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Man schreibt den 26. Oktober 1881. Es ist der Tag, der in dem kleinen Städtchen Tombstone drei Männern das Leben kostet und vier andere Männer zu Helden macht. Wyatt Earp, der Inbegriff der Gerechtigkeit, seine zwei Brüder Virgil und Morgan sowie deren Freund Doc Holliday treffen am O.K. Corral auf die Clanton- und Mc Laury-Brüder...
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Quelle: themoviedb.com

Kritik

„Unternimmst du jetzt was, oder stehst du nur da und blutest?“

Durch den Erfolg von Clint Eastwood’s Genre-Spätwerk Erbarmungslos schien der ausgestorbene Western kurzzeitig wieder eine profitable Investition, der richtig große Boom blieb jedoch aus. Zwei, drei jahrelang gab es  allerdings ein kleines Comeback der uramerikanischsten Filmgattung überhaupt. Eines dieser Werke ist Tombstone von George P. Cosmatos, bekannt geworden durch grobe 80er-Actionware wie Rambo II – Der Auftrag und Die City Cobra. Zweifelsohne seine ambitionierteste, wenn auch nicht erfolgreichste Arbeit, bevor er nur einen Kinofilm später in den vorzeitigen Ruhestand ging.

Im Mittelpunkt steht niemand geringeres als Western-Legende Wyatt Earp (Kurt Russell, The Hateful 8), der seine Tage als Gesetzeshüter hinter sich gelassen hat und sich nun gemeinsam mit seinen Brüdern Virgil (Sam Elliott, Hulk) und Morgan (Bill Paxton, Mean Dreams) in Städtchen Tombstone als Geschäftsmann niederlassen will. Dass die Stadt inoffiziell von den „Cowboys“ - einer Bande von Dieben und Mördern mit Strukturen des organisierten Verbrechens - beherrscht wird, ignoriert Wyatt zunächst standhaft. Schließlich sieht es nicht mehr als seine Aufgabe an für Recht und Ordnung zu sorgen, will nur endlich selbst ein Stück vom Kuchen haben und für den Ruhestand vorsorgen. Bis es doch unweigerlich zu einer Konfrontation zwischen den Brüdern und den Bandenchefs, dem groben Hitzkopf Curly Bill (Powers Boothe, Sudden Death) und dem hochintelligenten Psychopathen Ringo (Michael Biehn, Aliens – Die Rückkehr), hinausläuft. Als das Blut seiner Familie vergossen wird, kennt Wyatt Earp kein Halten mehr, vergisst die guten Vorsätze und startet mit seinem besten Freund Doc Holliday (Val Kilmer, Heat) eine Vendetta biblischen Ausmaßes.  

An historischen Fakten ist der Film nicht ernsthaft interessiert. Orientiert sich zwar an realen Ereignissen wie der Rivalität der Earps mit den auch namentlich korrekt genannten Banditen und dem legendären Duell am O. K. Corral, verwendet, biegt und beugt die Geschichte aber zu seinen eigenen Gunsten, was auch völlig legitim ist. Es ist schließlich kein Biopic, wer das sehen will kann auf den ein Jahr später erschienenen Wyatt Earp – Das Leben einer Legende zurückgreifen. Tombstone rüttelt nicht zu heftig am Heldenstatus seiner Hauptfigur (die wahren Vorfälle kratzten sein Image damals in der Öffentlichkeit zumindest an), skizziert sie aber auch nicht blitzblank-heroisch wie zu besten John Wayne-Zeiten. Wyatt wird nicht aus Idealismus, sondern aus purer Zweckmäßigkeit wieder zum Gesetzeshüter, um seinen persönlichen Rachefeldzug zu legitimieren. Das hat wenig Ehrenhaftes, auch wenn es natürlich letztlich „die Richigen“ aus nachvollziehbaren Gründen erwischt. Nur Gefangen werden keine gemacht, mit dem Lasso zusammengeknotet wird hier niemand. Höchstens dran aufgeknüpft, wenn die Zeit dafür da ist.

Bildgewaltig, aufwändig ausgestattet und fast schon obszön prominent besetzt (jede noch so kleine Drei-Satz-Rolle ist mit einem bekannten Gesicht vertreten, selbst als Erzähler wurde Filmlegende Robert Mitchum, Ein Köder für die Bestie, engagiert) bietet Tombstone enorm viele Schauwerte und gefällt durch seine ruppig-schroffe Tonart, die der US-Western in seiner Blütezeit meist tunlichst vermied. Dass Cosmatos sich mit Action auskennt ist unverkennbar, in seinen Pulverdampf-haltigen Momenten geht hier ordentlich der Putz ab. Der Cast ist nicht nur verschwenderisch zusammengestellt, die mit mehr als 5 Minuten Screentime wissen sie in der Regel auch prächtig zu nutzen. Ganz großes Highlight ist dabei nicht mal der gute Kurt Russell: Val Kilmer stielt ihm als versoffener, an Tuberkulose dahinsiechender, dennoch keinesfalls zurückhaltend auftretender Unruhestifter Doc Holliday diebisch die Show und findet an der Schurkenfront mit dem diabolisch-brillanten Michale Biehn einen Gegner auf Intellekt- und Augenhöhe.

Tombstone hat wirklich alles für einen modernen Genre-Klassiker, wenn er denn auch im Stande wäre, sein massiges Potenzial voll zur Geltung kommen zu lassen. Selbst im Director’s Cut und seinen 134 Minuten wirkt der Film speziell im Schlussdrittel arg komprimiert bzw. nicht vernünftig vorgetragen. Sehr sprunghaft hetzt man von einem Punkt zum nächsten, die zahlreichen Nebenfiguren können gar nicht alle relevant werden, vieles wird gar nicht richtig fertigerzählt. Bedauerlich, gerade da hier handwerklich sehr saubere Arbeit geleistet wird und es selten einen US-Western gab, der mit so viel Aufwand so rüde zur Sache gehen durfte. Ein deutlicher Wehrmutstropfen, der den Filmgenuss insgesamt aber nur leicht trübt.

„Sag ihnen, dass ich kommen werde. Und die Hölle kommt mit mir!“

Fazit

Hochwertig produzierter Star-Aufgalopp mit schroffen Gewalt-Eruptionen und vielen starken Momenten, dem jedoch sein am Ende zu hurtig durchgejagter Plot inklusive unvermeidlicher,  narrativer Hohlkörper negativ anzukreiden ist. Sonst aber eine feine Sache, die klar eher den reinen Genre- denn faktisch korrekten Geschichststundenanspruch erfüllt.

Autor: Jacko Kunze

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