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"War Dogs" erzählt die Geschichte von zwei Freunden Anfang 20 (Hill und Teller), die während des Irak-Kriegs in Miami Beach leben und eine wenig bekannte staatliche Regelung ausnutzen, nach der sich auch kleine Firmen um amerikanische Rüstungsaufträge bewerben dürfen. Nach bescheidenen Anfängen sprudelt plötzlich das Geld und erlaubt den beiden ein Leben in Saus und Braus. Doch dann verheben sie sich kräftig: Sie sichern sich einen 300 Millionen schweren Auftrag und sollen der afghanischen Armee Waffen liefern - bei diesem Deal bekommen es die beiden mit äußerst zwielichtigen Partnern zu tun - und wie sich herausstellt, gehört dazu auch die amerikanische Regierung.
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Kritik

Die größte Überraschung an War Dogs ist vermutlich, dass es sich um einen von Todd Phillips inszenierten und (zumindest zum Teil) geschriebenen Film handelt - und wohl kaum jemand dem Regisseur der saublöden Hangover-Sequels (um nicht zu sagen: Hangover-Filme) solch einen Film zugetraut hätte. Ein in Form und Stil dieser unsäglichen Trilogie inszenierter Film, der seine Hochglanzbilder und Bayhems aber mit beißender Ironie entrückt. Die Spiegelung einer USA-Flagge, die auf der polierten Motorhaube des Autos zerschmilzt, in dem sich die beiden Hauptfiguren vor einem wichtigen Business-Meeting zukiffen. Hubschrauber vor sattgoldenen Sonnenuntergängen, projiziert auf Bildschirme, die auf Waffenbörsen die neuesten Tötungswerkzeuge für Interessenten anbieten. Ein unterhaltsames und dennoch zutiefst groteskes Porträt Amerikas und des Geldes, von dem es regiert wird.

Phillips breitet die Geschichte zweier Mittzwanziger, die im amerikanischen Waffenhandel großen Unfug trieben, ausladend im "rise and fall"-Gestus bekannter Scorsese-Epen aus: Mit Voice-Over, Freeze-Frames und zwanzig fucks pro Minute lässt er uns am euphorischen Aufstieg und finsteren Niedergang der beiden jungen Männer teilhaben, und erzählt dabei eine Geschichte, die trotz familiärer inszenatorischer Handgriffe eigenständig genug ist, um sich nicht nur als bloße Referenz zu verstehen - auch wenn der bereits humorvoll "The Wolfs of War Street" getaufte Film es seinen Kritikern sehr einfach macht. Den Vergleich zum ungewollten Namensvetter gewinnt War Dogs aufgrund seiner verhältnismäßig knappen Laufzeit: Phillips und seinen Drehbuchautoren genügen zwei (und nicht drei) Stunden, um die Geschichte zu erzählen und sie wissen beinahe jede Sekunde gut zu füllen.

War Dogs bereitet großen Spaß, ist beinahe nie langweilig und wird getragen von seinem überaus harmonischen Hauptdarstellerpärchen: Miles Teller und Jonah Hill überzeugen nicht nur in ihren seriösen Charaktermomenten, sondern vor allem auch mit komödiantischem Timing. Und letzteres ist es auch, was den Film ausmacht: ähnlich wie The Wolf of Wall Street sieht War Dogs keine andere Möglichkeit den Exzess zu inszenieren, als ihm zu verfallen und ihn in all seiner verbrecherischen Glorie abzubilden. Zwar suhlt sich Phillips nicht so sehr in eskalativen Drogen- und Party-Szenen wie Scorsese, aber schlägt sich gemeinsam mit dem Zuschauer doch unmissverständlich auf die Seite der beiden Hauptcharaktere. Dieser Form der verführerischen Inszenierung ist genau so unterhaltsam wie gefährlich - gerade da die Geschichte für Tellers Figur am Ende nicht weniger als einen Klaps auf die Finger bereithält. Es passt jedoch in das Porträt, das Phillips zeichnen möchte - weniger eine Verurteilung von Unrecht, als bittere Bestandsaufnahme eines Landes, das ebenjene Verurteilung zu versäumen scheint. 

Fazit

"War Dogs" ist nicht der erste Film, der von der Verwirklichung des amerikanischen Traumes erzählt - und eine neue Erkenntnis über dessen pervertierte Natur hat er schlussendlich auch nicht. Und dennoch weiß er zu gefallen, und wenn auch nur als Gedankenexperiment, was wohl passieren würde, wenn Michael Bay einen Scorsese-Film inszenieren würde. Und er macht dabei auch noch großen Spaß.

Autor: Nikolas Friedrich

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