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Unter der Führung einer Kriegerin namens Andy (Charlize Theron) kämpft eine geheime und rätselhafterweise unsterbliche Truppe von Söldnern seit Jahrhunderten dafür, die Sterblichen zu schützen. Doch als das Team für eine Notfallmission engagiert wird, werden die außergewöhnlichen Fähigkeiten enthüllt. Es liegt nun an Andy und der neuen Soldatin Nile (Kiki Layne), der Gruppe im Kampf gegen diejenigen zu helfen, die mit allen Mitteln versuchen, die Unsterblichkeit der Teammitglieder zu kopieren und damit Geld zu machen.

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Dem Schreiber dieser Zeilen fällt zum Thema Unsterblichkeit zu aller erst natürlich der Fantasy-Klassiker Highlander - Es kann nur Einen geben aus dem Jahre 1986 ein. Danach hört es aber schon auf mit gelungenen, großen Filmen über Personen, die nicht sterben und altern (!) können. Okay, außer sie werden enthauptet. Vielleicht liegt es daran, dass es häufig die Sterblichkeit ist, die wir mit den übergroßen, meist fiktiven Helden auf der Leinwand oder dem Bildschirm gemeinsam haben? Ganz ehrlich, bricht man alles herunter, was wir mit den großen Kinohelden dieser oder vergangener Tage gemeinsam haben, so bleibt letztlich doch nur die Tatsache übrig, dass Iron Man und Batman genau wie wir eines Tages in Gras beißen müssen – zumindest in der Theorie. Es ist also durchaus ein Kunststück mit einer unsterblichen Person mitzufiebern und wenn es dann, wie im Fall von The Old Guard, gleich ein ganzes Team ist, scheint die Aufgabe, daraus einen mitreißenden Film zu machen, doch sehr schwer.

Dieser Aufgabe haben sich Netflix und Skydance angenommen. Skydance ist eigentlich für große Kinoproduktionen wie die letzten Filme der gefeierten Mission: Impossible-Reihe bekannt, macht aber seit einiger Zeit auch gemeinsame Sache mit dem Streamingdienst und gemeinsam realisierten sie die hyperaktive Zeit- und Aufmerksamkeitsverschwendung 6 Underground von oder eben jetzt die Comicverfilmung The Old Guard. Gedreht von der eher unbekannten Regisseurin (Die Bienenhüterin), die damit zum ersten Mal einen Fuß in den fantastischen Film sowie ins Action-Genre setzte. Das ist ihrer vierten Regiearbeit auch anzumerken.

Ihre Regie wirkt gerade bei den Actionmomenten des etwa zwei Stunden langen Films immer leicht unsicher. Gerade im direkten Vergleich zu Netflix‘ Actionbrett Tyler Rake: Extraction  zieht The Old Guard klar den Kürzeren. Das soll nicht heißen, dass The Old Guard schlechte Gefechte serviert. Wenn es hier mit Maschinengewehren, Schwertern oder bloßen Fäusten zur Sache geht, ist das schon recht ansehnlich und erinnert immer wieder an John Wick oder Atomic Blonde. Qualitativ gleich ziehen mit den Vorbildern ist aber nicht drin und vielleicht wirkt die Action gerade deswegen immer ein wenig enttäuschend, weil sie stilistisch einfach zu sehr an bessere Vertreter des Actiongenres erinnert. Dass die Musikauswahl während dieser Szenen eher suboptimal ausgefallen ist, erhöht das Gefühl, dass The Old Guard durchaus fähig umgesetzt wurde, aber die letzten Funken einfach nicht so richtig überspringen wollen.

