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Auch im sechsten Teil des Franchises treten Ian Ziering, Tara Reid, Cassie Scerbo, Vivica A. Fox und Judah Friedlander wieder der globalen Katastrophe entgegen. Der glorreiche Held Fin (Ian Ziering) hat bereits überall auf der Welt gegen die Haie gekämpft und sprengt nun in einer letzten Mission auch die Grenzen von Zeit und Raum.

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Es gibt Dinge, die scheinbar zufällig entstehen, die jedoch in den abstraktesten Konsequenzen münden können: So kann auch ein misslungener Film in all seiner Schlechtheit über eine gewisse Qualität verfügen, er kann gesellschaftliche und politische Hintergründe aufdecken oder aber aufgrund der Abstrusität seiner Handlung oder dem Scheitern der stilistischen Qualitäten eine humoristische Wirkung haben. Problematisch kann es werden - und das ist ein allgemeiner Trend in unserer Gesellschaft - wenn versucht wird, das sich zufällig ergebende zu konzeptionieren. In unserer Gesellschaft muss alles käuflich sein oder zumindest frei zugänglich sein, jedes Gefühl und jede Regung muss jederzeit einsehbar sein. So muss es natürlich  auch ein semi-anerkanntes Trash-Genre geben, das ähnlich wie andere Genres über Regeln verfügt. 

Vielleicht lohnt es sich jedoch auch gar nicht von Regeln zu sprechen, sondern genügt es diese Entwicklung, für die die Sharknado-Reihe sicherlich repräsentativ ist, auf eine Regel zu reduzieren: Alles ist erlaubt. So banal das nun zu wirken scheint, desto wichtiger ist es jedoch für das Scheitern dieser Filme. Trash lebt natürlich von klar erkennbaren Ausuferungen, die jedoch nur funktionieren können, wenn sie sich abheben. Sobald der gesamte Film eine einzige Ausuferung darstellt, werden die Ausuferungen ihrer Gesamtheit wieder zu einer eigenen Form von Normalität: Der Trash ist entzaubert und es bleibt ein schlecht gedrehter Film. Beim letzten Kapitel Sharknado 6 ist dies ebenso stark zu beobachten wie bei den sowieso schon wenig ansprechenden Vorgängern.

Ein weiteres Indiz für das Scheitern dieses Filmes trägt zum arg konzeptionellen und durchschaubaren Charakter des letzten Kapitels bei. Das eigene Feiern des Kultstatus ist ebenso penetrant wie unangebracht. Schließlich hat der Hype um die Filme, die am Anfang zumindest als etwas Neuartiges erschienen, im Laufe der Zeit nachgelassen. Waren die ersten drei Teile noch durchaus im Gespräch, hat der Zuschauer spätestens nach dem vierten Teil das Interesse verloren. Das ist interessanterweise auch der Teil der Reihe, der als erster Film in eine einzige Abstrusität abgewichen ist, wobei natürlich auch schon die ersten drei Teile nicht sonderlich geschmackvoll waren. Spätestens in Sharknado 6 wird durch die Wiederholung jedoch klar: Ob Dinos, Weltraumschlachten oder eine Welttour. Hier ist alles möglich. 

Und dennoch ist die Sharknado-Reihe sehr leerreich und funktioniert gewissermaßen als Analogie auf das aktuelle Mainstream-Kino. Durch den Hype und  die geringen Produktionskosten rentierte es sich, ein Sequel nach dem anderen zu drehen. Und weil es in unserer heutigen Zeit immer eine Steigerung geben muss, müssen die Filme natürlich auch immer extremer werden. Ähnliches beobachten wir auch, wenn wir einen Blick auf die Blockbuster werfen: Es muss immer ein Haus mehr explodieren, es reicht nicht ein Leben zu retten, nicht einmal die Welt, es muss das gesamte Universum sein, es reicht nicht von einem Menschen begehrt zu werden, man muss zur allgemeingültigen Sex-Bombe avancieren. Es reicht nicht mehr einfach Mensch zu sein, es reicht nicht einfach Film zu sein, es reicht nicht aus einfach Trash zu sein. 

Fazit

"Sharknado 6" ist wie ein Blockbuster unter den Trash-Filmen: Ein Teil einer totgelaufenen Reihe, in der es immer höher, immer größer und immer abstruser werden muss. Dabei würde ein Moment der Ruhe, ein Moment der Ernsthaftigkeit, viel effektiver sein und die Mauer der unbändigen Langeweile durchdringen. 

Autor: Maximilian Knade

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