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Inhalt

15 Jahre sind vergangen seitdem Stefan seiner Heimatstadt Würzburg den Rücken gekehrt hat. Eigentlich wollte er sich den Wunschtraum erfüllen, in der Karibik eine Strandbar zu eröffnen. Stattdessen hat er Karriere gemacht und steht nun in Dubai kurz davor, die toughe Geschäftsfrau Yasemin zu heiraten, deren Vater einer der einflussreichsten Männer der Emirate ist. Allerdings braucht er dafür noch seine Geburtsurkunde, die er sich in Deutschland abholen muss. Kein Ding. Kurz einfliegen und gleich wieder raus. Denkt sich Stefan. Doch dann trifft er seinen alten Kumpel Kai wieder, mit dem er damals den Cannabis-Pizzalieferservice "Lammbock" betrieben hat. Kai lebt jetzt in einer Kleinfamilie und schlägt sich mit einem neuen Asia-Lieferservice durch, den er "Lommbock" nennt. Mit einem gemeinsamen Joint beginnen ungeahnte Probleme. Und auf einmal fliegt den beiden ihr Leben, wie sie es kennen, gehörig um die Ohren: Denn die Vergangenheit kickt mitunter zeitverzögert...

Kritik

Irgendwann im Leben sucht einen die Zeit heim, in der man Verantwortung übernehmen muss. Für sich und für seine Mitmenschen, ob man es nun will oder nicht. Dieses aufgebürdete Übernehmen von Verpflichtung gehört nun mal zum Lauf der Dinge. So lässt es der allgemeine Kanon jedenfalls verlauten. Aber ist diese umgreifende Selbstverständlichkeit wirklich unumgänglich? Kann man sich den Zustand, in dem es sich immerzu unbeschwert und sorglos gelebt hat, nicht fortwährend aufrechterhalten? In gewisser Weise nimmt sich auch Christian Zübert (Hin und weg) diesen Fragen mit Lommbock, der Fortsetzung des Kultfilmes Lammbock aus dem Jahre 2001, an und lässt die beiden Vollzeitkiffer Kai (Moritz Bleibtreu, Die dunkle Seite des Mondes) und Stefan (Lucas Gregorowicz, Unsere Mütter, unsere Väter) mit den Instruktionen der Erwachsenenwelt kollidieren.

Sicherlich, auch in Lammbock waren Kai und Stefan keine Jugendlichen mehr, die es sich herausnehmen konnten, unbekümmert in den Tag zu leben. Sie taten es allerdings trotzdem. Die Konsequenz? Stress und Unannehmlichkeiten, sicherlich. Aber nichts, was sich nicht mit Schweiß und Blut aus dem Räumen lassen könnte. Die Quintessenz der Kiffer-Komödie aber war eine durchaus liebenswerte Geschichte über Freundschaft, Zusammenhalt und Loyalität. In Lommbock verdient sich Stefan sein Geld inzwischen in Dubai, trägt maßgeschneiderte Anzüge und steht kurz vor der Hochzeit mit einer Traumfrau, während Kai in Würzburg hängengeblieben ist und aus der Pizzaria Lammbock den vietnamesischen Imbiss Lommbock gemacht hat. Der Lebensstil bei Stefan also hat sich merklich verändert, aber hat sich auch im Kopf ein Schalter umgelegt? Die Antwort darauf liefert das Leben mit seiner Rückkehr in die Heimat von selbst. 

Hat Lammbock es überhaupt nötig gehabt, eine Fortsetzung geschneidert zu bekommen? Wohl kaum. Doch Christian Zübert hat es mit Lommbock vollbracht, nicht nur drögen Fan-Service aufzubereiten (obgleich das Wiedersehen mit dem ein oder anderen alten Bekannten sicherlich nicht notwendig gewesen wäre) oder popkulturelle Referenzen im Stakkato zu hofieren, sondern die Handlung des Erstlings logisch weiterzuentwickeln: Kann man ein Leben, welches eigentlich der Vergangenheit angehört, in die Gegenwart retten? Und kann es auch dann noch bestehen, wenn man bemerkt, dass sich die eigene Persönlichkeit im Wandel der Zeit nun mal zwangsläufig verändert hat? Sicherlich mag Lommbock keinen tiefen-philosophischen Diskurs über den Menschen darstellen, sondern sich vielmehr als verspielte Komödie verstehen. Aber immerhin ist es eine Komödie, die ihre Charaktere, ihre Entwicklungen und ihre Befinden auch im Rauch des Tetrahydrocannabinol ernst nimmt.

Fazit

Eine deutsche Komödie. Oder noch schlimmer: Die Fortsetzung einer deutschen Komödie. Schockwerenot. Nun ja, nicht in diesem Fall, denn "Lommbock" schafft es durchaus, sich auf Augenhöhe mit dem kultigen Vorgänger zu bewegen. Regisseur und Drehbuchautor Christian Zübert schafft es, die Charaktere des Erstlings konsequent und glaubwürdig in die Gegenwart zu tragen und hält darüber hinaus einige echte Schenkelklopfer parat.

Autor: Pascal Reis

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