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Inhalt

"Cinderella" dreht sich um das Schicksal der jungen Ella, deren Vater nach dem tragischen Tod der Mutter erneut heiratet. Um ihren liebevollen Vater zu unterstützen, heißt Ella ihre Stiefmutter Lady Tremaine und deren Töchter Anastasia und Drisella herzlich in der Familie willkommen. Doch als auch ihr Vater unerwartet stirbt, ist Ella schutzlos der Eifersucht und den Grausamkeiten ihrer neuen Familie ausgeliefert. Als sie bald zu einer einfachen Dienerin degradiert und von allen hämisch "Cinderella" genannt wird, scheint für Ella alles verloren. Wäre da nicht die Erinnerung an ihre Mutter, die Ella Mut und neue Hoffnung gibt. Als sie eines Tages in den Wäldern einem gutaussehenden Fremden begegnet, scheint Ella endlich einen Seelenverwandten gefunden zu haben. Sie hält den charmanten Mann für einen Bediensteten im königlichen Palast, nichtsahnend, dass er in Wirklichkeit der Prinz selbst ist. Als der Hof alle jungen Frauen des Landes zu einem großen Ball einlädt, sieht Ella die Gelegenheit gekommen, ihn wiederzusehen. Mit Hilfe einer guten Fee macht sie sich auf, um ihr Leben ein für alle Mal zu ändern...
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Kritik

Märchenverfilmungen sind heutzutage dem Comicgenre gar nicht mehr so unähnlich. Es gibt plötzlich eine Realverfilmung nach der anderen, bei denen sich verschiedene Großstars die Klinke in die Hand drücken und bei denen keiner so genau weiß, wo sie eigentlich herkommen. Letztes Jahr war es Angelina Jolies "Maleficent", vor gerade Mal ein paar Tagen kam das Märchenmusical „Into the Woods“ in die Kinos. Und beide Verfilmungen stellten sich dabei den scheinbar einzig richtigen Anspruch: Die Geschichte aus einer frischen, gar ironischen Perspektive noch einmal zu erzählen und das Material so zwar zu würdigen, ihm aber auch etwas Neues abzugewinnen. Kenneth Branaghs „Cinderella“, die neuste Märchenverfilmung aus dem Hause Disney, könnte da konträrer kaum sein: Eine herzensgute, hübsche Realverfilmung des Stoffes, die mit jenem aber kaum spielt und die Geschichte eigentlich nur ein zweites Mal abspult. Die kritischen Stimmen waren daher schon bereit, das Gemecker fand freien Lauf: Wer braucht das? Ja, who indeed needs that? Doch Überraschung: Ganz im Gegensatz zu dem mittelmäßigen "Maleficent" und dem verhunzten „Into the Woods“ funktioniert die Realverfilmung von "Cinderella" auf den meisten Ebenen! Und das liegt schlicht und einfach daran, dass der Film sich seines Status bewusster ist und so eben nicht mehr als ein naives, nettes Filmchen aus sich machen will.

Natürlich ist es vorbildlicher seiner Märchengeschichte einen neuen Touch verleihen zu wollen, aber mit diesem Vorhaben kommt auch ein höherer Anspruch an die Verfilmung, an der beispielsweise „Maleficent“ und „Into the Woods“ beide gescheitert sind. Zu viel Inhalt musste in den Rahmen gepresst werden, zu wenig ging man auf Charaktere und die Geschichten ein. Ein Kunststück, welches „Cinderella“ nun fertig bringt. Und das liegt rein an dem geringeren Anspruch, den sich der Film stellt und aufgrunddessen die Geschichte mehr Zeit hat sich zu entfalten und seine Magie zu versprühen. Jedermann sollte klar sein, dass wenn sie oder er keine Neuerzählung von „Cinderella“ sehen will, man vermutlich auch nichts mit diesem Film anfangen kann (obwohl der Kritiker dieser Meinung ebenfalls war und sehr positiv überrascht aus dem Kino schritt), aber jeder, den eine märchenhafte und vorlagentreue Neuerzählung des Stoffes interessiert, wird mit „Cinderella“ absolut auf ihre/seine Kosten kommen.

