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Die junge Prinzessin Anna (Kristen Bell) und ihre ältere Schwester Elsa (Idina Menzel) waren einst wie Pech und Schwefel. Nichts taten sie lieber, als in den gigantischen Hallen des Palastes umher zu toben. Doch entpuppen sich Elsas Eiskräfte als große Gefahr, je älter sie wird und sie ihre Fähigkeiten nicht unter Kontrolle halten kann. Nach einem Unfall, der Anna fast das Leben gekostet hätte, zog sich die Thronerbin in ihr Zimmer zurück und das Schloss wurde von der Außenwelt abgeschottet, um die magische Begabung Elsas geheim zu halten. Als jedoch Annas und Elsas Eltern bei einem Schiffsunglück ums Leben kommen, soll Elsa vor dem Volk zur Monarchin gekrönt werden. Elsa verliert nach einem Streit mit Anna die Beherrschung, stürzt das gesamte Land in einen tiefen Winter und flüchtet in die Berge. Anna läuft hinterher um ihre Schwester und den Sommer zurückzubringen. Unterstützt wird sie dabei vom jungen Eishändler Kristoff (Jonathan Groff), seinem Rentier Sven und dem gutmütigen Schneemann Olaf (Josh Gad).
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Kritik

2010 verabschiedete sich Disney endgültig vom Zeichentrickfilm. Nachdem Pixar 1995 mit „Toy Story“ endgültig die Ära der CGI-Animation einläutete, rückte das große Traditionsstudio Walt Disney Feature Animation immer mehr in den Hintergrund. Wo „Lilo & Stich“ und „Der Schatzplanet“ noch hin und wieder die Genialität 90er-Disney-Filme durchscheinen ließ, gab es davon in „Bärenbrüder“, „Himmel & Huhn“ und „Die Kühe sind los“ nicht den Hauch einer Spur. Daraufhin wagte das Studio mit „Küss den Frosch“ einen Ausflug zurück zu den Princess-Musical-Wurzeln. Und obwohl das Prinzessinnen-Abenteuer ein finanzieller Erfolg war und von der Presse die positivste Reaktion seit Jahren erhielt, nahm man beim nächsten Projekt einige Änderungen vor. Aus „Rapunzel“ wurde „Tangled“ (und später aus „The Snow Queen“ „Frozen“). Die Titel wurden verallgemeinert, um auch ein Publikum jenseits von jungen Mädchen zu erreichen. Ebenso wandte man die Musical-Formel erstmals im CGI-Gerüst an. Nachdem „Tangled“ sowohl von Zuschauern, als auch von der Presse als die große Rückkehr Disneys zu alter Form gefeiert wurde und mit über 590 Millionen Dollar die zweithöchsten Einspielergebnisse in Disneys Historie markiert (nach „Der König Löwen“ mit 950 Millionen Dollar), kam das amerikanische Studio neulich mit ihrem neuesten Märchen-Hit daher. „Die Eiskönigin - Völlig unverforen“ ("Frozen" im Original) ist die Bestätigung dessen, dass „Tangled“ nicht einfach nur ein Glückstreffer war und schmilzt einem glatt das Herz.

Bereits die erste Szene, in der kräftige Arbeiter, Eisblöcke aus einem gefrorenen See hacken, einen Song vor sich her jodeln und das animierte Eis so gut aussieht, wie noch nie zuvor, versprüht „Frozen“ bereits die volle Portion Disney-Magie. Nach der kalten Tundra in „Bärenbrüder“, der Serengeti in „Der König der Löwen“ und dem antiken Griechenland in „Hercules“ führen uns die Regisseure Chris Buck und Jennifer Lee mit all den Fjorden, den Bergen und dem meterhohen Pulverschnee nach Skandinavien (genauer ins Lappland) und wissen auf sowohl kreativer, als auch musikalischer Ebene das Publikum in diese neue Welt zu ziehen. Sei es das prachtvolle europäische Schloss, die lieblichen Steintrolle oder die selbstverständlich meisterlich animierten Eiskräfte Elsas, die auf der Leinwand ein geradezu magisches Sammelsurium brillanter Effekte herbeizaubern.

