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Katniss Everdeen konnte von den Rebellen aus der Arena gerettet werden und in dem zerstört geglaubten Distrikt 13 in Sicherheit gebracht werden. Für die unterdrückte Gesellschaft wird sie zur heroischen Symbolfigur des Aufstands gegen das Kapitol. Als der Krieg ausbricht, der das Schicksal Panems für immer bestimmen wird, muss Katniss sich entscheiden: Kann sie den Rebellen rund um Präsidentin Coin trauen? Und was kann sie tun, um Peeta aus den Fängen des Kapitols zu retten und Panem in eine bessere Zukunft zu führen?
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Kritik

Weltweit fiebern Fans dem Abschluss der "Die Tribute von Panem"-Trilogie entgegen, doch müssen sie sich dafür noch ein weiteres Jahr gedulden. Genau wie es schon bei "Harry Potter" oder "Twilight" der Fall war, wird das letzte zu verfilmende Buch in zwei Teile aufgespalten. Hollywood verspricht damit eine für die Vorlage würdigere Verarbeitung des Stoffes, die diesen Schritt notwendig macht. Vermutlich sind aber stets die doppelt so hohen Einnahmen, die sich daraus erzielen lassen, der wahre Motor hinter dem Ganzen. Mit "Mockingjay Part 1" stand Regisseur Francis Lawrence, der schon den zweiten Teil, "Catching Fire", verfilmte, vor der wohl schwierigsten Aufgabe im ganzen Franchise. Denn das dritte, von Suzanne Collins geschriebene Buch kommt in seiner ersten Hälfte fast vollkommen ohne Action aus. Und daraus nun einen kompletten Film zu generieren, für ein Publikum, das nach den beiden ersten Filmen mit reichlich Action verwöhnt wurde und dementsprechend, gerade für das Finale, solche erwartet, ist alles andere als einfach.

Francis Lawrence, der nach der vermasselten Verfilmung des ersten Buches (Regie: Gary Ross) die Filmreihe mit dem zweiten Teil gerettet hat, entscheidet sich dabei für den mutigeren und im Endeffekt auch richtigen Weg: Statt sich nun allerlei Quatsch aus dem Ärmel zu ziehen um den Film damit anzureichern, um ihn für das Blockbuster-geile Publikum tauglicher zu machen (siehe Peter Jackson, und was er dem simpel gestricktem "Hobbit" alles zugedichtet hat), bleibt er bewusst sehr nah am Buch und konzentriert sich dabei stark auf die Charaktere, auf die politische Lage und auf das Kreieren einer bedrohlichen Lage. Wir erleben den Aufstieg von Katniss Everdeen, die vom psychischen Wrack erneut zur Leitfigur des Widerstands gegen das Regime wird, wie sich das Volk der verschiedenen Distrikte zur großen Revolution vereint und wie sich Kapitol und unterdrücktes Volk einen Propaganda-Krieg liefern. Ohnehin war die Reihe größtenteils sehr ernst geprägt, doch mit "Mockingjay Part 1" wird es nun zunehmend düsterer und vor allem erwachsener. Themen, die hier behandelt werden, lassen sich zudem wunderbar auf unsere heutige politische Weltlage widerspiegeln. Somit ist "Mockingjay Part 1" für einen Blockbuster auch irgendwo clever.

Die Frage, ob die Zweiteilung nun Sinn macht, und ob "Mockingjay Teil 1" nun über seine zwei Stunden hinaus auch unterhalten kann, oder eben doch nur ein Hinhalten auf das eigentliche Finale darstellt, ist somit ganz einfach beantwortet: Francis Lawrence verarbeitet den Stoff erzählerisch spannend genug und dramaturgisch so geschickt und berührend, dass der Film auch ohne Action bestens auskommt und über seine knapp 120 Minuten ohne Längen bestens unterhält. Hätte man das dritte Buch auf einen einzigen Film verteilt, hätte man viele Einbußen hinsichtlich der Entwicklung der Charaktere und der Zuspitzung der politischen Lage hinnehmen müssen. Natürlich ist die Wartezeit von einem weiteren Jahr äußerst ärgerlich, und auch der Cliffhanger zum Finale ziemlich fies, doch nimmt man all das gern in Kauf für die dafür hoch angesiedelte Qualität und für Leser des Buchs angemessene Verarbeitung des Stoffes.

Kurz noch ein paar Worte zum fantastischen Cast: Mit Woody Harrelson, Liam Hemsworth, Donald Sutherland, Philip Seymour Hoffman, Julianne Moore, Elizabeth Banks, Jeffrey Wright oder Stanley Tucci versammelt sich hier ein großes Staraufgebot, dennoch stiehlt Jennifer Lawrence, die erneut ganz groß aufspielt, ihnen allen die Show.

Fazit

"Mockingjay Teil 1" dürfte wohl der am schwierigsten zu verfilmende Part sein, kommt er immerhin fast gänzlich ohne Action aus. Doch enttäuscht Francis Lawrence mit seiner Verfilmung erneut keinesfalls und schafft es, gekonnt über die rund 120 Minuten hinweg durch die gut strukturierte Geschichte hindurchzuführen, zu unterhalten, zu berühren, mitfiebern zu lassen und kontinuierlich Spannung zum Finale hin aufzubauen, in welchem es 2015 dann so richtig krachen wird. Kein bloßer Lückenfüller, sondern ein eigenständiger, kraftvoller Film.

Autor: Sebastian Stumbek

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