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Ivan Locke, ein hingebungsvoller Ehemann, Vater und hart arbeitender Leiter einer Großbaustelle, steht kurz vor der größten Herausforderung seiner Karriere. Doch dann droht eine einzige, spontan getroffene Entscheidung alles zu zerstören: Ein kleiner, für den sonst pflichtbewussten Ivan völlig untypischer Fehltritt hat ungeahnte Folgen für seinen Job, seine Familie und sein gesamtes Selbstverständnis. Ivan setzt sich ins Auto, beginnt eine Wettfahrt gegen die Zeit und Tempolimits und versucht in einer Serie von Telefongesprächen, das Fundament seines Lebens vor dem Kollaps zu retten.
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Kritik

Kammerspiele. Alleine von ihrer Prämisse her, ein höchst interessantes Genre, in dem bereits schon einige Filmemacher ihre Experimentierfreude am begrenzten Raum zum Ausdruck brachten. Neben klassischen Begrenzungen, wie dem eines gewöhnlichen Raumes („Eine Leiche zum Dessert“, „Der Totmacher“), wurden bereits Telefonzellen zu tödlichen Fallen („Nicht auflegen!“) und lebend begrabende Helden, mussten sich mit ihrem Ende konfrontieren („Buried“). Es ist schlicht und ergreifend die Ausweglosigkeit, die einem Kammerspiel stets zugutekommt.

Aktuell sind Kammerspiele wieder ein wenig in Mode gekommen. Alfonso Cuaron hat mit „Gravity“ gleich mal ein Kammerspiel in den Weiten des Alls inszeniert und damit einen der kontrastreichsten Filme der letzten Jahre erschaffen, während Robert Redford in J.C. Chandors Drama „All Is Lost“ den gesamten Film lang auf einem Boot verbrachte und nicht mehr sagte als zweimal „Fuck“. Mit „No Turning Back“ hat Regisseur Steven Knight („Redemption“) einen Film inszeniert, der ausschließlich im Auto spielt.

Wer jetzt glaubt, „No Turning Back“ wäre actionorientiert, wie die letztjährlich erschienenen Actionkammerspiele „Getaway“ und „Vehicle 19“, der irrt sich. „No Turning Back“ ist weder an hochtrabenden Krawall interessiert, noch versucht er einen situationsbedingten Thrill zu generieren. Der Film versteht sich als absolutes Charakterdrama eines Mannes, der zur Geburt seines unehelichen Kindes fährt und unterwegs mittels Selbstgesprächen und Telefonaten eine Art Seelenstriptease und Lebensbeichte ablegt.

Regisseur Knight spielt dabei nicht sonderlich mit den Möglichkeiten der räumlichen Begrenzungen. Beim ihm steht der Charakter des Ivan Locke (Tom Hardy, „Warrior“) klar im Zentrum des Films und keine optischen Bagatellen. Das unterstreicht die Ernsthaftigkeit des Films, wird aber ganz klar den sauer aufstoßen, die sich vom Film eine visuelle Zelebrierung der Umstände erhofft hatten. „No Turning Back“ ist zutiefst nüchtern. Dass dies nicht zu einseitig wird, liegt hauptsächlich an Tom Hardy. Der liefert hier eine hinreißende wie authentische Performance ab, die dazu beiträgt, dass selbst Kleinigkeiten wie ein Anruf eine enorme Sogkraft entfalten.

Fazit

No Turning Back“ ist eine reinrassige One-Man-Show, die vom Zuschauer neben einer gewissen Offenheit und Geduld vor allem Empathie erwartet. Wer dies erübrigen kann, erhält ein Drama, welches ein überaus existenziellen Bezug innehat und dabei nur sehr selten auf große Gesten setzt. Die hätten aber auch nur der apodiktischen Atmosphäre geschadet.

Autor: Sebastian Groß

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