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Adonis, unehelicher Sohn von Ausnahmeboxer Apollo Creed, hat seinen Vater nie kennengelernt, doch die Leidenschaft liegt ihm in den Genen. Um den entscheidenden Schritt zu schaffen und eine echte Marke im Boxsport zu werden, begibt er sich nach Philadelphia, wo er sich Hilfe vom besten Freund sowie unerbittlichen Rivalen seines Vaters verspricht: Rocky Balboa.

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Kritik

In der bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhundert zurückzuführenden Genealogie des Sportfilms trägt John G. Avildsen„Rocky“ zweifelsohne eine zentrale Rolle inne. Sylvester Stallone, der nicht nur der unverzagten Hauptfigur Rocky Balboa ein Gesicht verliehen hat, er brachte auch das Drehbuch um den schlichten Geldeintreiber aus Philadelphia, der im nervenaufreibenden Finalkampf gegen den Schwergewichtsweltmeister Apollo Creed (Carl Weathers) zum Sieger der Herzen heranwuchs, zu Papier. „Rocky“ selbst initiierte eine neue sportliche Faszination unter den Jugendlichen, schwang sich auf zum populärkulturellen Meilenstein und setzte ein Franchise in Bewegung, welches bis heute ganze sechs Teile umfasst. Wie es der Lauf der Dinge in Hollywood mal so bestimmt, darf man eine gewinnbringende Ader nicht versiegen lassen. Mit „Creed – Rocky's Legacy“ kommt nun ein weiteres Werk in die Lichtspielhäuser, welches ebenfalls im „Rocky“-Universum angesiedelt wird, mit Adonis Creed (Michael B. Jordan, „Fantastic Four“) allerdings einen neuen Helden in den Spin-off-Fokus zu rücken versucht.

„Versucht“ ist hier eine ganz überlegte Wortwahl, denn auch wenn sich „Creed – Rocky's Legacy“ auf die Agenda geschrieben hat, den unehelichen Sohn von Boxer-Legende Apollo Creed zu porträtieren, steht das Narrativ fortwährend im Schatten von Rocky Balboa, der hier selbstverständlich zum nunmehr siebten Mal von Sylvester Stallone verkörpert wurde. Aber erst einmal auf Anfang: Adonis Creed hat seinen Vater niemals kennengelernt, seine Kind- und Jugendzeit verbrachte er hauptsächlich in einer Einrichtung für Schwererziehbare, bis ihn Apollos gutsituierte Gattin Mary Anne (Phylicia Rashad, „Die Bill Cosby Show“) bei sich aufgenommen hat. Was den Kampfgeist der früheren „Rocky“-Filme in „Creed – Rocky's Legacy“ gut einfängt, sind die Augenblicke, in denen sich an Adonis ganz deutlich abzeichnet, dass in seinem Inneren die Leidenschaft des im Ring getöteten Vaters vibriert – obwohl er diesen niemals kennengelernt hat. Ausflüge nach Tijuana jedenfalls stillen die Gier in dämmerigen Kaschemmen temporär, die Rückkehr ins normale Leben verspricht nur den repetitiven White-Collar-Trott.

Wir erinnern uns zurück an die Zeit, als Rocky Balboa nicht nur mit einem Fuß im halbseidenen Gewerbe tätig war und für den zwielichtigen Kredithai Tony Gazzo die Fäuste ballte, wenn es die Situation verlangte, um dann anschließend zurück in seine winzige Einzimmerwohnung zu kehren und sich seinen Schildkröten zuzuwenden. Was „Rocky“ vollbracht hat, ist das Genre selbst ein Stück weit zu transzendieren: Stallone erzählte nicht nur eine Geschichte über einen Niemand der durch seinen eisernen Willen und die Gutherzigkeit zu einem Jemand wurde, sondern auch eine Geschichte über Einsamkeit, die im stimmungsvollen Lokal- und Sozialkolorit der späten 1970er Jahre adäquaten Wiederklang gefunden hat. Creed – Rocky's Legacy gelingt es indes zuweilen auch durchaus atmosphärisch die urbanen Wahrzeichen Philadelphias einzufangen, von Rockys Denkmal, welches ihm in „Rocky III – Das Auge des Tigers“ gewidmet wurde, bis zum Museum of Art, dessen 72 Steinstufen Rocky mit einer jubilierenden Kinderschar im Schlepptau in einer besonders ikonischen Szene 1976 hochstürmte.

Was „Creed – Rocky's Legacy“ aber schadet, ist seine augenscheinliche Mutlosigkeit. Denn, obgleich die Chemie zwischen Michael B. Jordan und Sylvester Stallone, der die autoritäre Präsenz mitbringt, um den geerdeten Trainer als motivierende wie moralische Stütze gekonnt auszufüllen, wirklich stimmt und auch die Box-Sequenzen mit Schlagfolgen wie Gewehrschüsse reichlich dynamisch über die Leinwand bersten (auch mal im One Take gefilmt), muss man sich abseits jedweder rückwirkender Verklärung und stimuliertem Sentiment eingestehen: „Creed – Rocky's Legacy“ ist dramaturgisch dermaßen formelhaft, dass es ihm tatsächlich in keinem Moment gelingen mag, der Geschichte um Mentor und Schüler, um die Aussicht, Teil des American Dream zu werden und das obligatorische Love Interest (Tessa Thompson, „Selma“), neue Akzente innerhalb des Genres – oder auch der gesamten „Rocky“-Mythologie - abzuringen. „Creed – Rocky's Legacy“ verharrt kontinuierlich vor der Folie des Originals, schabloniert Szenenabläufe und pinselt Sylvester Stallone dermaßen penetrant den Bauch, dass der nostalgierte Blick auf den Italian Stallion fast schon leicht unangenehm wird.

Fazit

Dienst nach Vorschrift. „Creed – Rocky's Legacy ist zweifelsohne hochwertig inszeniertes und mindestens ordentlich gespieltes Boxer-Kino, in dem vor allem Michael B. Jordan und Sylvester Stallone beweisen, wie gut sie im Zusammenspiel harmonieren. Allerdings haben es „Nächster Halt: Fruitvale Station“-Regisseur Ryan Coogler und sein Co-Autor Aaron Covington nicht vollbracht, die Figur des Adonis Creed adäquat für den großen, persönlichen Auftritt zu etablieren. „Creed – Rocky's Legacy“ verkommt dramaturgisch stattdessen zur formelhaften Checkliste, arbeitet sich nach simplen emotionalem Kalkül an den Bausteinen des From-Zero-to-Hero-Narrativ entlang und führt in seiner mutlosen Komfortzone schlussendlich vor allem eine Sache im Schilde: Sylvester Stallone ausgiebig den Bauch zu pinseln.

Autor: Pascal Reis

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