{{ tweet.login }}

{{{ tweet.body | format }}}

Wird geladen...

×
×

Erwähnungen

×

Benachrichtigungen

Verfügbar auf

Amazon prime

Inhalt

Charmant. Genau so führt sich der SS-Standartenführer Hans Landa (Christoph Waltz) ein, als er sich äloquent bei einer französischen Bauernfamilie vorstellt. Doch hat der „Judenjäger“ seinen Ruf nicht zu unrecht, und auch hier ist er – im Zuge der Säuberungsaktionen im von Deutschland besetzten Frankreich – wieder in seiner Funktion unterwegs. Er entdeckt die jüdische Familie, die Bauern unter ihrem Haus verstecken, einzig die junge Shosanna (Mélanie Laurent) überlebt die anschließende Exekution. Wie das Schicksal so spielt, lernt sie Jahre später als Kinobetreiberin den deutschen Kriegshelden Fredrick Zoller (Daniel Brühl) kennen. So entwickelt sich die zufällige Bekanntschaft zu einem perfiden Plan, der der rachedürstigen Shosanna wie gerufen kommt: Goebbels´ neuer Propagandafilm soll in ihrem Kino uraufgeführt werden, und alles, was Rang und Namen hat, wird der Premiere beiwohnen. Doch nicht nur Shosanna hat es auf die Führungsriege der Nazis abgesehen. Die „Basterds“, ein britisches Killerkommando, bekommen ebenfalls Wind von der Filmpremiere und versuchen ihrerseits, dem Krieg ein plötzliches Ende zu bereiten.
  • Bk0gyljlneasbpqzxpgtwleyigq
  • 7nf6b9yceq1zct82sgjvtnxocl5
  • Ohuupmtc1xdxyosd418fuqmfkzy
  • Cdthgjbrnglqqlxuxc8ktvua435
  • S4npfjqxilzjdnjbkqdsw81obcw
  • Btbp4e1lekrgtbkvxybwdvchkxx
  • Lyd8guvt3e0r24m9wxjwmqz0azs
  • Lkes0s0xo7pdoi7yygotimn4li
  • Kjjicdb3df2esfik2ajkefqvc4o
  • P9pe6ddp45flx338dnshiri8xzw
  • Vcyeqgsbaj46auxk9bj4m5lv3zf
  • 7j9ddsonaynp5nikvtdyvijzeyd
  • 74wad3i5aoj2tpezxov1c6omcng
  • Xcxuqmrp8kh5olnpwd3mjlkv6pc
  • Hndy1ts6h1yceziqvd2juzkq13s
  • Cem2wmy1cypuwtyqt6eob6k9a2r
  • V3plupeld5eahn7eudnwymce6sa
  • Rculkhmvdjnbvvsbtxl4msysfxs
  • Lmb1eauoaqlyhwrrn7uonrj0nbv
  • Xnmshi7b3vvb18ei1hue92psvhm
  • Pliavzx5zwnz7pqliyxrtmespkt
  • Yema4p6lsnscxrnpfwv6htbv9cu
  • 10gqk5bljwjwmcwtlmazt6aryed
  • Wbhpw5yb6zoslfg5l8z53jdjqvw
  • 6xuywq6889qiwugvs4ceqlln58r
  • 2sstgdyze3m0wmlxyikcnk8wgsa
  • Woxkiweqks8p1krzbe0crpilijm
  • Dluzsratissqchpncahytiakbpw
  • Sailogrdhlo9ocugkbqkmyf18r0
  • Igo7kbzmohxflwivzco8rhdqhiq
  • H7bqhtbg9zhfwjumyal7hhlmugo
  • E8a69n1majyiqcfnfbirj3h68m8
  • S7e06acnbpy9kt49nmzox7ggkih
  • 9m8pyb0zxlolcv762rwiezvrert
  • 6auxotrbh7gg8zbpxpugh84aivn
  • Ib2czgr2b1syidg5tesxppghtv8
  • Oaxhtnwrwnnyzbjeezzqgjjnmsr

Kritik

Wenn es um die Umsetzung eines Kriegsfilmes geht, dann kennen wir Kinofans lediglich die starre deutsche oder die amerikanische Version dessen, Schauspielerkino zu produzieren, die zwar in Sachen Performance und geschichtlicher Kleinrecherche zu gewissen Ehre kommen können, aber vielleicht auch zu sehr in eine Nische gedrängt werden. Wenn aber ein Regiephänomen wie Quentin Tarantino federführend ist und einen starbesetzten „Kriegswestern“ dreht, dann kann man davon ausgehen, etwas wirklich sehr außergewöhnliches anzuschauen. Und genau das kam dabei raus: Ein Autorenfilm mit selbst kreierter Zeitgeschichte, unglaublichen Dialogen und einem wieder beabsichtigtem B-Movie-Charme.

