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Inhalt

Der 30-jährige Sascha hat den schlimmsten Tag seines Lebens. Erst eröffnet ihm seine Freundin Lina, dass sie schwanger ist, dann fährt er sein Taxi zu Schrott und muss ins Krankenhaus. Sein Mitbewohner Klaus ist sicher, dass der Unfall ein Wink des Schicksals war. In der Klinik muss Sascha das Zimmer mit Ella teilen, einer rüstigen 87-Jährigen, die ihm mit ihrer Redseligkeit mächtig auf die Nerven geht. Doch dass die alte Dame zu einer unnötigen Operation überredet werden soll, macht ihn wirklich wütend. In einer abenteuerlichen Aktion befreit er Ella aus den Fängen der Ärzte und quartiert sie bei sich zu Hause ein. Zuerst will Ella nur nach Hause, doch dann lernen sie sich besser kennen und werden über alle Unterschiede hinweg zu Freunden. Ella weiht Sascha in ihr größtes Geheimnis ein: Sie hatte eine große, unerfüllte Jugendliebe, Jason, ein amerikanischer Soldat. Spontan beschließt Sascha, mit Klaus und Ella nach Paris zu fahren, um Jason zu suchen. Eine abenteuerliche Reise nimmt ihren Lauf...
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Kritik

Matthias Schweighöfer soll endlich mal wieder jemandem wutentbrannt die Nase zertrümmern. Wahlweise auch seine Frau betrügen oder einfach mal irgendwem hinterhältig den Stuhl wegziehen. Mal wieder unsympathisch sein - das ist die Devise. Natürlich nicht privat. Abseits der Leinwand darf er gern der freundlich verquere, aber dennoch lernfähige junge Mann sein, den er in „What a Man“, „Friendship!“ oder „Rubbeldiekatz“ routiniert in die Belanglosigkeit gespielt hat. Aber im Kino muss doch langsam wieder Schluss sein mit der Nummer.

Der Grund für die gut gemeinte Forderung ist „Frau Ella“. Der neue Film von Markus Goller, der ja bereits bei „Friendship!“ auf dem Regiestuhl saß. Die Geschichte um den Exil-Medizinstudenten Sascha und die alte Dame, die Sascha zu ihrem Besten aus dem Krankenhaus entführt, verkommt schon nach wenigen Minuten zur langweiligen Schweighöfer-Blaupause. Ohne Ambition wärmt der talentierte Star seine Dauerrolle, als liebenswerter und fast im Leben gescheiterter Charmeur mit gutem Herzen, abermals auf und erschließt sich via Ruth Maria Kubitscheck die Zielgruppe der deutschen Schwiegeromis. „Ach wie lieb er sich um die gute Frau Ella kümmert“. Es geht einem das Herz auf – aber nur, wenn man als Zuschauer keinen Wert auf Dialoge oder Handlung legt. Letztere führt Schweighöfer, Kubitscheck und August Diehl nach Frankreich und auf die Suche nach der großen Liebe der betagten Dame. Bei Frau Ella stehen die Uhren kurz vor 12, da kommt die Lebenslust in Form von Kümmerer Matthias gerade zur rechten Zeit.

Bis das Ziel der Reise erreicht ist, stehen abgedroschener Szenenhumor und austauschbare Phrasen auf dem Programm. Der obligatorische Streit zwischen den Freunden Sascha und Klaus (Diehl) befindet sich ebenso vorhersehbar auf der Tagesordnung wie die Auflösung um das abgedriftete Leben des Protagonisten. Natürlich ist Schweighöfers Figur nicht selbst Schuld am Abbruch seines Studiums. Schuld ist das Gesundheitssystem – Schuld an allem anderen übrigens auch. Schließlich wollten die raffgierigen Ärzte der armen Frau Ella im Krankenhaus eine unnötige aber lebensbedrohliche Operation andrehen. So drückt „Frau Ella“ halbherzig etwas Systemkritik in den Kinosaal und schon könnte man den Einheitsbrei ja fast von einem der anderen Schweighöfer-Filme der letzten Jahre unterscheiden. Aber nur fast. Nach weiteren Alleinstellungsmerkmalen fahndet der Zuschauer hier vergebens. Diehl wirkt in seiner Rolle unterfordert, Kubitscheck besorgt  einstweilen zumindest ein kleines Lächeln.

Es wird Zeit, dass die überwiegend weibliche Zielgruppe solch leidenschaftsloses Kino mit Nichtbeachtung quittiert und Matthias Schweighöfer aus seiner Karriere-Lethargie herauszwingt. Es wird wieder Zeit für anspruchsvolle Rollen. Vielleicht hat August Diehl ihm am Set ja ein paar Tipps gegeben.

Fazit

Deutschfilm-Verächter dürfen sich bestätigt fühlen, weibliche Schweighöfer-Fans bekommen wieder einmal den gleichen Kerl, in den sie sich irgendwann mal verknallt haben und Kritiker schlagen die Hände überm Kopf zusammen: „Frau Ella" ist verschwendetes Talent und alles andere als sehenswert.

Autor: d kr

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