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2010 steht die Ölbohranlage Deepwater Horizon kurz vor einem bahnbrechenden Rekord. Über 100 Millionen Barrel Öl sollen 70 Kilometer von der US-Küste entfernt aus dem Golf von Mexiko gefördert werden. Das Team um die beiden Chef-Techniker Mike Williams und Jimmy Harrell ist beauftragt, die Förderung vorzubereiten, doch ein Test zeigt, dass der Druck auf das Bohrloch viel zu hoch ist. Trotz energischer Warnungen seitens der Crew geschieht, was man im BP-Konzern bis dahin für unmöglich hielt. Es kommt zu einen "Blowout": Gas und Öl schießen unter enormem Druck unkontrolliert an die Oberfläche, mehrere gewaltige Explosionen sind die Folge. Über 120 Menschen sind plötzlich auf der Plattform eingeschlossen. Millionen Tonnen Öl strömen unkontrolliert ins Meer. Williams und sein Team setzen ihr eigenes Leben aufs Spiel, um die Verletzten zu evakuieren und Überlebende zu retten. Ein brandgefährlicher Wettlauf gegen die Zeit beginnt...

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Der Untergang der Deepwater Horizon im Jahre 2010, und die damit verbundenen Ölpest im Golf vom Mexiko, gilt als die größte Umweltkatastrophe der US-Amerikanischen Geschichte. Über 800 Millionen Liter Rohöl verschmutzen nicht nur die heimische Flora und Fauna, auch die Anwohner der umliegenden Küstenregion litten erheblich unter den Folgen. In Deepwater Horizon, dem neuen Film von Peter Berg (Lone Survivor, Operation: Kingdom), dreht sich die Handlung jedoch nicht um die Folgen der Ölpest, sondern um die letzten Stunden der Besatzung auf jener Ölplattform. Mark Wahlberg übernimmt, wie auch in Bergs letztem Film Lone Survivor, die Hauptrolle des Elektroingenieurs Mike Williams, der zusammen mit Plattform Chef Jimmy Harrell (Kurt Russell) und der Ingenieurin Andrea Fleytas (Gina Rodriguez) die Katastrophe hautnah miterlebt. Bereits bei der kurzen Einführung der Figuren erkennt man ein etwas überstrapaziertes Stilmittel von Berg, denn unsere Helden sind die fleischgewordene Verkörperung des guten Durchschnittsamerikaners.

Männer und Frauen wie du und ich, die nach getaner Arbeit zum Fischen fahren, an ihrem Auto herum schrauben, oder einen Ausflug mit Frau und Kind unternehmen. Doch was wäre der gute, hart arbeitende Amerikaner, ohne einen passenden Antagonisten. Diesen finden wir hier in der Form von Mr. Vidrine, einem Aufsichtsradmitglied von BP, der auf der Ölplattform nach dem Rechten sehen soll. Vidrine, gespielt von John Malkovich, sticht mit Anzug und Krawatte natürlich aus dem heterogenen Ensemble ölverschmierter Arbeiter wie ein fauler Apfel hervor und so wundert es eigentlich niemanden, dass er jegliche Sicherheitsbedenken über Bord wirft und auf den Start der Bohrung besteht. Amerikanischer Patriotismus gegen die bösen ausländischen Großkonzerne, ein Bild bei dem nur noch eine brennende amerikanische Flagge zu melancholischer Musik fehlt und so viel sei verraten: natürlich hat es auch solch eine Szene in den finalen Cut geschafft.

Zugegebenermaßen ist das Ganze im Film dann aber deutlich harmloser, als es auf den ersten Blick den Anschein hat. Zwar wird der geneigte Europäer bei manch einer Szene genervt mit den Augen rollen, ob der plumpen Zurschaustellung von Jingoismus, doch wirklich störend fallen jene Momente kaum ins Gewicht.  Probleme hat der Film leider an ganz anderer Stellen, vor allem in seiner Narrative. Zwar reden wir hier letzten Endes von einer Dramatisierung der tatsächlichen Ereignisse und das wahre Leben ist nun mal kein Hollywood Film, dennoch fühlt sich Deepwater Horizon zu keiner Sekunde wirklich organisch an. Die Figuren wirken einfach zu überzeichnet, gerade zu hochstilisiert, und die Geschichte klappert nach Schema F die bekannten Muster eines 0815-Katastrophenfilms ab. Dies hat leider zur Folge, dass die Einzelschicksale der echten Männer und Frauen, die an jenem Tag ihr Leben ließen, komplett untergehen.

Also ein total Ausfall ? Soweit würde ich dann doch nicht gehen, denn der Film hat durchaus noch ein Ass im Ärmel, welcher den Kinobesuch unter Umständen rechtfertigt: die Inszenierung. Bereits bei Lone Survivor zeigte Berg sein Händchen für atemberaubenden Sound und eine beeindruckende Kameraarbeit, welche natürlich ebenso auf das Talent von Soundingenieur Wylie Stateman und dem deutschen Kameramann Tobias A. Schliessler zurückzuführen ist. Stateman ist auch bei Deepwater Horizon für den Ton verantwortlich und mit Enrique Chediak ( 28 Weeks Later) hat man ebenfalls einen erfahrenen Mann hinter der Kamera. Das Ergebnis ihrer Arbeit kann sich wirklich sehen lassen, so dröhnt der Ton richtig wuchtig aus den Boxen und bei dem Blowout ist so mancher Gast im Kino sprichwörtlich aus dem Sitz geblasen worden. Auch die Kameraarbeit ist erstklassig, so verliert man in mitten des Chaos nur dann die Übersicht, wenn es inszenatorisch zu der Szene passt und nicht aufgrund der nervösen Finger des Kameramanns. So schafft Deepwater Horizon letzten Endes doch noch die Ehrenrettung, was den Film somit im guten Durchschnitt der Katastrophen Filme positioniert.

Fazit

Der neuste Film von Peter Berg verlässt zu keinem Moment die stilistischen Kinderschuhe des Genres und verkommt so leider zu einer Aneinanderreihung von austauschbaren Szenen, welche zwar dank fantastischer Soundkulisse und tolle Kameraarbeit spektakulär inszeniert sind, letzten Endes aber dennoch sehr inhaltsleer wirken. Hier wäre deutlich mehr drin gewesen.

Autor: Sebastian Pierchalla

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