Wie die Inhaltsangabe schon ein wenig vermuten lässt, splittet sich Tarantinos Geschichte in zwei Handlungsstränge auf. Zum einen wird das Schicksal der Jüdin Shosanna thematisiert, zum anderen sind die „Basterds“ die treibende Kraft. Als roter Faden dient dabei die SS, und vor allem Christoph Waltz alias Hans Landa ist das Zünglein an der Waage, was Spannung und Storyentwicklung betrifft. Leider wird der Film aber auch nicht ganz dem gerecht, was der Titel so verspricht: Die „Basterds“ geraten in den Hintergrund. Viel wichtiger und interessanter möchte man verfolgen, was denn unser jüdischer Racheengel verzapft. Die wird auch von Tarantino eher in den Fokus gesetzt, so dass man sich letztlich fragen muss, ob ein anderer Filmtitel vielleicht besser gewählt gewesen wäre.

Nun fällt der Film nicht nur durch gewalthaltige Szenen auf, in denen Nazis skalpiert werden und in einer Kellerbar eine Schießerei ausbricht, sondern eben typisch Tarantino mit vielen dialoglastigen Sequenzen. Wer den Stil des Amerikaners kennt, darf sich auch schon in den ersten Minuten darauf einstellen, dass Judenjäger Landa lange Zeit als freundlicher und zurvorkommender Gentleman auftritt, um dann plötzlich mit seinen Absichten herauszuschießen. Auch wenn Tarantino schon früher solche Dialogszenen bis zum Erbrechen zelebrierte – dieser Beginn wurde nochmal in die Extreme ausgeweitet. Dennoch funktioniert da einfach, was der Regisseur mit seiner Idee bezweckte, nämlich dass der erste wirkliche Spannungsbogen klassisch, aber auch unheimlich intensiv eintritt. Nun muss man ihm aber auch anmahnen, dass der zweite Streich dieser Art in der Kellerbar nicht mehr so ganz gelungen ist. Hier muss leider gesagt werden, dass diese zweite Extremsequenz mit vielen Längen zu kämpfen hat. Neben den „Wer bin ich?“-Spielchen und Suspensemomenten hätte eine Szene dieser Ausrichtung in der Mitte des Films einiges mehr an Dynamik vertragen, und da hilft es nicht, wenn ein paar Nazis freudig über die Familienplanung eines ihrer Soldaten anzustoßen, nur damit der „Basterds“-Anführer die Geburt dessen Sohnes als Friedensangebot anbringen kann. Wenn solche Szenen fast eine halbe Stunde brauchen, um endlich zum Wesentlichen zu kommen, dann sieht das verdächtig nach Spielzeitstreckung aus. Zum Glück findet Tarantino aber wieder zu seiner Ausrichtung zurück, so dass die Kinosequenz mit Nebenschauplätzen und zusammengeführten Handlungssträngen wieder besser funktionieren.

Typisch Tarantino – analoge Kamera trifft auf Darstellerkino. Wer hektische Schnitte sucht, ist bei seinen Werken definitiv an der falschen Adresse, und genau deshalb funktionieren auch die Spannungsbögen öfter mal besser als die neumodische Methode. Es wird eher mit Filtern gearbeitet, die eine scheinbar heimelige Atmosphäre aufbauen; so kann es passieren, dass sich der Zuschauer vielleicht fälschlicherweise in Sicherheit wiegt. Mit solchen Mitteln schafft der Kult-Regisseur auch dieses Mal ein Werk mit seiner eigenen Handschrift und bringt letztendlich doch wieder seine alten Stärken hervor, die in den Längen ein bisschen brach gelegen haben. Da entschädigen schließlich ein bisschen die finalen Motive, die dann plötzlich fast Oz´sche Züge annehmen.

Überhaupt nicht brach lag das Schauspielerensemble, das so viele erwähnenswerte Namen aufgefahren hat, dass man gar nicht so richtig weiß, wo man anfangen soll. Natürlich schweben da große Namen wie Brad Pitt, Michael Fassbender oder Mike Myers in der Luft, aber das wurde in der Masse von allem, was das deutsche Kino so hergab, meilenweit getoppt. Noch am vordergründigsten sind da nationale Größen wie Christian Berkel, Daniel Brühl oder August Diehl vertreten (werden gar von kleinen Rollen ergänzt, hinter denen Comedian Zack alias Volker Michalowski oder Bela B. stecken) – abgesehen natürlich vom Oscar-prämierten Auftritt von Christoph Waltz, der gleich mal ganz Hollywood zeigte, wo der Schauspielhammer hängt.

Fazit

Es ist ein bisschen schade, dass das gewagte Alternativszenario Tarantinos nicht so ganz funktioniert. Durch seine Entscheidung, zwei lange Sequenzen in den Film einzufügen, hat sich der Kultregisseur keinen Gefallen getan, und auch sonst lässt der Film ein bisschen von der üblichen Dynamik vermissen. Doch sind die finalen Rachemotive so gut gewählt, dass man über gewisse Längen hinwegsehen kann, ganz zu schweigen vom hohen schauspielerischen Niveau, angeführt von dem unsterblichen Auftritt von Christoph Waltz. So mutet die Machart des Films fast auf europäischer Ebene an, wenn es denn mal wieder gelungen wäre.

Autor: Sascha Wuttke

Wird geladen...

×