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Als ihre Ehe mit dem reichen Geschäftsmann Hal zerbricht, steht die High-Society-Diva Jasmine vor dem Scherbenhaufen ihres Lebens. Um herauszufinden, wie es weitergehen könnte, zieht sie zu ihrer Schwester Ginger, die in San Francisco ein bescheidenes Apartment bewohnt. Bei ihrer Ankunft in San Francisco ist Jasmine psychisch in denkbar schlechter Verfassung - ihr schwirrt der Kopf von den vielen Antidepressiva, die sie geschluckt hat. Äußerlich hält sie die gewohnte aristokratische Fassade aufrecht, doch emotional steht Jasmine am Abgrund, zumal ihr die praktischen Fähigkeiten fehlen, für sich selbst zu sorgen. Naserümpfend bezeichnet sie Gingers Freund Chili als einen Loser vom selben Kaliber wie Gingers Ex-Mann Augie. Ginger spürt die psychologische Krise ihrer Schwester, begreift sie aber nicht in allen Einzelheiten. Sie schlägt Jasmine vor, sich als Innendekorateurin zu versuchen, weil sie richtig vermutet, dass Jasmine diesen Beruf als standesgemäß akzeptieren könnte. Doch zunächst jobbt Jasmine widerwillig als Sprechstundenhilfe beim Zahnarzt Dr. Flicker und kann nicht verhindern, dass der ihr Avancen macht. Ginger glaubt allmählich selbst, dass sie sich - wie Jasmine behauptet - ständig die falschen Männer aussucht. Deshalb geht sie mit dem Tontechniker Al aus, den sie gesellschaftlich eine Klasse höher als Chili einstuft. Auch Jasmine begegnet einem potenziellen Rettungsanker: Der Diplomat Dwight ist sofort fasziniert von ihrer Schönheit und ihrem eleganten Stil. Jasmines Problem besteht darin, dass ihr Selbstwertgefühl davon abhängt, wie andere sie wahrnehmen, während sie selbst ihre Umgebung völlig ignoriert.
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Kritik

Zuletzt entführte Woody Allen im Rahmen seiner Europa-Tour die nächtlichen Straßen von Paris und eroberte verwinkelte Gassen in Rom. Romantische Bilder, verspielte Gedanken und stets die Poesie des alltägliche in Kombination mit dem allenschen Querkopf verwandelten sowohl "Midnight in Paris" als auch "To Rome With Love" in mehr als eine klischeebeladene sowie stumpfe Hommage an europäische Metropolen. Selbst wenn letztgenannter zweifelsohne von den Motiven einer Postkarte zehrte, eröffnete gerade die französisch angehauchte Hymne rund um die Sequana das fantasievolle Spektrum einer Liebeserklärung sondergleichen. Ein gewisses Maß Verklärung als Kollateralschaden genannter Oden kann natürlich trotzdem nicht ignoriert werden. Dafür sprühen sie voller Lebensfreude, Erinnerung sowie Inspiration und dementsprechend spielen zynischer, verbitterter und bisweilen gemeiner Subtexte in Anbetracht wohlwollender Gedankenspiele lediglich den Part der dritten Geige. Mit seinen jüngsten Werk kehrt Woody Allen diesem Cantus der Schönheit den Rücken und wendet sich in bester Form der klagenden Seite des Lebens zu.

