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In einer fernen Zukunft entbrennt zwischen den großen Häusern ein erbitterter Kampf um den Wüstenplaneten Arrakis. Nur dort gibt es die wertvollste Substanz im ganzen Universum: das Spice. Opulente Verfilmung von Frank Herberts gleichnamigem Romanzyklus, die sich an den Kinokassen als Flop entpuppte.
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Kritik

Filmstudios und Produzenten sind der natürliche Feind eines jeden Regisseurs. Zu dieser These kommt man zwangsläufig, wenn man sich etwas tiefergehender mit der Adaption Frank Herberts Science-Fiction Klassikers Dune auseinandersetzt. Nachdem das beinahe größenwahnsinnige Projekt Alejandro Jodorowskys (El Topo) nach zweieinhalb Jahren aufgrund fehlender Gelder an der Umsetzung gescheitert ist, wurde kurzerhand David Lynch (Eraserhead) beauftragt, um seine Vision auf die Leinwand zu bannen. Über die glorreiche Entstehung und das tragische Scheitern ersterer Adaption weiß die Dokumentation Jodorowskys Dune ein Klagelied zu singen, die Ergebnisse des Kreativkopfes Lynch gibt es in fertiger Form zu sehen. Jedoch nicht in der Form, welche der Regisseur für seinen Film erdacht hat, denn der Produzent ließ über eine Stunde des Materials im Mülleimer des Schnittraums verschwinden. Eine Entscheidung, die man Dune – Der Wüstenplanet omnipräsent anmerkt und welche sogar die Frage aufwirft, ob die ursprünglichen dreieinhalb Stunden genug waren.

So wirft Dune – Der Wüstenplanet seinen Zuschauer rasant ins Jahr 10191, in dem das Weltall größtenteils besiedelt ist und verschiedene Adelshäuser um die Vormachtstellung kämpfen. Der titelgebende Wüstenplanet Arrakis ist der einzige, auf dem das kostbare Spice gewonnen werden kann, eine bewusstseinserweiterte Droge, die zudem essentiell für die Reise durch Raum und Zeit ist. Im weiteren Verlauf nimmt der junge und idealistische Paul Atreides (Kyle MacLachlan), Sohn eines Herzogs, sowie der entstellte Baron Harkonnen (Kenneth McMillan) eine besondere Stellung im Kampf um die Herrschaft des Planeten ein. Fortan gilt es sich also nicht nur die zahlreichen Figuren der illustren Schauspieltruppe (darunter Max von Sydow und Patrick Stewart) zu merken, sondern auch deren komplexe Beziehungen sowie die Regeln und Gesetzmäßigkeiten des Universums aus teils nur vagen Bildern und Dialogen herzuleiten.

Obwohl diese Art der suggestiven Erzählung gerade einem Virtuosen wie David Lynch ausgezeichnet liegen sollte, findet er kaum entsprechende Mittel um das Gleichgewicht zwischen der komplex angelegten Geschichte und der exzentrisch verrückten Welt aufrechtzuerhalten. Über die mäßig gealterten Effekte könnte man leicht hinwegsehen, wenn der Film dafür die philosophische Komponente seiner Vorlage überzeugend umsetzen würde. In der vom Studio veröffentlichten Fassung bleibt jedoch stets der enttäuschende Eindruck bestehen, zu wenig von der überaus interessanten Welt gezeigt und erklärt zu bekommen. Zu viel bleibt unklar, doch ist es nicht jene Unklarheit, die Lynch in unseren Köpfen mit Phantasien, Ideen und Imaginationen füllen kann, sondern schlichtweg ein unter den Tisch kehren bestimmter Inhalte, die den Rahmen der Produktion sprengen würden. Letztlich muss man sich wohl widerspruchslos eingestehen, dass Dune – Der Wüstenplanet ein gescheiterter Film ist – auch wenn in diesem Scheitern durchaus ein gewisser Reiz liegt.

Fazit

„Dune – Der Wüstenplanet“ erweckt das Gefühl eine überlange, tricktechnisch deutlich angestaubte, aber nichtsdestotrotz interessante und ambitionierte Folge einer großartigen Science-Fiction Serie zu sehen – nur eben nicht von Beginn an, sondern irgendwo mitten in Staffel 4. David Lynchs von den Studios arg gekürzte Vision des Erfolgsromans kann leider nie das Potential abrufen, welches Vorlage und Regisseur suggerieren. Das Potential sieht man jedoch an allen Ecken und Enden.

Autor: Dominic Hochholzer

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