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Der gefeierte römische Feldherr Maximus (Russell Crowe) wird vom sterbenden Kaiser Marcus Aurelius (Richard Harris) gebeten, seine Nachfolge anzutreten. Um dies zu verhindern, tötet Aurelius' Sohn seinen Vater und ordnet die Exekution von Maximus und seiner Familie an. Maximus gelingt die Flucht, verwundet wird er von einem Sklavenhändler gefangen genommen und muss sich fortan als Gladiator beweisen. Als Kampfmaschine hat er schließlich nur noch ein Ziel: Rache an seinem Peiniger zu nehmen.

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Kritik

Wer wirklich gehobenen Anspruch auf historische Genauigkeit legt und einen akkuraten Einblick in das römische Imperium um 180 nach Christus erhalten möchte, der ist mit Ridley Scotts „Gladiator“ äußerst schlecht bedient. Historiker werden hier verständlicherweise im Minutentakt die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, denn wenn „Gladiator“ mit einer Sache so richtig protzen kann, dann sind es wohl seine geschichtlichen Ungereimtheiten, die nicht nur innerhalb der Narration, sondern auch in den Kostümen, der Ausstattung und in der Sprache auftreten. Faktentreue wird vom dreiköpfigen Autorenteam um David Franzoni, John Logan und William Nicholson der Dramaturgie wegen willentlich kleingeschrieben, denn es ist so, dass sich „Gladiator“ nicht als lehrreiche Geschichtsstunde versteht, sondern sich seiner Fiktion mit shakespearschen Ausmaße, bis auf einige Ansätze, immer bewusst ist. Natürlich gab es den philosophischen Kaiser Marcus Aurelius wirklich, genau wie sein Sohn Commodus ebenso in der Antike sein Unwesen getrieben hat, nur sind ihre Biografien hier stringent der filmischen Wirkung verschrieben. Genau wie sich der hintergründige Aspekt der Zeit, um die Beseitigung des damaligen Kaisertums und die Einleitung, die Wiederherstellung der Republik, nur als relativ seichte Polit-Parabel auf die amerikanische Situation lesen lässt.

Also ist „Gladiator“ ein Film voller Fehler, die den Zuschauer aber letztlich nicht tangieren müssen und das Sehvergnügen in ihrer immensen Effektivität kein Stück reduziert. Es ist ja allseits bekannt, dass der von Ridley Scott adaptierte Blick in die Zukunft aus dem filmischem Blickwinkel immer hochwertiger war, als der zurück in die Vergangenheit. Von der visionären Kraft eines „Alien“ oder „Blade Runner“ kann „Gladiator“ gewiss nicht zehren, dafür scheint er in seiner Konzeption viel zu kalkuliert und frei von mehrwertigen Denkanstößen: „Gladiator“ füttert nicht den Intellekt des Publikums, er fordert ihn in keiner Weise heraus – Warum auch? Ridley Scott beweist hiermit vielmehr, dass er nicht nur dem in den 60er Jahren Hochkonjunktur feiernden Monumentalfilm im neuen Jahrtausend hervorragend Tribut zollen kann, sondern noch richtig gefühlsbetontes Unterhaltungskino für das Herz und die Sinne modellieren kann. Und dafür wird aufgefahren, was aufgefahren werden kann: Hans Zimmer gnadenlos pathetische Komposition zählt zu seinen letzten großen Stücken und wenn im Finale leise „Now We Are Free“ angestimmt wird, muss sich wohl auch der stärkste Mann mal eine Tränchen verkneifen. Wahrscheinlich macht genau das „Gladiator“ so wertvoll: Er frönt das Motiv des integren Helden, kleistert seinen emotionalen Werdegang aber so mit ekstatischer (und natürlich auch manipulativer) Inbrunst zu, dass er diese von Männern dominierte Welt folgerichtig ungemein zerbrechlich illustriert.

