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Inhalt

Frank ist der exzentrische Frontmann der experimentellen Rockband Soronprfbs und buchstäblich der Kopf der Band. Denn Frank trägt ständig einen übergroßen Pappmaché-Kopf auf seinen Schultern und dies nicht nur bei den skurrilen Live-Shows, sondern auch im Alltag. Nicht mal die Bandmitglieder haben je sein Gesicht gesehen. Als der Keyboarder ausfällt, engagiert Frank spontan den Tagträumer Jon als Ersatz. Und obwohl der erste gemeinsame Auftritt zum Desaster verkommt, darf der Debütant bleiben. Hochmotiviert zieht Jon mit der Band in die irischen Wälder, um ein Album aufzunehmen. In der abgelegenen Hütte dämmert ihm allmählich, worauf er sich eingelassen hat.

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

In einem Interview in der Sendung „The Colbert Report“ beschrieb Michael Fassbender („Inglourious Bastards“, „Shame“) den Film als ein Zusammentreffen von Gegensätzen. Jon (Domhnall Gleeson, Ex Machina) ist ein motivierter aber talentbefreiter Musiker und wird in die Band von Frank (Fassbender) aufgenommen, die aus talentierten aber demotivierten Musikern besteht und die mehr mit ihren Marotten zu kämpfen haben, als mit ihrer Musik, während Jon eher mit seiner Musik kämpft. Er versucht krampfhaft die Eingebung zu finden, als würde ihn irgendjemand dazu zwingen, Musiker zu sein. Zudem möchte er nicht der Musik wegen Musiker sein, sondern weil es anscheinend „cool“ ist. Er klimpert ein wenig auf seinen Keyboard-Tasten herum und nutzt dann jegliche soziale Netzwerke, um zu tönen, was für ein doller Komponist er doch sei. Er sieht die Kunst als verpflichteten Weg zum Ruhm. Er möchte Musik machen, er möchte Ansehen, Prestige und Anerkennung bekommen. Etwas, was im kompletten Gegensatz zu Franks Leben steht.

Frank nämlich versteckt sich nicht unter seiner Maske, um wie ein bekannter Panda-Rapper ein Alleinstellungsmerkmal zu haben. Frank versteckt sich unter seiner Maske, weil er sich fürchtet. Er hat Angst, gehen zu werden, verurteilt zu werden aber auch Angst vor seiner Umwelt. Es dauert 20 Minuten, bis Frank sich zum ersten Mal namentlich vorstellt, seine Maske nimmt er nicht einmal zum Duschen ab. Es ist eine Angst, die sich wohl in seiner Kindheit manifestierte, in die der Zuschauer gegen Ende mitgenommen wird. Nicht zeitlich, aber metaphorisch. Franks Kindheit wurde dominiert von Zuneigung und Ordnung, aber auch hohen Erwartungen. An denen er letztlich wohl zerbrach und sich abgrenzen wollte. Die Ordnung wird in seiner Musik kontrastiert, die Fassbender etwas zurückhaltend als avantgardistisch bezeichnet. Eine bessere Beschreibung wäre wohl lärmreich-chaotisch. Jeder Musiker macht wonach ihm der Sinn steht. Als Jon versucht alle zusammen zu dirigieren, reagieren sie mit Unverständnis. Sie lassen sich nicht bändigen oder beeinflussen, sie lassen der inneren Energie freien Lauf, die sich in Frank letztendlich sammelt. 

Frank genießt eine gottgleiche Stellung in der Gruppe, deren Name wahrscheinlich von ausgespuckter Buchstabennudelsuppe inspiriert wurde. Er ist musikalischer und spiritueller Führer und das mit Recht, scheint er doch eine seltsam weise Wirkung auf seine Umwelt zu haben. Der Großteil von Franks Innenleben ist jedoch eine riesige Wunde der Zerrissenheit. Er möchte keine Aufmerksamkeit, ist aber der Bandleader. Er trägt diese riesige Maske, fragt aber andererseits rhetorisch, wieso man Sachen verheimlichen sollte. Der Musiker wird zu einem Symbol für Stärke, Wissen und Kraft und das, obwohl er nicht einmal sein eigenes alltägliches Leben oder ihm unverständliche Entscheidungen anderer verarbeiten kann. Jon möchte mit der Band hin zur medialen Aufmerksamkeit, Frank zerbricht daran und verliert jeglichen Sinn für sein eigenes Wesen.

Fazit

Regisseur Lenny Abrahamson („What Richard Did“) schafft mit seinem Film ein Werk über Unsicherheiten, Ausflüchte und Störungen, vor allem aber über Freundschaft und die Gegensätzlichkeiten und Kontraste des Lebens. Letzteres wird schon in der Natur des Films deutlich, da das Geschehen derart verrückt und schräg erscheint, dass man das Gefühl bekommt, keinem Film zuzuschauen, sondern einem Werk, das aus dem Sinn eines avantgardistischem Künstler vergangener Tage entsprang. Einzig der Charakter Jon hilft dem Zuschauer immer wieder auf die Beine, nachdem man vorher von irgendwem oder irgendwas umgehauen wurde. Ein sehr besonderer Film, der tief in die seelische Welt einer Figur vordringt, die sich dem Druck von außen nicht mehr stellen wollte.

Kritik: Levin Günther

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