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Die junge FBI-Auszubildende Clarice Starling ist auf der Jagd nach dem Serienkiller Buffalo Bill. Die Ermittlungen stecken in einer Sackgasse. Deshalb soll Starling, wie einst Will Graham, den inhaftierten Dr. Hannibal Lecter zu Rate ziehen. Ein genialer Psychiater, der selbst wegen mehrerer Morde und Kannibalismus in Haft sitzt. Lecter verfügt über die Gabe, sich in die Seele und Gedankengänge anderer Menschen zu versetzen. Er willigt einer Zusammenarbeit ein, fordert dafür aber auch etwas von Starling ein. Die hat kaum eine Wahl und öffnet sich dem Monster mehr, als ihr klar ist.

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Kritik

Für 19 Millionen US-Dollar wurde dieser Meilenstein des amerikanischen Kinos aus dem Boden gestampft. 19 Millionen, die sich an den Kinokassen in das mehr als Zwanzigfache potenzieren konnten und „Das Schweigen der Lämmer“ in einer wahnsinnigen Erfolgswelle den Markt fluten ließ. Das Wunderbare an „Das Schweigen der Lämmer“: Man merkt es als Zuschauer tatsächlich in jeder einzelnen Minuten, dass man hier etwas Großartigem beiwohnen darf; einem Film, von dem die Menschen noch in hunderten von Jahren sprechen werden, um ihn durch rhetorische Verschnörkelungen mit Superlativen zu übergießen. Nichts anderes wird letztlich auch in dieser Besprechung passieren; ein Loblied, auf „Das Schweigen der Lämmer“, die wuchtige Kraft des Medium Film und die Chance, diese kinematographische Passion sein eigen nennen zu dürfen. Allerdings darf zu keiner Zeit vergessen werden, diese Inbrunst und Ekstase zu begründen: Was macht „Das Schweigen der Lämmer“ so famos?

Zu aller erst möchte man da wohl auf die beiden Hauptdarsteller zu sprechen kommen; die Angelpunkte der Dramaturgie, die „Das Schweigen der Lämmer“ diese eindringliche, unverkennbare Dynamik einverleibt. Anthony Hopkins („Was vom Tage übrig blieb“) war zwar schon ein angesehener Künstler, mit seiner Performance des Dr. Hannibal Lecter aber ist er in den Schauspielolymp eingezogen, hat sich ein Denkmal geschaffen und ein Abbild des Bösen geschaffen, welches sein Gesicht trägt. Anthony Hopkins, das muss man so sagen, ist furchtbar: Furchtbar, weil er dem Zuschauer so extrem auf die Pelle rückt, ohne für diesen in irgendeiner Weise ernsthaft greifbar zu sein. Hannibal Lecter erscheint wie ein mythisch überhöhtes Wesen, ein Vexierbild in (scheinbar) menschlicher Hülle, dem man zwangsläufig ausgeliefert ist – dem man eben nur mit Achtung und Furcht begegnen kann. Und genau das verlangt Hannibal von seinem Umfeld auch: Dies sind die Kennzeichen, um Hannibal nicht zum Opfer zu fallen.

Dem hochintelligenten (!) Psychiater wird die junge Profilerin Clarice Starling (Jodie Foster, „Angeklagt“) gegenüberstellt, sie befindet sich in der Ausbildung, wird aber aufgrund ihrer unverkennbaren Kompetenz mit einen Fall betraut, der die Jagd auf einen Serienmörder namens „Buffalo Bill“ (Ted Levine, „American Gangster“) umfasst. Claire Starling lässt sich als Antipode zu Hannibal Lecter sehen, „Das Schweigen der Lämmer“ und damit nicht nur Regisseur Jonathan Demme („Philadelphia“), sondern auch Drehbuchautor Ted Tally, lassen der FBI-Anwärterin ihre vollständige Menschlichkeit. Jodie Foster oszilliert in ihrer nuancierten Performance zwischen Entschlossenheit und Verletzlichkeit; man sieht die Frau ebenso hinter dem Steuer ihres Autos in Tränen ausbrechen, weil ihr der Druck verständlicherweise einfach zu sehr an die Substanz geht, wie man sie willfährig durch diese Männerdomäne schreiten lässt, sich den herablassenden Blicken widersetzend. Und wir synchronisieren uns mit Claire, sehen, was sie sieht, und betreten mit ihr den Aufzug herab in menschliche Abgründe. Zeit, für den Seelenstriptease.

Und auch darum geht es in „Das Schweigen der Lämmer“: Menschliche Abgründe erkunden, um nicht nur die Faszination dahinter zu entdecken, sondern im nächsten Schritt auch die zerstörerische Energie dieser unverkennbar existenten Faszination. Wer sagt, Hannibal Lecter würde kein Charisma auf ihn ausüben, der lügt, Hannibals Intellekt ist zu beeindruckend, seine Präsenz zu emphatisch, so dass er in jeder Szene gegenwärtig scheint, selbst wenn seine Screentime sich nicht einmal auf einen Umfang von knapp 20 Minuten beläuft: Die bohrenden Augen des kultivierten Teufels brennen sich ständig ins Mark des Zuschauers, um diesen, wie auch Clarice Starling, psychoanalytisch zu sezieren. Diese menschlichen Abgründe, in deren Kontakt jeder der Charaktere schon gekommen ist, flammen zu einem beängstigen Psycho-Duell auf; ein Machtkampf, bei dem es nicht nur darum geht, andere Personen zu retten, sondern auch, den eigenen Seelenfrieden zu gewinnen. Und doch, wir alle sind nur verstörte Rehe im Lichtkegel des Wahnsinns, was spätestens dann überdeutlich wird, wenn das Grün des Nachtsichtgerätes die gesamte Leinwand für sich beansprucht.

Fazit

Das preisgekrönte Meisterwerk von „Das Schweigen der Lämmer“ hat sich derlei Superlativen tatsächlich voll und ganz verdient: Hier wird nicht auf den vordergründigen Schockeffekt gesetzt, sondern auf das hintergründige Verdichten der bedrängenden, psychologisch maximal aufgeladenen Atmosphäre – da sind schwitzige Handflächen garantiert. Jodie Foster besticht durch ihr Wechselspiel zwischen Entschlossenheit und Verletzlichkeit, während Anthony Hopkins als mythisch überhöhter Teufel Hannibal Lecter in die Geschichtsbücher eingegangen ist. Hochspannend, formidabel inszeniert, toll. Bis ins Mark.

Autor: Pascal Reis

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