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Inhalt

Aus der Sicht einer Einheit amerikanischer Soldaten beginnt der Film am Tag der historischen D-Day-Invasion des 2. Weltkrieges mit der Landung am Strand. Von hier aus startet die Einheit zu einem gefährlichen Sonderauftrag: Captian John Miller muss mit seinen Männern hinter die feindlichen Linien dringen, um den Gefreiten James Ryan zu finden, dessen drei Brüder auf dem Schlachtfeld gestorben sind. Angesichts dieser schier unlösbaren Aufgabe beginnen die Männer an ihren Befehlen zu zweifeln. Warum acht Leben riskieren, um eines zu retten ? Umgeben von der brutalen Realität des Krieges sucht jeder nach seiner eigenen Antwort. Und sie suchen nach der Stärke, über die unsichere Zukunft mit Ehre, Anstand und Mut zu triumphieren.

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Kritik

Omaha Beach; Das Meer und der Sand färbt sich rot. Gellende Schreie, Explosionen und Gewehrschüsse sind die Geräuschkulisse. Verletzte und verstümmelte Soldaten taumeln und fallen zu den unzähligen anderen Leichen am Strand. Gestandene Männer weinen; aus Angst, aus Schmerz und wegen dem Verlust geliebter Kammeraden. Ohne Ablass dröhnen die Maschinengewehre der Gegner. Mörser schlagen neben den alliierten Truppen ein und zerfetzen Körper. Ein Albtraum. Und mittendrin Tom Hanks als US Soldat, welcher versucht seine Männer aus der Hölle zu befreien. Die erste halbe Stunde von Steven Spielbergs Kriegsfilm Der Soldat James Ryan machen deutlich, dass Krieg die Hölle auf Erden ist. Ohne Rücksicht auf Verluste hält Spielberg seine Kamera auf alles, wo andere schnell wegschwenken würden. Somit ist der Film auch dementsprechend brutal ausgefallen. Brutaler als die anderen Filme von Spielberg. Doch genau dies ist nötig um einen guten Kriegsfilm zu drehen. Krieg sollte niemals als Schauplatz für bloße Actionszenen genutzt werden. Krieg ist grausam, Krieg ist sinnlos und genau dies sollten Kriegsfilme, ohne Rücksicht auf den Zuschauer, vermitteln.

Nehmen wir die Genrereferenzen Platoon oder Apocalypse Now. Hier wird der Wahnsinn des Krieges gezeigt. Der Zuschauer sieht sich die Filme mit einem unguten Gefühl an. Wir fühlen förmlich den Irrsinn. Ähnlich verhält es sich bei der Anfangssequenz von Der Soldat James Ryan. Vielleicht gehört diese Szene zu den beeindrucktesten und auch bedrückendsten Szenen der Filmgeschichte. Hier stimmt alles. Der Sound dröhnt aus den Boxen, die Bilder sind grausam und der Zuschauer ist gefesselt und schockiert zugleich. Spielberg Eröffnung ist phänomenal inszeniert. Hier zeigt sich, dass er zu einem der besten Regisseure gehört. Die dynamische Kamera lässt den Zuschauer ganz nah am Geschehen sein und wirkt realistisch, ohne zu stören. Noch während dieser Szene wird klar, hier könnte Großes geschaffen worden sein. Leider kann der Film schlussendlich nicht das halten, was zu Beginn noch suggeriert wird. Der Soldat James Ryan wird niemals eine Klasse von Platoon oder Apocalypse Now erreichen. Obwohl Spielberg viel mehr richtig als falsch macht, fehlt es schlussendlich an Mut.

Erkennbar ist dies an der Story. Diese ist unnötig pathetisch und heldenhaft. Zudem, auch wenn sie ähnlich passiert sein soll, wirkt sie zu aufgesetzt und unwahrscheinlich. Darüber kann man gegebenenfalls noch hinweg sehen. Vielmehr sind es die Stereotypen, welche störend wirken. Es gibt nur Gut und Böse. Besser gesagt; Die Amerikaner sind gut und die Deutschen sind böse. Schlimmer noch; Die Amerikaner werden glorifiziert und die Deutschen verteufelt. Und das nervt auf Dauer. Dass deutsche Soldaten nur unnötige Befehle ausführen wird nicht einmal thematisiert. Jeder Deutsche, welcher im Film erscheint, ist das Abbild des Teufels. Somit wird ihr Tod gerechtfertigt. Doch das gleiche Problem gibt es auch auf der amerikanischen Seite. Nach der bereits erwähnen Anfangssequenz ist nur noch wenig vom Wahnsinn des Krieges spürbar. So drehen die Soldaten bei Platoon und Apocalypse Now nach und nach durch, was übrigens nachvollziehbar ist. Bei Spielberg werden alle Amerikaner glorifiziert. Sie folgen ohne Zögern ihren Befehlen, handeln steht’s mit Bedacht und tun alles für ihr Vaterland. Nur äußerst selten lässt Spielberg die Fassade des Elitesoldaten bröckeln und vermittelt so ein falsches Bild vom Krieg.

Wer darüber hinweg sieht bekommt einen Kriegsfilm geboten, der technisch auf dem höchsten Niveau ist. Die Kameraarbeit ist nicht zu Unrecht mit dem Oscar ausgezeichnet worden. Trotz dynamischer Bewegung haben wir nie den Wackelkameraeffekt oder gar ein Schnittgewitter. Dies im Zusammenspiel mit dem erstklassigen Sound lässt es so wirken, als wäre man mittendrin. Die Darsteller sind ebenfalls prominent besetzt. In ein oder zwei Szenen nimmt man ihnen die Rolle zwar nicht ganz ab, darüber ist aber hinweg zu sehen. Tom Hanks beweist hier mal wieder, dass er zu den besten Schauspielern gehört. Zwar ist keine weitere Rolle so ausgebaut wie jede von Hanks, jedoch machen auch die Nebendarsteller eine gute Figur. Allen voran Edward Burns und Giovanni Ribisi. Leider verblassen wiederum andere neben der geballten Schauspielkraft der Riege. Somit ist Der Soldat James Ryan weit davon entfernt, ein schlechter Film zu sein. Spielberg hat einen intensiven Kriegsfilm geschaffen, welcher auch heute noch gut funktioniert und, sofern man dies überhaupt über einen solchen Film sagen darf, zu unterhalten weiß.

Fazit

Wenn das Drehbuch gestimmt hätte, hätte Spielberg einen Kriegsfilm erschaffen können, welcher mit "Apocalypse Now" gleichzusetzen wäre. Doch so bekommen wir einen unglaublich amerikanischen Film geboten, welcher aus technischer Sicht zu hundert Prozent überzeugt, aber irgendwie nicht die Sinnlosigkeit und den Wahnsinn des Krieges wiederspiegelt. Immer noch besser als die meisten anderen Filme des Genres, aber es fehlt einfach das gewisse Etwas.

Autor: Christian Kühnemann

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