Einen gewaltigen Beitrag zur visuellen Realisierung des verschneiten Märchens leisten natürlich die computergenerierten Animationen. Wie von Disney nicht anders zu erwarten, fallen auch diese absolut makellos aus. Gerade das Eis und der Schnee, die in „Frozen“ die Titelrolle spielen und in fast jeder Szene ihren Auftritt feiern dürfen, sind von solch qualitativer Perfektion, dass man zweifeln darf, ob festes Wasser in der Filmgeschichte jemals so schön animiert wurde. Gerade die Entstehung eines Eispalastes auf einem Gipfel ist so imposant, dass einem glatt die Schuppen von den Augen fallen. Genauso einwandfrei fallen die Charakteranimationen aus: Sei es die bedrückte und traurige Mimik Elsas, die hupfdohligen Schritte Olafs, die Slapstick-Aktionen des Dukes mit seinem Toupet oder die Animationen von Sven, die dem Rentier einen wunderbaren Charakter verleihen. Dadurch entsteht zwischen ihm und seinem Besitzer Kristoff sogar eine liebevolle HanSolo-Chewie-Beziehung, die einen Großteil ihres Charmes den tollen Animationen des Rentiers zu verdanken hat.

Die Charaktere sind allesamt sorgfältig ausgearbeitet, in erster Linie natürlich das Prinzessinnen-Duo Anna und Elsa. Mit einem geradezu typischen Disney-Kniff, während des Songs „Do You Want To Build A Snowman?“ (dt. „Möchtest du einen Schneemann bauen?“), wird die Beziehung Annas zu ihrer älteren Schwester Elsa vertieft. Dieser Zusammenschnitt, der im Grunde das gesamte bisherige Leben der Prinzessinnen erzählt, erreicht in Sachen Klasse und Qualität leider nicht ganz das Level eines „Oben“, in dem ein ähnlicher technischer Regie-Akt das Leben von Carl Fredricksen, das seiner Frau und ihren Tod behandelt. Es verfehlt die genannte Messlatte jedoch nur um Haaresbreite. Die „Do You Want To Build A Snowman?“-Sequenz markiert in „Frozen“ definitiv einen der größten Höhepunkte und kann nicht nur in Sachen Regie, Schnitt, Kamera und nicht zuletzt Musik punkten, sondern bringt in drei Minuten so viele süße „Aaww“-Momente und tragisches Drama unter, dass es für einen Dutzend Filme gereicht hätte. Ebenfalls lobenswert ist die Tatsache, dass Chris Buck und Jennifer Lee, die gemeinsam mit Shane Morris auch am Drehbuch werkelten, die „Schneekönigin“ nicht wie in der Vorlage von Hans Christian Andersen als einen rein „bösen“ Charakter darstellen, sondern ihr viele neue Facetten verleihen. Elsa ist eine Figur, die von ihrer Angst vor sich selbst in die Ecke gedrängt wird und sich trotz des Schmerzes der Einsamkeit von der Gesellschaft abkapselt. All das Leid, das sie verursacht, geschieht aufgrund ihrer Furcht und ihrer Unfähigkeit ihre Kräfte zu kontrollieren, wenn jemand sich ihr nähern möchte und sie sofort eine mentale Barriere aufbaut, die sich nicht selten in der physischen Realität aus Eis manifestiert, was ihre soziale Phobie nur weiter antreibt. Ein Teufelskreis.