Was die Macher hingegen wirklich gut umgesetzt haben, ist die Mischung aus Fantasyelementen und moderner Actionästhetik. Im Grunde verquirlt der Film die klassische Thematik von den gütigen Söldnern mit einem Tüpfelchen Unsterblichkeit. Das wurde so noch nie gemacht und könnte der Grund dafür sein, warum die Produktion exklusiv für und mit Netflix umgesetzt wurde und nicht ins Kino kam. Wobei er dort eigentlich ganz gut aufgehoben wäre, denn auch The Old Guard versteht sich, wie so viele Blockbuster der letzten Jahre, als filmischer Startschuss. In diesem Fall für weitere Geschichten rund um das von Fast & Furious 8-Widersacherin angeführte Team von Nichtsterblichen. Ob diese umgesetzt werden? Das werden dann wohl die Abrufzahlen entscheiden. Sollte es zu einem Sequel kommen, darf man aber durchaus gespannt sein, denn die Welt von The Old Guard bietet durchaus Potenzial.

Potenzial hatte auch die Besetzung. Neben Charlie Theron besteht das unsterbliche Söldner-Team noch aus (Mord im Orient Express),  (Sie nannten ihn Jeeg Robot) sowie (Der Geschmack von Rost und Knochen). Alles sehr talentierte Darsteller, die vom Script aber selten wirklich etwas zu tun bekommen, selbst dann, wenn Wahrheiten auf den Tisch kommen, die die Gruppendynamik gewaltig durcheinanderwirbeln oder Liebe mit ins Spiel kommt. Auf der Seite der Guten steht Theron ganz klar im Spotlight und wer die südafrikanische Darstellerin kennt, der weiß, dass sie solche Aufgaben problemlos meistert. Sei es nun als knallharte Kämpferin oder als Mentorin für die junge Soldatin Nile Freeman (KiKi Layne, Beale Street), die während eines Einsatzes in Afghanistan von ihrer Unsterblichkeit erfährt und sich Anfangs nur widerwillig den Söldnern anschließt.

Nile und ihre Aufnahme bei Truppe ist ein essenzieller Bestandteil des Films. Im Grunde lernen wir Zuschauer gemeinsam mit Nile die Regeln dieser Welt kennen und erfahren auch welche Schattenseiten sich auftun, wenn man die Last der Unsterblichkeit auf seinen Schultern trägt. Was The Old Guard einem da allerdings vor betet ist nichts Neues und wurde so in ähnlicher Form bereits beim ollen Highlander durchexerziert, allerdings mit deutlich mehr erzählerischer Wucht und Liebe zum Detail. So steckt Nile lange Zeit im Korsett einer Fragenstellerin fest und darf erst im letzten Akt zeigen, dass sie durchaus mit den Söldnern harmoniert und dies nicht nur im Kampf.

Leider ähnlich blass bleiben die Widersacher. Während (Der Marsianer - Rettet Mark Watney) solide seine Rolle runterspielt, verkommt der britische Schauspieler , als Pharma-Tycoon Merrick zur konturlosen Randnotiz des Films. Die meisten kennen Melling mit einigen Kilos zu viel als Cousin Dudley aus den Harry Potter-Filmen. Mit seinen Auftritten in The Ballad of Buster Scruggs und Die versunkene Stadt Z konnte er aber beweisen, dass er mehr kann. Davon ist bei The Old Guard aber nichts zu erkennen, was nicht nur an ihm, sondern wohl auch am Script liegt, welches vorgibt eine große Geschichte zu erzählen, aber dann lieber im kleinen Rahmen bleibt und sich aus dieser Komfortzone viel zu selten aus eigener Kraft befreit.

Hoffen wir, dass die wahre Größe der Thematik Unsterblichkeit und die damit einhergehenden Chancen von etwaigen Fortsetzungen besser genutzt werden. So toll Highlander auch ist, es wird Zeit für einen Wechsel auf dem Thron nicht sterblicher Helden. The Old Guard kratzt zwar an diesem, mehr als eine leichte Brise unter dem Kilt des schottischen Unsterblichen wird aber nicht verursacht.

Fazit

Nichts was die Netflix-Produktion bietet ist wirklich misslungen, aber auch nichts kann die Grenze zur Begeisterung sprengen. "The Old Guard" bietet eine solide Mixtur aus Söldner-Action und etwas Fantasy-Geschwurbel. Nicht weniger, nicht mehr.

Autor: Sebastian Groß

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