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Im Jahre 1963 treffen sie sich das erste Mal: die beiden Cowboys Ennis del Mar (Heath Ledger) und Jack Twist (Jake Gyllenhaal). Auf einer Farm in Wyoming werden sie gemeinsam für den Besitzer dessen Schafe hüten. Einen Sommer lang, Tag für Tag, werden sie zusammen auf die Herde aufpassen und sich besser kennen lernen. Bald jedoch bemerken sie, dass sie mehr als die Tiere verbindet, denn sie verlieben sich ineinander. Doch ebenso schnell realisieren sie, dass ihre Liebe von niemandem akzeptiert würde und sie diese unter Verschluss halten müssten. Am Ende des Sommers werden alle Gedanken zerschlagen, da sich ihre Wege wieder trennen und sie versuchen müssen, ein Leben ohne den anderen zu führen. Beide heiraten, Jack die lebenslustige Lureen (Anne Hathaway) und Ennis Alma (Michelle Williams), woraufhin alles vergessen scheint.Erst Jahre später, immer noch nicht voneinander losgekommen, sehen sie sich wieder...
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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Die Oscars haben durch massive Fehlentscheidungen im Laufe der Jahrzehnte immer stärker dazu beigetragen ihren eigenen Stellenwert zu denunzieren. Wer den Glauben an die Academy jedoch noch nicht vollends verloren hatte, der tat dies spätestens bei der Verleihung im Jahr 2006, als sich das moralinsaure Machwerk L.A. Crash gegen Ang Lees (Die irre Heldentour des Billy Lynn) intimes Liebesdrama Brokeback Mountain durchsetzte. An der späteren Rezeption der Filme hat das freilich wenig geändert. Während L.A. Crash von manchen Seiten als schlechtester Oscargewinner aller Zeiten bezeichnet wird, werden Brokeback Mountain noch immer die gleichen üblen Vorurteile und haltlosen Verleumdungen entgegengebracht, die er schon damals provozierte. Das ist schade, denn das im Volksmund als „Film über zwei schwule Cowboys“ verschriene Werk zählt zu den ehrlichsten und auch bittersten Liebesfilmen unserer Zeit.

Zweifellos trägt die enorme Klasse des Films nicht nur das Gesicht von Regisseur Ang Lee, sondern ebenso das von Heath Ledger (The Dark Knight) und Jake Gyllenhaal (Nightcrawler). Als sie sich zum ersten Mal begegnen, sind sie kaum älter als 18 Jahre und weil sie das gleiche Anliegen verbindet (nämlich einen Job über den Sommer zu finden) werden sie von einem lokalen Farmer in Wyoming beauftragt seine Schafe auf dem titelgebenden Brokeback Mountain zu hüten. Was die beiden jungen Cowboys miteinander verbindet wird schnell klar, denn obwohl sie es sich selbst zunächst nicht eingestehen wollen, verlieben sie sich ineinander. Als sie dann eines nachts mehr als gewöhnlich getrunken haben, entlädt sich die komplette Anspannung in einem großartigen Moment. Beide strahlen eine ungezwungene Mischung als ehrlicher Freude und nagendem Zweifel aus, denn dass ihre Beziehung von außerhalb nicht geduldet werden würde, das scheint beiden klar zu sein.

So ist Brokeback Mountain über weite Strecken ein Film über wahre Liebe, die sich jedoch nie so entfalten kann, wie sie es eigentlich verdient hätte. Beide Männer heiraten, zeugen Kinder und leben ihr eigenes Leben. Doch wirklich erfüllt sind sie nur in jenen rar gesäten Augenblicken der Zweisamkeit, wenn sie sich unter dem Vorwand eines Jagd- oder Angelausfluges für einige Tage aus ihrem Alltag loseisen können. Ihre Zuneigung zueinander muss der Film nie an großen Gesten festmachen, denn die offenbart sich von ganz allein. In der Art und Weiße wie sie sich ansehen, miteinander reden oder auch einfach nur beieinander sitzen. Auch Ang Lees Betrachtung der beiden Männer ist zärtlich, geradezu intim fängt er ihr Beisammensein ein und vermag es so allein durch die Nüchternheit der Lage selbst zu bewegen. Da sind zwei Männer, die sich augenscheinlich lieben und wahrscheinlich auch für einander bestimmt sind, doch wirklich zueinander finden sie nicht, denn das lässt die Gesellschaft schlichtweg nicht zu.

Selten bricht der Film aus seinen stillen Betrachtungen aus, doch wenn es passiert, dann hinterlassen diese Momente einen bitteren Nachgeschmack. Wenn in einem kurzen Rückblick geschildert wird, dass einer der beiden bereits früh mitansehen musste, wie ein Mann wegen seiner sexuellen Orientierung brutal verstümmelt wurde, dann sind das die ersten Risse, die auch in ihrer Beziehung sichtbar werden. Denn obgleich sich die beiden Männer lieben, ist die Art wie sie ihre Beziehung führen irgendwann zum Scheitern verurteilt. Und so kommt dieser Moment mit einem gewaltigen Schlag in die Magengrube daher und offenbart eine Form von Tragik, die wir dem bis dahin so zärtlichen Film gar nicht zugetraut hätten. Alles zerbricht und wir können nichts weiter tun als die Splitter einzusammeln. Doch selbst wenn man sie alle zusammensetzt, dann wird nichts so sein wie früher.

Fazit

Ang Lees Meisterstück „Brokeback Mountain“ zählt in seiner zärtlichen Betrachtung zu den wohl besten Liebesfilmen der jüngeren Filmgeschichte. Einprägsam gespielt, bewegend erzählt und geradezu intim bebildert greifen Form und Inhalt ineinander, um etwas größeres als die Summe ihrer Teile zu erzeugen. Wer sich noch immer nicht über die falschen Vorurteile hinwegsetzen konnte, der sollte dem Film dringend eine Chance geben.

Autor: Dominic Hochholzer

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