Obwohl Anna in all ihrer Tollpatschigkeit äußerst sympathisch und nett ist, die das Publikum im Sturm erobert, ist sie im Grunde fast eine Kopie Rapunzels aus „Tangled“. Zu befürchten ist, dass das leicht-peinliche, aber irgendwie süß-peinliche, nette und beizeiten resolute Prinzessinnen-Bild, das die alte Jungfrau-in-Nöten-Stereotypie ablöste, sich nun zum modernen Klischee hocharbeitet. Zu hoffen ist, dass Disney Abwechslung in die Charaktere ihrer Prinzessinnen einbringt und dieser Gefahr entgegenwirkt. Noch genießt die neue Prinzessinnen-Generation Disneys einen guten Ruf. Als frisch und modern, willensstark und zielstrebig werden sie gezeichnet und entfernen sich vom „Damsel in Distress“-Image von Schneewittchen, Cinderella & Co, doch Chris Buck und Jennifer Lee gehen sogar einen Schritt weiter, indem sie die Naivität der konservativen „Ach-wenn-mich-mein-Traumprinz-doch-nur-erretten-könnte“-Mentalität freilegen und im Plot von „Frozen“ scharf kritisieren. Gerade für junge Kinder (v.a. Mädchen) ist dies eine äußerst wichtige Botschaft, da die Werte aus steinzeitlichen Märchen-Zeichentrickfilmen in der heutigen Gesellschaft der geschlechtlichen Gleichberechtigung schlicht und einfach keinen Platz mehr haben. Leider wirkt der Story-Kniff, der diese Message verdeutlicht, sehr kurzfristig, plötzlich und gequetscht, worunter die Glaubwürdigkeit zu leiden hat.

Was „Frozen“ aber zu einem waschechten Musical macht, sind natürlich die Songs des Musical-Ehepaars Kristen Anderson-Lopez und Robert Lopez. Alteingesessene Broadway-Texter, die bereits Songs für „The Book of Mormon“ und „Avenue Q“ schrieben. Von entsprechend enormer Qualität und Wiedererkennungswert sind die Lieder in „Frozen“. Dabei bildet das meisterliche „Do You Want To Build A Snowman?“ nur die Spitze des Eisbergs. Sowohl das befreiende „For The First Time In Forever“, das liebliche „Love Is An Open Door“, als auch das Ensemble-Stück „Fixer Upper“ der Trolle zeichnen sich nicht nur durch einfallsreiche Texte aus, sondern fügen sich auch hervorragend in den Story-Fluss ein. Dabei markiert der Song „Let It Go“, der im Film von Broadway-Darstellerin Idina Menzel gesungen wird, den Höhepunkt des Soundtracks und dürfte den Oscar in der Kategorie „Best Song“ so gut wie sicher in der Tasche haben. Gecovert wurde der Song von der Sängerin Demi Lovato, ebenfalls zu finden auf dem offiziellen Soundtrack zum Film, der allen Disney-Fans ans Herz gelegt werden sollte.

Fazit

„Tangled“ war kein Glücksgriff, denn „Frozen“ führt das hohe Maß an Klasse, an Einfallsreichtum in der Inszenierung und tollen Dialogen würdig fort und verpasst uns gleichzeitig den besten Soundtrack seit „Der König der Löwen“. Dabei präsentiert sich der Plot treu zur Vorlage Hans Christian Andersens, nimmt sich jedoch bei Bedarf das Recht an der Handlung herumwerkeln und es ans Jahr 2013 anpassen zu dürfen. Dementsprechend ist der Prinz gar nicht so „Prinz“-lich, die Prinzessin Anna ist keine hilflose Maid und der Love Interest Kristoff ist ein schmutziger, klobiger Eishändler, der von Trollen großgezogen wurde und sich Karotten und einen Schlafplatz mit seinem Rentier Sven teilt. Die Schneekönigin ist keine fürchterlich tyrannische Hexe, sondern ein geplagter, tragischer, verängstigter Charakter und weist somit ein Vielfaches an Facetten und differenzierten Schichten auf. Dazu entpuppt sich der Schneemann-Sidekick Olaf als bester und witzigster Filmbegleiter seit Eddie Murphys „Esel“ aus „Shrek“ und kommt im Gegensatz zu den Trailern, in denen Olaf mit Sven stark beworben wurde, im Film gar nicht so oft vor. Leider muss man schon sagen, denn Olaf weiß mit seiner liebenswerten Naivität sofort zu überzeugen und ist aufgrund seiner „Schnee“-Anatomie eine Goldgrube des Slapstick-Humors. „Frozen“ gesellt sich zu all den Klassikern aus den 90ern und ist dementsprechend ein spaßiges, witziges und teilweise hoch-dramatisches Animationsabenteuer für Jung und Alt. Und kauft euch den Soundtrack. Echt jetzt.

Autor: Kadir Güngör

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