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Den Titel des Boxweltmeisters hat sich Billy Hope mit seinem sensationellen linken Haken erarbeitet - und mit der Unterstützung seiner geliebten Frau Maureen, die im Hintergrund die Fäden zieht. Doch ein Schicksalsschlag, durch den auch das Leben von Billys kleiner Tochter aus den Fugen gerät, zerstört jäh die Idylle. Als ihn dann auch noch sein langjähriger Freund und Manager im Stich lässt, fällt der "Southpaw" ins Bodenlose. Erst als Box-Coach Titus Wills ihn unter seine Fittiche nimmt, ist Billy bereit, sich wieder in den Ring zu wagen und dem härtesten Kampf seines Lebens zu stellen...

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Kritik

Jake Gyllenhaal gehört die Zukunft. Zumindest bekommt man diesen Eindruck, wenn man sich die empörten Reaktionen zur letztjährigen Bekanntgabe der Oscar-Nominierungen anschaut. Denn nicht nur Dan Gilroys Regie-Debüt, die eiskalte Mediensatire "Nightcrawler", sondern auch sein Hauptdarsteller, ein blasser, dünner, glubschäugiger Gyllenhaal, wurden unverständlicherweise übergangen. Trotz seiner Oscar-Nominierung für das Cowboy-Liebesdrama "Brokeback Mountain" im Jahr 2006 schien ihm stets das Image des strahlenden Posterboys anzuhaften, als wäre er trotz seiner Erfolge doch nur eine RomCom-Grinsebacke, die immer nur dann wirklich zur Hochform aufläuft, wenn sie ihren gestählten Oberkörper der Kamera präsentieren darf - einen Ruf, den er mit Belanglosigkeiten wie "Love and Other Drugs" und "Prince of Persia" gleichzeitig zu zementieren, dann aber immer wieder zu unterlaufen schien (siehe großartige Darbietungen in "Zodiac" oder "Brothers"). Nun scheint der Weg in eine glorreiche Zukunft aber endgültig geebnet zu sein - nach zweifacher Zusammenarbeit mit Regisseur Denis Villeneuve und seiner transformativen Jahrhundertleistung in "Nightcrawler" scheint Jake Gyllenhaal mit "Southpaw" nun an der Spitze angekommen zu sein.

In dem Boxer-Drama von Regisseur Antoine Fuqua läuft er erneut zu einer bisher unbekannten Hochform auf - sein Charakter mag zwar weniger verschroben und faszinierend sein als Lou Bloom ("Nightcrawler"), dafür hat Gyllenhaal aber erneut körperlich eine immens beeindruckende Wandlung vollbracht. Billy Hope, so der Name seiner Figur, sieht nicht aus wie Gyllenhaal, bewegt sich und spricht nicht wie er. Unter den unzähligen Feilchen und Kilos antrainierter Muskelmasse steckt ein plumper, impulsiver, letztlich aber doch liebevoller Mensch, dessen Facetten Gyllenhaal ungeheuer überzeugend auszuspielen vermag. Zwar fehlt ihm der eine große Moment (wie etwa ein emotionaler Ausbruch), aber dennoch gelingt es ihm, die Figur und damit quasi auch den Film zu schultern. Unterstützung erhält er von Oscar-Preisträger Forest Whitaker, der aus seiner kleinen Rolle das Maximum herausholt und diesem rohen, blutigen Film die gewisse Prise altehrwürdiger Präsenz zukommen lässt. Frauen-Power bleibt derweil aus: Während die hochtalentierte Oona Laurence eine für ihr Alter sehr authentische Performance abliefert, bekommen Rachel McAdams und Naomie Harris wenig zu tun.

Es sind also letztendlich die starken Leistungen von Gyllenhaal und Whitaker, den Film am Leben erhalten. Regisseur Antoine Fuqua, der zuletzt Denzel Washington als Kampfmaschine durch "The Equalizer" scheuchte, hat sich für sein Boxer-Drama keine einzige originelle Idee einfallen lassen. Wer die Prämisse gehört (oder noch schlimmer: den Trailer gesehen) hat, der wird den Film bis in seine letzte Einstellung hinein voraussehen können, inklusive aller Schicksalsschläge, denen Hope sich stellen muss. Diese Ideenlosigkeit macht "Southpaw" zu großen Teilen leider zu einem schmerzhaft vorhersehbaren und somit auch nie wirklich packenden Film - da hilft auch Fuquas Regiestil nicht, der Regie-Atzen wie David Ayer (verbrach kürzlich den widerlichen "Sabotage") feuchte Träume bescheren wird. Die Kamera bleibt so nah wie möglich an den Gesichtern der Darsteller, wackelt heftig herum, um sich dann hin und wieder in Zeitlupen-Montagen am Blutrausch des Protagonisten zu ergötzen. Da fliegen Fäuste, Knochen brechen, Schweiß spritzt, und Fuqua zelebriert genüsslich die schmerzhafte Realität innerhalb des Boxringes.

Fazit

Wer in seinem Leben noch nie einen Film gesehen hat, wird in "Southpaw" sicherlich nach Atmen ringen, ob des ungewissen Ausgangs der Geschichte. Alle anderen dürfen die Formelhaftigkeit des Drehbuchs bedauern und die rohe Inszenierung entweder lieben oder hassen (denn dort werden sich die Geister scheiden). Leben eingehaucht bekommt "Southpaw" von seinem großartigen Hauptdarsteller, der sich nach "Nightcrawler" einmal mehr als ernstzunehmender Charaktermime empfiehlt.

Autor: Nikolas Friedrich

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