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Angetrieben von seiner ehrgeizigen Ehefrau und der Prophezeiung, Herrscher von Schottland zu werden, ermordet der Heerführer Macbeth König Duncan und besteigt den Thron. Von Habgier und Machthunger getrieben, beseitigt das Paar in der Folge alle, die ihnen gefährlich werden können. Doch ihrer mit Blut getränkten Schreckensherrschaft droht schon bald der tiefe Fall...
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Kritik

Macbeth ist eines der allerbekanntesten Dramen von einem der allerbekanntesten Autoren aller Zeiten. Im Englischen reicht es ja allein schon "der Barde" zu sagen und alle wissen, dass es um Shakespeare geht. Bei so einem literarischen Schwergewicht bleibt es natürlich nicht aus, dass es zu einer Vielzahl von Verfilmungen kommt. Einen neuen Eintrag in dieser Reihe zu machen ist damit immer schon ein bisschen vorbelastet und zwar in mehr als einer Hinsicht. Man muss einen Stoff, der aller Regel nach schon bekannt ist, in einer spannenden Form umsetzen. Man muss dem Ursprungsmaterial gerecht werden und dem Ding trotzdem seinen Stempel aufdrücken. Und letztlich wird man auch noch an anderen Adaptionen gemessen. Im Falle von Macbeth sind das unter anderem immerhin Schwergewichte wie Orson Welles (Macbeth, 1948), Akira Kurosawa (Das Schloss im Spinnwebenwald, 1957) und Roman Polanski (Macbeth, 1971. Die wahrscheinlich bekannteste Verfilmung).  Keine ganz leichte Aufgabe, aber eine der sich Regisseur Justin Kurzel absolut gewachsen sieht.

Ganz allein ist der Erfolg natürlich nicht nur ihm zu verdanken. Da gibt es natürlich noch die Schauspieler. Das ist natürlich in erster Linie Michael Fassbender, der den titelgebenden Macbeth in einer Weise mimt, die einen trotz altbekannter Story nochmal ganz eindrücklich die Probleme der Figur aufweist. Zunächst ein strahlender Held, wird er von Versprechungen und Ehrgeiz zu einem unaussprechlichen Verbrechen getrieben, dessen Folgen ihn letztlich wahnsinnig machen und zu einem grausamen Despoten werden lassen. Jede dieser Stufen spiegelt sich großartig in Fassbenders Gesicht wieder, der es (auch durch eine gute Maske) schafft den Film als verdreckter Kriegsveteran zu beginnen und von da an, immer kaputter und furchtbarer auszusehen. Nur wenig steht ihm dabei Marion Cotillard (passenderweise auch die Hauptpsycho-Rollen in Inception und The Dark Knight Rises) nach, die manch einer als Lady Macbeth etwas zu unterkühlt finden mag, aber sie muss auch das Handycap tragen einige Szenen spielen zu müssen, in denen Text und Dargestelltes etwas weiter auseinander gehen. Während man sich nämlich im Dialog, trotz einiger Kürzungen, vollständig an die Vorlage hält, werden durch das Setting und die Inszenierung einige Sachen abgeändert. Beispielsweise ist die Art durch die der Wald von Birnam nach Dunsinane kommt eine ganz andere, die Prophezeiung erfüllt sich nichtsdestotrotz.

An der Stelle auch noch ein Wort an passionierte OV-Gucker: Es gibt textuell wirklich gar keine Anbiederung an die Neuzeit, was ganz konkret heißt, dass man 400 Jahre altes Shakespeare-Englisch zu hören bekommt. Das Ganze ist gut vorgetragen, aber durch die Wendungen und bildhafte Sprache schwer zu verstehen. Sogar Muttersprachler dürften daran etwas zu knabbern haben, also ist entweder eine Synchro-Version, OmU (wahrscheinlich das Beste) oder intime Textkenntnis des Originals zu empfehlen.

Das Großartigste an dem Film ist allerdings ohnehin, wie er aussieht. Von den gemäldeartigen Landschafts- und Setbildern über die schmutzig-realistischen Schlachtenszenen bis zu einigen abgedrehteren Sequenzen, die schon fast psychodelisch anmuten... der Film hat das nicht nur alles, er kann das auch alles. Richtig gut. Erstaunlicherweise ist das letztlich sogar so zusammen gefügt, dass sich diese verschiedenen Stile nicht allzu sehr in die Quere kommen. Macbeth sieht wirklich so fantastisch gut aus, dass es einem fast nicht nur schwer fällt, dem Dialog zu folgen, sondern fast die Handlung aus den Augen verliert. Bei einem optisch so beeindruckenden Werk ist es eigentlich schon ein Segen, dass man handlungstechnisch vorher schon Bescheid weiß.

Fazit

Inszenatorisch ist Macbeth ein absoluter Hammer und könnte einen durch die Ebene allein schon an den Film fesseln. Gute schauspielerische Leistungen ergänzen das Ganze zu einem Projekt, dass sich ohne Scham und Reue an der Polanski-Version messen kann.

Autor: Sören Jonsson

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