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"Fantastic Four" erzählt von vier jungen Außenseitern, die in ein gefährliches Paralleluniversum teleportiert werden. Die neue und ungewohnte Umgebung hat immense Auswirkungen auf die physische Konstitution des Teams. Ihr Leben wird unwiderruflich auf den Kopf gestellt und die vier müssen nicht nur lernen mit ihren neuen, angsteinflößenden Fähigkeiten umzugehen, sondern auch Seite an Seite zu kämpfen, um die Welt vor einem neuen Feind zu retten.

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Eine Kritik zu schreiben über einen schlechten Film ist eine höchst dankbare Aufgabe, dasselbe gilt für Produktionen die gelungen sind. Ein mittelmäßiges Werk zu rezensieren erweist sich hingegen oft als wahre Plackerei. Noch schlimmer ist es hingegen, wenn der besprochene Film voller Makel, das Ergebnis dann aber doch gar nicht so schlecht ausgefallen ist. In diesem Falle heißt es der Sache auf dem Grund gehen. Im nachfolgenden Text soll es also darum gehen warum „Fantastic Four“ trotz seiner Verfehlungen weder ein katastrophaler, noch ein wirklich guter Film ist. Na schön, bringen wir es hinter uns.

Das definitiv größte Problem von „Fantastic Four": Er ist ein reinrassiger Etablierungsfilm. Alles in dem Film ist reine Exposition. Diese gehört natürlich zur Bildung des titelgebenden Teams dazu. Man denke nur daran, Tony Stark würde ohne Erklärung im ersten „Iron Man“ einfach in seinen Anzug steigen und gegen das Böse kämpfen. Bei „Fantastic Four“ ist aber alles dieser Exposition untergeordnet, was dazu führt, dass der Film weitestgehend auf große Actionszenen verzichtet. Hier stürzen keine Hochhäuser ein oder donnern riesige Schlachtschiffe ineinander. Das Reboot der vier Helden kommt weitestgehend ohne den Hang zum Gigantismus aus. Selbst im weltverschluckenden Showdown wirkt alles etwas kleiner und reduzierter als bei anderen Comicverfilmungen. Das liegt daran, dass sich „Fantastic Four“ wirklich voll und ganz auf seine Figuren fokussiert.

Für die Figurenzeichnung nimmt sich der Film dann auch gehörig viel Zeit und vermeidet es dabei sogar mit comic reliefs oder Actionsnacks zu arbeiten. Vor allem die Freundschaft zwischen Genie Reed Richards (Miles Teller, „Whiplash“) und Schrottplatzjunge Ben Grimm (Jaime Bell, „Snowpiercer“) bekommt viel Platz innerhalb der Handlung spendiert. Dagegen flacht der charakterliche Bogen rund um die Geschwister Sue und Johnny Storm (Kate Mara und Michael B. Jordan) aber gehörig ab. Insgesamt überzeugt die Figurenbezogenheit von „Fantastic Four“ aber, auch wenn es dem Film einiges an Kurzweil kostet.

Man merkt dem Film vor allem innerhalb der ersten Stunde an, dass hier der Regisseur des großartigen „Chronicle – Wozu bist du fähig?“, Josh Trank, am Werke war. Trank präsentiert uns Figuren, zeigt uns ihre Welt, ihre Persönlichkeit und das zwar durchaus vereinfacht aber immer noch um einiges facettenreicher als die sonstigen Charakterisierungen der sonstigen Marvel-Kinohelden. Dadurch, dass man die Figuren so gut kennt, ist die Frage wie sie mit ihren neuen Fähigkeiten umgehen einfach um ein vielfaches interessanter, als die Frage was für große Leinwandmomente damit hätten entstehen können. „Fantastic Four“ schlägt eine wirklich verdammt angenehme und – für heutige Blockbuster – auch erfrischende Richtung ein. Doch dann kommt zu einem unschönen Bruch.