Russell Crowe als Identifikationsfigur Maximus weiß nicht nur durch seine Physis zu gefallen, seine Mimik ist in den besten Momenten gezeichnet von einer tiefen Sehnsucht, die seinen puren Rachedurst so menschlich darstellt, wie der Drang nach Vergeltung nun mal ist. Wirklich entfalten kann sich Maximus aber nur durch seinen Widerpart Commodus, der phänomenal von Joaquin Phoenix verkörpert wird. Phoenix ist es, der Crowe das nötige Licht zum Erstrahlen schenkt, was nicht heißen soll, Crowe wäre nicht großartig in der Rolle. Doch allein durch die unnachahmliche Präsenz eines Phoenix' wird seine Figur und sein Können auf dieses Podest erhoben, was ihm letztlich sämtliche Auszeichnungen auf dem Kaminsims einbrachte. Gehen wir aber mal von den qualitativen Vergleichen weg, denn Phoenix hat schon immer in einer eigenen Liga verkehrt, und widmen uns der Psychologie der Figuren, ist Commodus, der mit seiner Schwester eine eigene Dynastie begründen will, ebenfalls der um ein Vielfaches interessantere Charakter – Weil er als mannigfaches Metronom der Handlung fungiert. Commodus ist nicht einfach nur der machtbesessene Nachkomme, der das verlangt, was ihm zusteht. Er ist doch eher der sich Zeit seines Lebens ungeliebt fühlende Sohn, der seinen Schmerz nun durch eine Machtposition kompensieren versucht: Guckt man diesem Commodus in die Augen, sieht man kein durchtriebenes Monstrum, sondern einen kleinen, traurigen, einsamen Jungen, der zu zerfallen droht, wenn man ihn nur etwas zu hart anfasst.

Und die Gegenüberstellung dieser beiden Figuren, die den gleichen Vater liebten, sich in ihrem Dasein als Brüder im Geiste aber vollkommen entzweiten, ist der rote Faden in „Gladiator“. Wie es sich für Ridley Scott geziemt, ist sein Epos visuell eine Augenweide und allein der Einzug in das Kolosseum lässt doch ein ums andere Mal die Kinnlade gen Süden rutschen: Spektakulär die Ansicht, ungemein atmosphärisch das Innenleben. Wenn die Kämpfe der Gladiatoren beginnen, die jubelnden Massen auf den Rängen angesichts der perversen Spielchen durchdrehen, dann schreibt „Gladiator“ - rein handwerklich – Filmgeschichte, denn memorabler können derartige Fotografien nicht gestaltet werden. Das lenkt dann beinahe etwas von der Tragik des Maximus ab, der tötet, weil er töten muss, weil er nur so zurück in den Schoß seiner Familie finden kann; der den blutigen, aber katharischen Pfad vom Feldherren, zum Sklaven bis hin zum Liebling der Zuschauer mit aufrechten Würde beschreitet, die in ihrer Überzeichnung dennoch authentisch respektive greifbar bleibt. Es stimmt schon, wenn man „Gladiator“ vorerst als eindimensionales Rape-n-Revenge-Filmchen der Neuzeit sieht, selbst als Western hätte er wohl genauso funktioniert. Letzten Endes aber hat Ridley Scott hier ohne Zweifel einen der ausdrucksstärksten Blockbuster seit der Jahrhundertwende inszeniert, man muss sich nur darauf einlassen.

Fazit

Ridley Scott ist es gelungen, den Sandalenfilm der 1960er Jahre in die heute Zeit zu transferieren: „Gladiator“ nämlich ist ein Epos, bei dem man durch seine inszenatorische Opulenz gerne mal ins Staunen geraten darf. Da beweist Ridley Scott auch, dass er ein absoluter Meister der Audiovisualität ist. Dass der Film dramaturgisch nicht sonderlich sinnstiftend über die Leinwand berstet, versteht sich von allein, manipulativ ist „Gladiator“ in seinem Rape-n-Revenge-Gebaren definitiv, aber dem entgegen stehen mit Russell Crowe und Joaquin Phoenix zwei Darsteller, die sich mal wieder auf Topniveau präsentieren. Überaus sehenswert. 

Autor: Pascal Reis

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