschwendung herausstellen werden, gibt der schwedische Regisseur Jesper Ganslandt (Blondie) dem 29-jährigen Schauspieler hier doch die nötigen Freiheiten, um von seiner schauspielerischen Wandlungsfähigkeit wirklich Gebrauchen machen zu können. Radcliffe verkörpert mit Sean Haggerty einen Piloten, der sich sowohl auf die Seite des mexikanischen Drogenkartells geschlagen hat, gleichzeitig aber auch mit der amerikanischen Drogenbehörde kooperiert, um letztlich nur ein Ziel zu erreichen: Eine neue Identität für sich und seine Frau zu erlangen und ihr die nötige medizinische Hilfe gewährleisten zu können. Natürlich ist die dramatische Fallhöhe, die Der Kurier – In den Fängen des Kartells umzirkelt, keine geringere als die zwischen Leben und Tod.

Erzählerisch bewegt sich Jesper Ganslandts Thriller irgendwo im Mittelfeld des Genres, versteht der Schwede es doch nicht, diesen Ballungsraum der Ängste, Gefahren und Turbulenzen, dem sich Sean nach und nach ausgesetzt sieht, mit der entsprechenden Dringlichkeit auszustaffieren. Der Kurier – In den Fängen des Kartells ist in seiner Inszenierung vor allem beliebig, zwar nicht billig, aber ohne den individuellen Stilwillen, der Seans Kampf um eine Zukunft einige denkwürdige Impulse abringen könnte. Es liegt allein an Daniel Radcliffe, der das persönliche Dilemma seiner Figur im Cockpit des Propellerflugzeugs mit sehnigem Körper und ausgemergelten Gesichtszügen interpretiert, dass Der Kurier – In den Fängen des Kartells trotz seiner Transparenz und dem zuweilen mangelhaften Pacing funktioniert. Den Film wird man bald wieder vergessen haben, Radcliffe aber behält man in Erinnerung.

Fazit

Gesehen haben muss man "Der Kurier – In den Fängen des Kartells" nicht wirklich, dafür mangelt es dem Film an Stilwillen und Individualität. Eine Rechtfertigung, warum man sich das neue Werk von Jesper Ganslandt dennoch zu Gemüte führen darf, ist sein Hauptdarsteller: Daniel Radcliffe. Der nämlich zeigt erneut seine Wandlungsfähigkeit und besticht durch eine durchaus emotional gehaltene One-Man-Show.

Autor: Pascal Reis

Wird geladen...

×