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Dieses Mal verschlägt es den Security Wachmann Paul Blart (Kevin James) nach Las Vegas, wo die Security Guard Expo stattfindet. Seine Teenager-Tochter Maya begleitet ihn auf dieser Reise, ehe sie bei ihrem Vater ausziehen wird, um aufs College zu gehen. Während des Kongresses entdeckt Paul versehentlich einen Raubüberfall und es liegt mal wieder an ihm, die Gangster dingfest zu machen...

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Kritik

"He's the hero we need AND the hero we deserve", prahlt Produzent Todd Garner im Presseheft zu "Der Kaufhaus Cop 2", dem Comedy-Sequel, nach dem niemand gefragt hat. Über dieses mehr als lächerlich platzierte "The Dark Knight"-Zitat hinaus kommen aber auch alle anderen Beteiligten nicht mehr aus dem Schwärmen über den Film und seine Schauspieler hinaus. Bei allem Herumgeblödel ging es schließlich vor allem um die Figuren und das immens große Herz des Films. Die bittere Wahrheit: Genau wie die Filme seines Buddys Adam Sandler, hat die neue Kevin James-Komödie kein Herz. Es gibt immer wieder kleine sentimentale Szenen, die das suggerieren, in Wahrheit aber ist "Der Kaufhaus Cop 2" nur ein hohler, platter, verlogener und vor allem himmelschreiend fauler Film, der die amerikanische Komödie zu Grabe tragen würde, wenn über deren Grabstein nicht schon längst Unkraut wuchern würde.

Dass all das bereits abzusehen war, ist natürlich klar, ändert aber nichts an dem Umstand, dass man sich als Zuschauer dennoch durch den Film quält. "Der Kaufhaus Cop 2" ist genau die Art Fortsetzung, die entsteht, wenn der Vorgänger 183 Millionen Dollar einspielt. Noch viel mehr ist es aber die Art Film, die entsteht, wenn niemand, und ich meine niemand der Beteiligten, auch nur im entferntesten Sinne Interesse daran hat, einen guten Film zu machen. Es gibt Regisseure, die das immerhin noch zugeben. Etwa Uwe Boll, der sich keinen feuchten Dreck um Videospiele schert und offen zugibt, es nur des Geldes wegen gemacht zu haben. Widerlich und verachtenswert, ja, aber immerhin ehrlich. "Der Kaufhaus Cop 2" ist Kommerzprodukt durch und durch, und die Tatsache, dass Regisseur, Autor, Produzent und sämtliche Schauspieler uns das Gegenteil weismachen wollen, macht diesen sowieso schon ungenießbaren Film noch eine ganze Ecke unerträglicher.

Denn "Der Kaufhaus Cop 2" ist zum Erbrechen faules Filmemachen.Der Plot ist dünner als dünn, schon tausend Mal gesehen, witzlos aufbereitet und recycelt den ersten Teil - was man im Grunde genau so über sämtliche Gags sagen kann. Das Problem beim Humor des Films ist aber nicht nur, dass er uns staubigen Dicken-Slapstick als brüllend komisch verkaufen möchte, sondern dass er sich auf verachtenswerteste Weise über seinen Protagonisten lustig macht. Die Ereignisse des ersten Teils werden in den Anfangsminuten weitergeführt: Blarts große Liebe hat ihn sechs Tage nach der Hochzeit verlassen und seine geliebte Mutter wurde von einem Auto Milchwagen überfahren, wonach der eh schon weinerliche und unsichere Kaufhaus-Cop in eine Identitätskrise gerät (er schläft sogar mit Nachtlicht, verrät uns seine Tochter im Laufe des Films). Es mutet moralinsauer an, einer albernen Komödie dies vorzuwerfen, aber es ist alles andere als lustig, mit welchem Hohn der Film einem diese Schicksalsschläge verkauft.

In einem anderen Film wäre Paul Blart womöglich ein Psychopath (wenn er das hier nicht schon längst ist, nur dass der Film es eben als lustig darstellt). Ein zutiefst gestörter Mensch, der - wie es im Film sogar einmal angemerkt wird - in seinen Machtphantasien lebt. Sich die Psyche seiner Hauptfigur zum Thema zu machen, ist nichts Neues für eine Komödie - aber natürlich interessiert sich keiner an der Produktion von "Der Kaufhaus Cop 2" wirklich dafür. Blart ist immer Ziel des Witzes, nicht Teil davon. Wir sollen über ihn und nicht mit ihm lachen. Und Kevin James ist sich dessen anscheinend bewusst (oder eben auch nicht) und stolpert, rollt und grimassiert nur so durch den Film, läuft gegen Wände und Glasscheiben, macht alles was lustige Dicke eben so machen. Sowieso gibt es ja nichts Witzigeres als dicke Menschen, die keine Freu(n)de und keine Liebe in ihrem Leben haben. Die sich vor allem fürchten und alles vermasseln. Und es gibt nichts Schöneres, als im Kino über sie zu lachen. 

Fazit

Im Grunde macht "Der Kaufhaus Cop 2" alles falsch. Keine einzige originelle Idee, kein einziger zündender Gag. Nur chaotisches Sketch-Chaos ohne Herz, Seele und einen Funken Interesse für Plot, Humor und seine Figuren. Also im Grunde genau die Art Komödie, die uns seit mehreren Jahren aus dem Hause Sony überrollt. Mit Kino hat das nichts mehr zu tun. Und mit Humor erst recht nicht. Fin de cinéma.

Autor: Nikolas Friedrich

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