Blue Jasmine atmet definitiv den Geist radikalerer Vertreter im Œuvre des New Yorker-Regisseurs und nähert sich, die Filme der vergangenen Dekade betrachtend, am ehesten der bissigen Herangehensweise von "Match Point" an – ohne jedoch die finale Pointe zu berücksichtigen. Zurück auf amerikanischem Boden erzählt Woody Allen von der turbulenten Odyssee einer Frau, deren gesamter Lebensinhalt sich urplötzlich in Nichts aufgelöst hat. Wie ein Kartenhaus stürzt das Sein der wohlhabenden Hausfrau Jasmine (Cate Blanchett) in sich zusammen, denn ihr Mann Hal (Alec Baldwin) entpuppt sich nicht nur als Krimineller, sondern ebenfalls als Betrüger und Arschloch. Notgedrungen muss die vom Schicksal gebeutelte Protagonistin ihr Luxusleben aufgeben und wohl oder übel ihre Schwester Ginger (Sally Hawkins) in San Francisco aufsuchen, um sie um Unterkunft zu bitten. Eine knifflige Lage, die sich beide Frauen vermutlich bis zu jenem Tag nie ausgemalt hätten. Zumal beide in ihrer Eigenschaft als Adoptiv-Kinder aus unterschiedlichem Hause im Grunde nicht einmal verwandt sind.

Eine heikle Situation, die spätestens, wenn das Thema Liebe in den Vordergrund tritt, in bester Woody Allen-Manier das Ensemble auf Hochtouren bringt. Dabei orientiert sich "Blue Jasmine" jedoch keiner geradlinigen Erzählstruktur, sondern eröffnet dem Rezipienten erst nach und nach das komplexe Geflecht einer gescheiterten Existenz. Klassische Symptome einer Midlife-Crisis avancieren schnell zur weit umfangreicheren Problematik, die mit ein bisschen Neuorientierung im Alltagstrott kaum etwas gemein hat. Jasmine hat sich längst in der Riege verlorener Woody Allen-Figuren eingereiht, die vollkommen orientierungslos und von innere Leere getrieben durch ihre Leben wanken. Etwas muss passieren, da ist sich auch Jasmine sicher. Allerdings interpretiert sie den Fortschritt in die mühevolle Instandhaltung ihrer perfekten, äußeren Fassade – ein Vorgehen, das von Anfang an zum Scheitern verurteilt ist. Als hätte sich Noah Baumbachs "Frances Ha" (Greta Gerwig) in die tristen Straßenzüge von San Francisco verirrt, stolpert Jasmine als ungebetener Gast von einem Rendezvous zum anderen, versucht ihrer Lage Struktur und Ordnung zu verleihen und scheitert am Ende dennoch an den einfachsten Dingen.

Ein verzweifelter Schrei nach Geborgenheit, der jedoch allseits missverstanden wird. Was sowohl das übrige Figurenkabinett als auch das Publikum erst mit fortschreitender Laufzeit erfährt, trägt Jasmine von Beginn an mit sich herum. Ein düsterer Grundtenor, der selbst für einen Stadtneurotiker wie Woody Allen äußerst deprimierend ausfällt. Gelegentlich unterbricht fein getimte Situationskomik und eine ordentliche Portion Humor diese unfassbare Melancholie. Doch hauptsächlich schlägt "Blue Jasmine" ähnliche Töne an, wie sie zuletzt von Julie Delpy und Ethan Hawke in Richard Linklaters "Before Midnight" zu hören waren. Dass diese Tatsache eine leichtfüßige Inszenierung nicht ausschließt, sollte spätestens bei der Nennung des Regisseur in einer obligatorischen Fragestellung enden – immerhin zeichnen sich Wooy Allens Werke seit Dekaden durch den punktgenauen Drahtseilakt zwischen den extremen Polen seiner Geschichten aus. Egal wie tragisch und traurig das gezeigte Geschehen die große Leinwand in Beschlag nimmt: Auch "Blue Jasmine" balanciert ausgeglichen auf einem dieser schmalen Grate der tiefsinnigen Tragikomödie – ganz zu schweigen vom überaus spielfreudigem Ensemble, das von einer überragenden Cate Blanchett angeführt wird.

Fazit

Chapeau für diese deprimierende San Francisco-Hymne, Mr. Allen! Und Cate Blanchett überreiche man bitte jeden Blumenstrauß, den es in entsprechenden Läden zu erwerben gibt.

Autor: Matthias

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