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Wer den Sicherheitsexperten Ray Breslin (Sylvester Stallone) austricksen will, muss sich schon etwas einfallen lassen - denn der Haudegen konstruiert Hochsicherheitsgefängnisse auf der ganzen Welt und testet sie im Selbstversuch auf ihre Ausbruchsicherheit. Nach acht Jahren ungebrochenen Erfolgs willigt er in einen allerletzten Job ein: Als Terrorist getarnt soll er ein "Das Grab" genanntes, verstecktes High-Tech-Gefängnis auf Herz und Nieren prüfen. Kaum angekommen, wird Breslin Zeuge eines brutalen Mordes, den ein sadistischer Wärter an einem Insassen begeht. Als Gefängnisdirektor Willard Hobbes (Jim Caviezel) versucht, den Vorfall unter den Teppich zu kehren, beschließt Breslin, seinen Undercover-Einsatz durch einen vorab vereinbarten Evakuierungs-Code abzubrechen, um das Verbrechen öffentlich zu machen. Den Gefängnisdirektor interessiert dieser Code allerdings wenig: Er will den Mord vertuschen und dafür sorgen, dass Breslin im Gefängnis festgehalten und so mundtot gemacht wird. Zum ersten Mal ist Breslin tatsächlich selbst inhaftiert und es bleibt ihm nichts anderes übrig, als seinen Auftrag fortzusetzen. Zusammen mit dem undurchschaubaren Häftling Emil Rottmayer (Arnold Schwarzenegger) schmiedet er einen Fluchtplan, muss aber bald feststellen, dass er in einer meisterhaften Umsetzung seiner eigenen Sicherheitsempfehlungen gefangen ist. Um zu entkommen, muss Ray also die nicht vorhandene Lücke in seinem eigenen System finden.
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Kritik

Was haben wir nicht lange darauf gewartet, bis Arnold Schwarzenegger und Sylvester Stallone in einem gemeinsamen Film aufeinandertreffen. Rund zwei Jahrzehnte zu spät kam es in den beiden "Expendables"-Filmen endlich dazu, jedoch mit fadem Beigeschmack, denn gemeinsame Szenen waren an einer Hand abzuzählen. Nachdem die beiden in ihren Soloprojekten in jüngster Zeit katastrophal an den Kinokassen gescheitert sind (Stallones "Shootout" spielte in den USA nur 9,5 Millionen Dollar ein, Schwarzeneggers "The Last Stand" nur 12 Millionen) und damit bewiesen haben, dass ihre besten Zeiten definitiv vorbei sind, bekommen Fans der in die Jahre gekommenen Action-Ikonen nun tatsächlich den Film, auf den sie gewartet haben. "Escape Plan" nennt sich der neue Action-Thriller von Mikael Håfström ("The Rite – Das Ritual", "Zimmer 1408", "Entgleist"), in welchem er nun beide Seite an Seite (die Muskeln) spielen lässt.

Schauplatz ist hierbei ein hochmoderner Superknast, aus dem ein Entkommen unmöglich erscheint. Gemeinsam muss das Action-Duo nun versuchen, einen geeigneten Fluchtplan zu entwickeln, sich gegen Insassen und Wärter zur Wehr zu setzen, den skrupellosen Gefängnisdirektor Hobbes (Jim Caviezel) auf Abstand zu halten und den Plan letztendlich in die Tat umsetzen. Der Aufbau erinnert dabei stark an die erste Staffel der Tv-Serie "Prison Break", angereichert mit zahlreichen Macho-Sprüchen und einigen Querverweisen an frühere Werke der beiden. Auch wenn der Plan nicht die Komplexität seines Vorbilds erlangt und an einigen Stellen mit Logiklöchern zu kämpfen hat, ist "Escape Plan" letztendlich tatsächlich spannender und unterhaltsamer ausgefallen, als man zunächst angenommen hätte. Der Humor wirkt, anders als in "Expendables", nicht  aufgesetzt und wird geschickter platziert, Spannung wird konstant aufrechterhalten und kleinere Actioneinlagen lockern das Geschehen immer wieder gekonnt auf.

Neben den beiden Actionstars ist "Escape Plan" auch in seinen Nebenrollen namenhaft besetzt. Dabei glänzt vor allem Jim Caviziel als eiskalter Direktor, den scheinbar nichts aus der Fassung bringen kann und der immer einen Schritt voraus denkt. Amy Ryan ("Gone Baby Gone") und Vincent D'Onofrio ("The Cell") sind dagegen nur physisch (kurz) präsent, während Sam Neill ("Jurassic Park") durch die wohl peinlichste Szene des Films in Erinnerung bleibt (Stichwort: Hippokratischer Eid). Wie 50 Cent sich erneut neben dem Staraufgebot in den Film schummeln konnte, bleibt wohl ein ewiges Rätsel in Hollywood. Zumindest fällt sein Auftritt weniger nervig und aufdringlich auf, was wohl als Steigerung gesehen werden kann.

Sylvester Stallone und Arnold Schwarzenegger spielen ihre Rollen genau so runter, wie man die beiden kennt – entweder man liebt sie, oder man hat genug davon. Dabei setzt immerhin Schwarzenegger ein paar unerwartete Glanzpunkte: Wer den Film im Original schaut, darf sich in einer herrlich überdrehten Szene, in der Schwarzenegger in bester Overacting-Manier auftrumpft, sein Geschimpfe auf Deutsch anhören, was in einer synchronisierten Fassung sicher nur noch halb so amüsant wirkt. Generell ist von der deutschen Version abzuraten, denn Schwarzenegger wurde diesmal von einem neuen Synchronsprecher vertont.

Zur Disc-Veröffentlichung: "Escape Plan" ist seit dem 27. März auf DVD und Blu-Ray im Handel erhältlich. Neben einer deutschen und einer englischen Tonspur findet man auf der Disc noch umfangreiches Bonusmaterial, darunter ein 20-minütiges Making Of, zwei weitere Featurettes mit einer Lauflänge von insgesamt 35 Minuten, entfallene Szenen sowie diverse Trailer. Bild und Ton hinterlassen dabei einen positiven Eindruck.

Fazit

Wer darauf gewartet hat, darf sich auch freuen: Sylvester Stallone und Arnold Schwarzenegger spielen endlich einen kompletten Film hindurch Seite an Seite. Dabei bekommen es die beiden mit einem scheinbar unüberwindbaren Sicherheitssystem, einer Horde Gegner, einigen Logikfehlern und kleinen Albernheiten zu tun. Doch unterm Strich ist "Escape Plan" dann doch eins: sehr unterhaltsam. Vorhaben geglückt!

Autor: Sebastian Stumbek

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