Selbstredend strotzt der Film vor Klischees, natürlich ist alles überzogen bunt und schön im Märchenland und natürlich sind die Charaktere weit von einer emotionalen Komplexität entfernt, aber trotzdem funktioniert der Film als das was er ist, weil er eben nicht den Schein erzeugen will mehr als ein disneyfiziertes Märchen zu sein. Und eben dieses Märchen entfaltet im Laufe seiner angenehmen Spielzeit einen bekannten und doch in letzter Zeit arg vermissten Charme. Ein Charme, der sich vor allem aufgrund der tollen Darsteller überträgt. Cate Blanchett („Blue Jasmin“) schien sowieso prädestiniert für die Rolle der bösen Stiefmutter und sie erfüllt diese auch mit einer erhabenen, durchgehend überzeugenden Präsenz. Auch Lily James ("Zorn der Titanen") macht ihre Sache als Cinderella gut. Ihr wird außer einem umwerfenden Lächeln zwar wenig abverlangt, sie gibt ihrer Cinderella aber immerhin genug Sympathie um den Zuschauer auf ihre Seite zu ziehen. Auch Stellan Skarsgard ("Nymphomaniac"), Derek Jacobi ("Grace of Monaco") und Helena Bonham Carter ("Lone Ranger") als Fairy Godmother erfüllen ihre Rollen mit viel Spaß am Spiel. Hervorheben kann man hier noch Richard Madden ("Game of Thrones") als Prinz Charming, der seine Rolle nicht nur optisch erfüllt, sondern auch weit nicht so blass bleibt, wie man es von den typischen Märchenprinzen kennt.

Und das ist ein weiterer positiver Aspekt dieser Neuerzählung. Die Charaktere in „Cinderella,“ wenn auch immer noch nicht tiefgründig, entwickeln sich nachvollziehbarer als im Originalfilm und bekommen so einen emotionaleren Hintergrund spendiert. So wird, wie angesprochen, das Innenleben und die emotionale Zerrissenheit des Prinzen besser durchleuchtet, während auch die Beweggründe für Lady Tremaines Hass und Cinderellas Gutherzigkeit in zugänglicherer Manier erklärt werden. Das ist dann zwar immer noch sehr plakativ gelöst und weit von einer echten Komplexität entfernt, trägt zur starken Sympathie und gelungenen Filmimmersion aber durch und durch bei.

Man merkt diesem Film zudem an, dass hinter der Kamera ein gelernter Mann fürs Überzogene und Dramatische steckt. „Cinderella“ ist wirklich sehr hübsch inszeniert, die Bilder sind teils pompös und wunderschön, die Sets versprühen eine märchenhafte Magie und auch bei den Kostümen bleiben keine Wünsche offen. Hier haben die Verantwortlichen wirkliche ganze Arbeit geleistet. Vor allem eben Regisseur Kenneth Branagh ("Thor"), der sich mit seiner Inszenierung nie zu sehr in den Vordergrund drückt, aber durch viele tolle Momente überrascht.

Was „Cinderella“ also den anderen Märchenverfilmungen voraus hat, ist das gelungene Pacing. Der Film lässt sich einfach viel mehr Zeit für die Geschichte und die Charaktere, ohne dass der Streifen dabei ausschweifend exzessiv wird und damit Längen entstehen. „Cinderella“ kann man wahrhaftig als positive Überraschung bezeichnen, die sowohl in Sachen Inszenierung, Darsteller und Erzählweise punkten kann, dabei einen märchenhaften Charme versprüht und so jeden, der sich auf eine weitere Cinderella-Erzählung einlassen will, für etwas mehr als eineinhalb Stunden in seine naive Welt entführt.

Fazit

Wen es nicht stört, dass Kenneth Branaghs „Cinderella“ im Prinzip die alte Geschichte des Disney-Zeichentrickfilms noch einmal erzählt, der wird mit einem toll gespielten und beinahe makellos inszenierten Stück Film belohnt, der sich nicht nur auf angenehme Weise mehr Zeit für seine Figuren und die Geschichte nimmt, sondern der auch an allen Ecken und Enden einen märchenhaften, naiven Charme versprüht. Natürlich strotzt das vor Klischees und Oberflächlichkeiten, natürlich hat man das alles irgendwo schon einmal gesehen. Aber wenn man es schafft sich in den Film fallen zu lassen, wird man mit der wohl besten, weil selbstbewusstesten Märchen-Realverfilmungen der letzten Jahre belohnt. Und das eignet sich als Pärchenfilm dann vermutlich besser als „Fifty Shades of Grey“.

Autor: Thomas Söcker

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