Inhalt
Als ihr Verlobter die Vereinbarung über den „Promi-Pass“ nutzt, reist die Braut Gail Daughtry aus dem Mittleren Westen in Hollywood, um sich zu rächen, indem sie selbst eine Begegnung mit einem Prominenten anstrebt.
Kritik
Mit seinem exzellent aufgelegten Cast, angeführt von Zoe Deutch als naive Titelheldin auf der Jagd nach einer Sex-Session mit Mad Men Star Jon Hamm, prominenten Cameos und aberwitzigen Referenzen an The Wizard of Oz sieht David Wain (They Came Together) und Ken Marinos (Wanderlust -Der Trip ihres Lebens) chaotische Comedy weit witziger aus, als sie tatsächlich ist. Dass atmosphärische Ausstattung und Settings, namhafte Darstellende und ausuferndes Selbstüberzeugung kein Ersatz für eine schwache Story überstrahlen sollen, zeigt sich bei auffällig vielen Beiträgen des 42. Sundance Film Festivals.
Dort debütiert das knallbunte Kunstmärchen, das sein Figuren-Quintett gleich nach zwei MacGuffins jagen lässt. Erster ist Jon Hamm, der entsprechend des parodistischen Konzepts eine aberwitzige Version seiner selbst spielt. Als die naive Hairstylistin Gail (Deutch) mitansieht, wie ihr Verlobter seinen Celebrity Sex Pass mit Jennifer Aniston einlöst, ist sie entschlossen, das Gleiche mit ihren Star-Crush Jon Hamm zu tun. Vom provinziellen Kansas reist Gail mit ihrem besten Freund Otto (Miles Gutierrez-Riley, Agatha All Along) ins Herz von Hollywood.
Statt dort plangerecht eine Friseur-Messe zu besuchen, jagen die beiden Gails Sex-Star. Der die Struktur von The Wizard of Oz abpausende Plot liefert ihnen Verstärkung in Gestalt des ehrgeizigen CAA-Assistenten Caleb (Ben Wang, Die Tribute von Panem: Der Tag bricht an), des abgehalfterten Paparazzo Vincent (Ken Marino) sowie Jon Hamms Serien-Kollegen John Slattery (Nuremberg). Grelle Gags und absurde Vignetten im Sekundentakt lenken die humoristische Hollywood-Hommage. Deren fröhliche Farbpalette, cineastische Verweise und bewusst klischeehafte Charaktere schaffen eine surreale Sketch-Serie mit mehr Anbiederung als anarchischer Ambition.
Fazit
Hemmungsloser Humor, Running Gags und Star-Auftritte stellen David Wains überdrehte Comedy in die Tradition der parodistischen Kult-Komödien aus den 80ern und frühen 90ern wie "Die nackte Kanone" und "Airplane!" die gezielte Überspitzung populärer Tropen und filmischer Narrative folgt stets dem gleichen Prinzip, genau wie der auf kalauern basierende Wortwitz. Entsprechend schnell nutzt sich die seichte Komik ab. Ironische Intermezzi, hohes Tempo und der famose Cast kaschieren die Biederkeit der erratischen Erzählung, deren Retro-Flair in Revisionismus wurzelt.
Autor: Lida Bach