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In Azeroth, dem Reich der Menschen, herrscht seit vielen Jahren Frieden. Doch urplötzlich sieht sich seine Zivilisation von einer furchteinflößenden Rasse bedroht: Ork-Krieger haben ihre, dem Untergang geweihte, Heimat Draenor verlassen, um sich andernorts eine neue aufzubauen. Als sich ein Portal öffnet, um die beiden Welten miteinander zu verbinden, bricht ein unbarmherziger und erbitterter Krieg um die Vorherrschaft in Azeroth los, der auf beiden Seiten große Opfer fordert. Die vermeintlichen Gegner ahnen jedoch nicht, dass bald schon eine weitere Bedrohung auftaucht, die beide Völker vernichten könnte. Statt sich zu bekämpfen, müssen sie nun zusammenhalten. Ein Bündnis wird geschlossen und zwei Helden, ein Mensch und ein Ork, machen sich gemeinsam auf den Weg, dem Bösen im Kampf entgegenzutreten - für ihre Familien, ihre Völker und ihre Heimat.
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Kritik

Sam Raimi wollte ihn drehen und auch Uwe Boll meldete sein Interesse an. Doch am Ende wurde es Moon-Regisseur Duncan Jones, der den seit Jahren bestehenden Konflikt zwischen Orks und Menschen vom PC auf die Leinwand brachte. Die Wahl fiel auf den Briten, da Raimi die bulligen Orks reinrassig böse zeigen wollte, was Blizzard Entertainment missfiel (warum Boll die Filmrechte nicht erhielt, muss hier wohl nicht ausgeführt werden). Tatsächlich ist Jones darum bemüht, kein zu eindeutiges Schwarz-Weiß-Denken in Warcraft: The Beginning zu implantieren.

Allerdings sind es dennoch die humanen Figuren, die hier heroisiert werden. Die menschliche Hauptfigur, der von Vikings-Star Travis Fimmel verkörperte Lothar, spielt dennoch nur die zweite Geige, denn es ist Durotan, der orkische Anführer des Frostwolfclans, der vom Script am weitesten ausgebaut wird. Die anderen Figuren kommen über den Status einer eher halbherzig ausgefüllten Schablone nicht heraus, was das Drehbuch aber nicht davon abhält diese immer wieder ins Zentrum des Geschehens zu rücken.

Das rächt sich aber spätestens dann, wenn den einen oder anderen Recken ein Schicksalsschlag widerfährt. Die verpuffen dann meist im Nichts, weil Warcraft: The Beginning zuvor beim Aufbau einer empathischen Ebene versagt hat. Es sein denn natürlich, die diversen PC-Games sind einem vertraut. Dann könnte ein mitfiebern durchaus wahrscheinlicher sein. Losgelöst von der reinen Existenz als blanker Fanservice, also als eigenständiger Film, der auch ein Publikum erreichen will welches im virtuellen Königreich Azeroth keine oder nur wenig Zeit verbrachte, leistet sich Warcraft: The Beginning zu viele Patzer.

Denn nicht nur bei den Figuren schludert der Film, sondern auch bei dem Statussymbol eines Fantasy-Spektakels. So verkommen die (insgesamt eher seltenen) Schlachten zu wenig aussagekräftigen Actionszenen ohne echte Dynamik oder gar Besonderheiten. Es gibt jede Menge CGI-Tamtam, aber keinen wirklichen Moment, der sich in den Erinnerungen festzusetzen weiß. Das präsentierte Spektakel ist nicht markant genug und recht schnell wird das kriegerische Aufeinanderprallen von Menschen und Orks nicht zu einer enttäuschenden, aber zu einer durchaus stagnierenden Angelegenheit.

Die Technik von Warcraft: The Beginning, die nach dem ersten Trailer stark im kritischen Spotlight stand, ist derweil Fluch und Segen zugleich, aber anders, als erwartet. Denn es sind nicht die digitalen Orks, die sich fremdkörperhaft anfühlen, sondern die Menschen. Während die grünen Hünen mit ihrem Knochenschmuck und (den wohl recht unpraktischen) Eckzähnen wirklich lebendig wirken und sich störungsfrei in die an den Hochleistungsrechnern der Traumfabrik entstandenen Fantasy-Reich(en) einfügen, wirken die menschlichen Darsteller immer irgendwie fehl am Platz. Wenn der tapfere Lothar und seine Ritter gegen die Orks kämpfen, könnte man meinen, es seien die Invasoren aus den orkischen Landen, die nicht aus Bits und Bytes bestehen. Irgendwie steckt dahinter fast schon ein amüsanter Kommentar: CGI wirkt echter als die Realität aus Fleisch und echtem Blut.

Ist Warcraft: The Beginning also misslungen? Nein, das wäre zu hart. Denn vor allem die Welt der Orks erweist sich als interessant. Regisseur Jones füllt diese mit hübschen Details, die nicht nur schmückendes Beiwerk sind, sondern für sich alleine auch Geschichten zu erzählen vermögen, wenn man sich darauf einlässt. Das ist vielleicht sogar die größte Stärke des Films, dass er eine fremde Welt so wunderbar und in sich stimmig präsentiert und uns über deren Sitten und Bräuche staunen lässt, dass es zu einer Art autarken Selbstläufer wird. Kombiniert mit der wirklich tollen Figur des Durotan, der einem wirklich ans Herz wächst, gelingen Warcraft: The Beginning immer wieder durchaus wohlige Momente. Nur zu einem überzeugenden Ganzen will sich das Alles nicht vermengen, auch weil die Geschichte, die hier aufgefahren wird, mit ihren Entfaltungen nicht mehr als zweckmäßig ist.

Fazit

Liebe Warcraft-Fans, schaut euch diesen Film an. Regisseur Jones bietet euch eine Fülle von kleineren und größeren Anspielungen sowie Verweisen und versucht die Welt der Orks und Menschen so originalgetreu wie nur eben möglich auf die Leinwand zu bannen. Wer aber von Warcraft: The Beginning mehr erwartet, als das sture Abhaken der Fanservice-Liste, dürfte enttäuscht sein. Abseits von seiner Gefälligkeits-Attitüde erweist sich der Film als durch und durch gewöhnliches Fantasy-Spektakel, das über seine schludrig charakterisierten Figuren stolpert.

Autor: Sebastian Groß

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