Sobald die Probanden ihre Kräfte erhalten haben (was erst relativ spät geschieht) drückt „Fantastic Four“ plötzlich aufs Gaspedal. Es scheint fast so, als ob spätestens hier Regisseur Trank vom Studio ausgebootet wurde. Der charakterliche Fokus bleibt zwar bestehen, wird aber insgesamt mehr und mehr stiefmütterlich abgehandelt. Es sind nun mehr die Fähigkeiten die im Zentrum stehen und was dann folgt ist das übliche Prozedere: Superkräfte vorstellen, Superkräfte etablieren, Superkräfte im Kampf einsetzen. Letzteres ist dann allerdings schon das Finale. Das wirkt einfach zu gehetzt und sehr anti-kohärent zur ersten Hälfte.

Als Ganzes wirkt „Fantastic Four“ einfach wie ein Kampf der Institutionen. Auf der einen Seite Regisseur Josh Trank, für den die Fähigkeiten nur dann wirklich wichtig sind, wenn die Figuren eine notwendige Profilstärke erreicht haben, auf der anderen Seite das Studio, welches einen Sommerblockbuster vermarktet hat und plötzlich bemerkt, dass der Regisseur vielleicht doch zu ambitionierte Ziele verfolgt.

Fantastic Four“ steht somit zwischen den Stühlen: Für einen effektiven, spaßigen und schauwertigen Blockbuster ist er zu eigenbrötlerisch und passiv, für ein wirklich ernsthaftes, charakterbezogenes Drama fehlt ihm die Muse sich wirklich konsequent mit seinen Figuren und deren Situationen auseinanderzusetzen. Irgendwo in diesem Dickicht vertaner Chance steckt aber ein wirklich guter Film, der aber auch in seiner jetzigen (und wahrscheinlich auch endgültigen) Form immer mal wieder zu überraschen und überzeugen vermag. Zum einen besitzt er eine angenehm düster-realistische Stimmung - die sich irgendwo zwischen den freundlichen Look der Produktionen der Marvel Studios und der grauen Depressions-Attitüde von Warner und DC Comics positioniert -, zum anderen traut er sich hin und wieder auch eine fatalistische Härte walten zu lassen, etwa wenn Dr. Doom (Toby Kebbell, „RocknRolla“) mit tödlicher Konsequenz seine Macht unter Beweis stellt.

Es ist wirklich bedauernswert! Zum einen weil der Film der Prügelknabe des Kinosommers ist, bzw. sein wird, und zum anderen weil „Fantastic Four“ trotz deutlich erkennbarem Potenzial dann doch weit hinter seinen Möglichkeiten bleibt. Dennoch, ein wirklich schlechter Film ist er nicht. Vielmehr ist es ein moderner Superheldenfilm, der zumindest versucht aus den festgefahrenen Strukturen heraus zu kommen oder zumindest eine neue Sichtweise anzubieten. Das ist leider nicht gelungen. Ob es das wäre, wenn das Studio Regisseur Trank unterstützt hätte, oder ob es vielleicht doch die alleinige Schuld des „Chronicle“-Macher ist, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Alles was man darüber weiß sind Mutmaßungen und Gerüchte, deswegen sei hier nur eines gesagt: „Fantastic Four“ ist nicht der beste Superheldenfilm des Jahres, vielleicht sogar der schlechteste, aber er ist auch der interessanteste.

Fazit

„Fantastic Four“ wird Häme beziehen und zwar heftige. Zum einen weil er gewiss viele Fans von schnelllebigen Blockbustern enttäuschen wird, zum anderen weil er im Grunde nur aus reinrassiger Exposition besteht. Doch zwischen seinen Makeln verstecken sich durchaus starke Facetten und Momente. Viel helfen wird ihm das sicherlich nicht, denn alleine durch seine Verweigerung dem Gigantismus gegenüber eignet er sich als profitabler Prügelknabe. Das wirklich Bedauerliche an „Fantastic Four“ ist aber nicht, dass er die Grundregeln moderner Superheldenfilme nicht richtig befolgt, sondern, dass er sich letztlich nicht traut, diese mit Füßen zu treten. Somit bleibt das Reboot weit hinter den Möglichkeiten zurück und hinterlässt einen unentschlossenen, aber keineswegs einen katastrophalen Gesamteindruck.

Autor: Sebastian Groß

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