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Als politischer Flüchtling der Herrschaft Fidel Castros entflohen, sucht Tony Montana (Al Pacino) das Glück in den USA. Doch schnell hat er genug vom Klischee des Amerikanischen Traumes, sich vom Tellerwäscher hochzuarbeiten und verdingt sich schnell in Drogengeschäften. Durch seine direkte und vorlaute Art arbeitet er sich schnell nach oben und knüpft Kontakte zu bedeutenden Drogenbossen. Doch schon bald danach wird ihm sein unbändiger Drang, immer weiter noch oben zu kommen, zum Verhängnis...
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Kritik

In loser Weise fand 1983 das Remake des 1932 gedrehten Gangsterdramas von Howard Hawks den Weg in die Kinos, den Thrillerexperte Brian de Palma auf eine neue Ebene hieven sollte. Dabei durfte Al Pacino die Titelrolle übernehmen und ist somit ein Alter Ego des einst gezeigten Al Capone. Doch weniger verbunden mit gediegener Gangsterromantik oder biederer Schwarz/Weiß-Ästhetik verlagerte sich der Film in ein modernes Miami, mit Anleihen der rauhen Straßenwelt, die die 70er authentisch vorgelegt hatten.

Mit "Scarface" hatte also eine popkulturelle "Miami Vice"-Textur Einzug gehalten und vermischte das in Zügen mit realitätsgetreuer Hinterhofstimmung eines "French Connection". Dabei wird Montanas Werdegang klar definiert aufgezogen. Schnell als Vollstrecker und Nimmersatt gebrandmarkt, arbeitet er sich in gerade mal dreißig Spielzeitminuten zum resepktierten Handlanger für einen Drogenmogul hinauf. Es hätte der ein oder andere Abschnitt Hintergrund mehr gut getan, um die Nachvollziehbarkeit zu erhöhen. Sonst zeigt sich unser Antiheld wie die Axt im Walde, die ein wenig zu gerne von den Bossen angenommen wird. Da hätte ein wenig mehr Misstrauen ihrerseits der Glaubwürdigkeit gut getan, so verschwimmt Montanas Aufstieg etwas zur Floskel des typischen Senkrechtstarters.

Es verläuft also die Karriereleiter von Scarface doch etwas zu linear, auch wenn er sich früh mit der berühmten Kettensäge auseinandersetzen musste. Damit wird einerseits ein Mythos kreiert, andererseits das Bild des Antihelden ein wenig absurd überspitzt. Das macht auch bei anderen Figuren keinen Halt, denn so gutmütig sein Mentor Frank Lopez auch sein mag, so lächerlich wirkt er auf Knien rutschend, wenn man seine Stellung als Befehlshaber mit einbezieht. Auch die Femme fatale hat dieses Manko inne. Man mag ihr nicht abnehmen, dass sie getrieben und superzynisch vor sich hinvegetiert und erst in Aktion tritt, wenn sie selbst in gleicher Weise noch zu Boden getreten wird - so langweilt sie sich bei ihrem ersten Ehemann, lässt sich nur halbherzig für Montana gewinnen und zickt bei ihm ungehindert weiter. Dagegen funktionieren die Straßengesetze und das entsprechende Gehabe etwas besser, bauen aber zu wenig reale Bezüge für den Wert eines authentischen Gangsterfilmes auf. Wen das nicht stört, darf sich gerne für die eigens erstellte Dynamik begeistern, und hier greift wunderbar ein Zahnrädchen ins Nächste.

Ebenfalls ein Teil des Filmes - und ein viel diskutierter noch dazu - stellt die Gewalt des Filmes dar. Doch außer Blutspritzern und Einschusslöchern ist hiervon nichts Verwerfliches zu erkennen; dieser bildhafte Gewaltgrad war schon in "Der Pate" ein vergleichbarer gewesen. In seiner Aufmachung markiert "Scarface" gar noch etwas mehr die Weggestaltung zum stylishen Gangsterepos, wobei die Musik etwas Synthi-typisch dahinschwabbelt. Auch in der Inszenierung muss der Film mit ein paar Längen kämpfen. Hier dauert es beispielsweise gefühlt zu lange, bis zwei Auftragskiller erst ihre Waffen mit Tüchern verdecken, sich von einem Clown ablenken lassen, um endlich ihrer "Arbeit" nachzugehen und dazu ganz unverblümt den Raum einnehmen. Die Absicht war klar, nur ziehen sich solche und andere Kleinigkeiten ein wenig wie Kaugummi und lassen nur bedingt Spannung aufkommen, während solche Hämmer wie die schon erwähnte Kettensägeszene einem ordentlich den Atem rauben können. Das zeugt von nicht wenigen Timingfehlern und dem Recycling von gleichen Stilmitteln, die nicht beständig funktionieren.

Dennoch hat der Film seine ganz starken Momente, und die hat er eigentlich immer Al Pacino zu verdanken. Dieser saugte Tony Montana regelrecht in sich auf und machte daraus eine nach außen gekehrte Version eines Michael Corleone. So oder so, Pacino wusste seine Verbrecherrollen stets auf ein neues Level zu hieven, was ihm auch hier in jeder Phase des Filmes gelang. Danach kommt lange, lange nichts. Einzig die üblichen Verdächtigen können hier noch ein ordentlichen Niveau erreichen, was ein bisschen mit der Belanglosigkeit epochal bedingter Nebenrollen des modernisierten Gangsterfilmes einhergeht. Hierbei hat der Popkulturfaktor leider etwas durchgängig schlechtes zur Kinohistorie beizutragen gehabt und wirkt tatsächlich in Zügen wie ein klischeebehangener Abklatsch gelungener Klassiker selben Kalibers.

Fazit

Dieses brutale Stück Kino hat sehr wohl Kultcharakter, wenn man sich den Umständen der Geschichte öffnen kann. Doch für einen Dramahammer der Marke "Miami Vice" oder "Der Pate" ist "Scarface" zu brachial sowie linear ausgefallen, und das ein oder andere Ideenloch wurde nur müßig mit Inhalt gefüllt. So stottert sich die Story ab der Mitte zu seinem unweigerlichen Ende entgegen, die vorrangig von der überirdischen Performance Al Pacinos gehalten wird. Damit war ein Antiheld geboren, der ohne Rücksicht auf Verluste die Welt beherrschen wollte und irgendwo mittendrin versagte. Schade, dass dem Film dieser Weg ebenfalls verwehrt blieb. Doch für einen Überfilm ist das Setting zu cineastisch und in sich geschlossen gehalten worden, was im Gegenzug zumindest dafür sorgte, dass das Werk seine beinharten Fans um sich scharen konnte.

Autor: Sascha Wuttke

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