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Simon und Robyn sind ein junges Paar, der Leben bislang genau nach Plan verlief. Doch dann treffen sie zufällig einen alten Bekannten von Simon, und ihre ganze Welt gerät aus den Fugen. Simon erkennt Gordo zuerst gar nicht, doch nach einigen Begegnungen und mysteriösen Geschenken kommt ein schreckliches Geheimnis aus der Vergangenheit ans Tageslicht. Robyn muss sich die Frage stellen, wie gut sie ihren Mann wirklich kennt und was damals zwischen ihm und Goro geschah.
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Kritik

Die Winterzeit naht, der erste Schnee fällt und so langsam stellen sich die Menschen auf den Weihnachtsabend und jede Menge Geschenke unterm Weihnachtsbaum ein. Dass so ein Geschenk nicht automatisch etwas Gutes oder gar Erfreuliches darstellen muss, veranschaulicht uns Schauspieler, Drehbuchautor und neuerdings auch Regisseur Joel Edgerton ("Warrior“) in seinem neusten Film "The Gift". Edgerton selbst zeichnete sich in der letzten Zeit ja nicht nur als durchaus begabter Mime aus, sondern auch als fähiger Schreiberling. So stammt zum Einen die Idee zu David Michôds "The Rover“ aus Edgertons Gehirnzellen, zum Anderen zeigt er sich auch für die Story des bald startenden „Jane got a Gun“ mit Pistolero-Braut Natalie Portman verantwortlich. Mit "The Gift“ präsentiert uns der Australier nun den ersten Langfilm, der komplett auf sein eigenes Konto geht, sowohl Regie, als auch Drehbuch und sogar eine Hauptrolle übernahm Edgerton bereitwillig, was "The Gift“ wohl durch und durch zu seinem eigenen Film macht. Und wie der überaus positive Metacritic-Score von 7.7/10 schon verrät, kommt Edgertons Psychothriller durchaus gelungen daher. 

Und das soll auch in dieser Kritik unterstrichen werden, obwohl sich der Kritiker nicht ganz so euphorisch zeigt, wie manch anderer Schreiberling. Dass man von nun an aber einen ganz genauen Blick auf die zukünftigen Regiearbeiten des Herrn Edgerton werfen sollte, macht "The Gift“ ohne große Diskussion sehr deutlich. Im Geiste eines David Fincher ("Gone Girl") oder gar Alfred Hitchcock ("Vertigo") brilliert "The Gift“ durch eine äußerst ruhige und dennoch spannungsgeladene Bildsprache sowie eine bedrückende und gleichsam realistische Atmosphäre. Sowohl Drehbuch als auch Regie evozieren hier ein absolut realistisches Gefühl, die Figuren wirken echt, greifbar und machen innerhalb der wendungsreichen Geschichte diverse mitreißende Entwicklungen durch. Und dies zieht vor allem den Zuschauer in den Bann dieser Figuren. 

Großartig aufspielen tun unsere drei Hauptdarsteller nämlich allesamt. Edgerton meistert die Rolle des unheimlichen Gordo absolut zufriedenstellend, Jason Bateman ("Kill the Boss 2") darf ausnahmsweise in eine andere Rolle als die des frustrierten Hampelmanns schlüpfen (was ihm ausgesprochen gut steht) und gerade Rebecca Hall ("Iron Man 3") zieht den Zuschauer durch ihr intensives und nachvollziehbares Spiel in den Bann ihrer Figur. Dieser Umstand der Nachvollziehbarkeit, der charakterlichen Ambivalenz, die uns Edgerton in seiner Geschichte präsentiert, avanciert dann auch ganz schnell zu einem der wichtigsten Errungenschaften von "The Gift“. Denn wenn man es mal etwas nüchterner betrachtet, hat der Zuschauer es hier eigentlich "nur“ mit einem relativ typischen Stalkerthriller zu tun, der in Sachen Spannungskurve und narrativem Aufbau wenig Experimente eingeht und sich eher auf bereits Bewährtes verlässt. Das führt dann gerade in der zweiten Hälfte des Films zu einigen Längen, wenn die 108 minütige Laufzeit ein ums andere Mal strapaziert wird und das sonst gute Pacing ins Wanken gerät. Eine knackigere Laufzeit von circa 90 Minuten hätte der Spannung des Films sicherlich gut getan. 

Und doch soll nicht unter den Teppich gekehrt werden, dass "The Gift“ von einer erstaunlich wirksamen Grundspannung lebt und den Gefühlszustand seiner Figuren immer greifbar auf den Zuschauer überträgt. Da darf mitgelitten, mit-geängstigt und mitgehasst werden, Edgerton lässt sich auf dem Weg zum großen Finale einiges einfallen, um den Zuschauer bei der Stange zu halten. Zwar mag der finale Twist des Ganzen den aufgebauten "shock-value“ dann etwas überstrapazieren, mangelnde Konsequenz kann man dem Film dabei aber nie vorwerfen. So avanciert "The Gift“ durchaus zu einer Überraschung im Suspense-Thriller-Genre, weiß Joel Edgerton doch gekonnt die Stärken des Genres aufzunehmen, mit diesen zu spielen und sie in ein funktionierendes Ganzes zu verwandeln. Gerade die tollen darstellerischen Leistungen und die realitätsnahen Figuren setzen noch einiges an emotionaler Intensität auf das Endprodukt drauf, die Inszenierung geht besonnen und mit einem Auge für hübsche Einstellungen vor und auch der ein oder andere Jump-Scare mag durchaus funktionieren. Dem Hype mag "The Gift“ in den Augen des Kritikers aufgrund der leicht überdehnten Laufzeit und einigen narrativen Schnitzern dann vielleicht nicht ganz gerecht werden, eine absolut positive Überraschung ist Edgerton hier aber dennoch durch und durch gelungen.

Fazit

Jeder Kinoliebhaber, der zu dieser kalten Jahreszeit auf der Suche nach einem intensiven und spannenden Suspense-Thriller der alten Schule ist, sollte sich Joel Edgertons "The Gift“ nicht entgehen lassen. Zwar hakt es hier und da noch am Pacing und der Erzählung, aufgrund der äußerst wirksamen Bildsprache, dem erstaunlich konstanten Spannungsbogen und ein paar großartigen Darstellerleistungen, avanciert der Film aber zu einem der interessantesten Stalkerthriller der jüngeren Zeit.

Autor: Thomas Söcker

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