{{ tweet.login }}

{{{ tweet.body | format }}}

Wird geladen...

×
×

Erwähnungen

×

Benachrichtigungen

Inhalt

Los Angeles, 1907: Wyatt Earp (alt: Val Kilmer, jung: Shawn Roberts), der legendäre Cowboy und einstige Revolverheld, trifft sich mit einem Reporter, um ihm die Geschichte seines ersten Ritts zu erzählen, der ihn einst zur Legende machte: So war es das Jahr 1878, als seine große Liebe, die Sängerin Dora Hand, brutal von einem Outlaw namens James ‘Spike’ Kenedy (Daniel Booko) ermordet wurde. Zusammen mit seinen drei Freunden Bat Masterson (Matt Dallas), Charlie Bassett (Scott Whyte) und Bill Tilghman (Levi Fiehler), jagt Earp schließlich Kenedy unnachgiebig hinterher, um ihn seiner gerechten Strafe zuzuführen. Die Spur ist schnell aufgenommen, doch Kenedy kann mehr als einmal den Marschalls entkommen und richtet gar noch mehr Unheil bei einer unschuldigen Farmerfamilie an. Dennoch gibt es vor Wyatt Earp kein entkommen und so folgt schlussendlich ein blutiger Showdown, welcher den Beginn einer unsterblichen Western-Legende darstellte…
  • W780
  • W780

Kritik

Wyatt Earp zählt tadellos zu den bekanntesten Westernhelden aller Zeiten. Sei es seine Freundschaft mit Doc Holliday, seine Bande mit seinen Brüdern, seine Karriere als Gesetzeshüter oder schlussendlich die berühmte Schießerei am O. K. Corral, all dies ließ ihn unsterblich werden, wodurch sagenumwobene Geschichten entstanden, die natürlich auch vor Hollywood nicht Halt machten (Wyatt Earp inspirierte nach einem Treffen gar John Wayne). Bereits1946 setzte ihm so Regisseur John Ford mit My Darling Clementine ein fantastisches Denkmal (gespielt von Henry Fonda), welches fortan den Look sowie die Präsenz von Earp prägen sollte. Am bekanntesten ist dagegen wohl heute Tombstone, von Regisseur George P. Cosmatos, in der Kurt Russell die Legende meisterhaft darstellte und so erneut den Revolverhelden hervorragend auf Zelluloid bannte. Damals dufte Val Kilmer den ungestümen wie arroganten, aber stets auch ehrenvollen, Doc Holliday an der Seite von Wyatt Earp spielen, welches ihm einen Menge Lob einbrachte. Umso interessanter ist es da, dass nun Kilmer in dem TV-Western First Ride of Wyatt Earp einmal die Rollen wechselt und nun einen alternden Wyatt Earp spielt, der seine Lebensgeschichte berichtet. Wer jedoch hofft, erneut einen spektakulären Western präsentiert zu bekommen, dürfte angesichts dieses Billig-Streifens von Regisseur Michael Feifer (der bereits unzählige B- wie C-Movies erschuf) maßlos enttäuscht werden. Denn zwar wird eine der besten Geschichten der Legende erzählt, doch angesichts mieser Kulissen, schlechter Schauspieler, glattgebügelter Kostüme sowie grausiger Dialoge, kommt hier niemals eine richtige Stimmung auf, wodurch selbst Hardcore-Fans das Weite suchen sollten.

Die Story dreht sich indes, basierend auf wahren Begebenheiten, um den ersten Ritt von Earp, der nun 1907 von ihm selbst (gespielt von einem reichlich müden Val Kilmer) berichtet wird. So gibt es natürlich verschiedene Zeitebenen, wobei Earp stets mit Off-Kommentar die Geschichte voran treibt und immer wieder philosophisch sowie teils melancholisch von den Ereignissen berichtet. Es war eben seine große Liebe, die Sängerin Dora Hand, die ihm damals schon früh genommen wurde. Was folgt ist so ein von Rache erfüllter Ritt, der schließlich den diabolischen Kenedy zur Strecke bringen soll. Soweit die recht gute Ausgangslage von  First Ride of Wyatt Earp. Dies hätte vermutlich auch vollkommen genügt, um eine schöne (wunderbar fotografierte) Westernstory zu erzählen, die die Legende noch einmal in Aktion zeigt. Was jedoch Regisseur Michael Feifer schließlich inszeniert, ist einzig eine vollkommende Katastrophe, in der die billigen Kulissen noch das geringste Ärgernis darstellen.  So bleibt Val Kilmer beispielsweise ein Marketingtrick, um noch einmal mehr Zuschauer anzulocken. Denn viel Spielzeit bekommt der einstige Star indes nicht. Viel eher stehen die vielen Jungdarsteller im Vordergrund, die aber weder eine Präsenz ausstrahlen, noch die blassen Profile überspielen können, welche das langweilige Drehbuch ausmachen. Was bleibt sind zahllose übertrieben pathetische Dialoge sowie ein Bösewicht mit Dauergrinsen, wodurch eben schnell das Interesse an der Story  auf ein Null-Niveau sinkt. Bei einem Budget von insgesamt 3 Millionen US-Dollar hätte man jedoch durchaus etwas mehr bei einem Western erwarten können. Der hervorragende Western Meek’s Cutoff, welcher wahrlich eine gute Atmosphäre verströmt und realistische Kostüme offenbart, kam mit nur 2 Millionen US-Dollar aus. Bei Wyatt Earp bleiben jedoch nur viel zu saubere Klamotten direkt von Kostümverleih, was eine authentische Szenerie bereits im Keim erstickt.

Wer jetzt zumindest hofft, dass das Finale eine großangelegte wie spannende Schießerei offenbart, wie einst bei Tombstone, wird ebenfalls maßlos enttäuscht werden. Weder wird die Szenerie musikalische passend untermalt, noch gibt es gelungene Gun-Fights. Viel eher wird geredet, gewartet und schließlich leise geschossen, sodass sich vermutlich Wyatt Earp im Grab umdrehen würde, wenn er dies sehen könnte. Warum sich Val Kilmer auf solche miesen Kleinproduktionen überhaupt noch einlässt, bleibt indes ein kleines Rätsel, denn mehr als müde gucken sowie gar schon stereotyp seine Geschichte erzählen, macht der einstige Star nicht. Es bleibt dabei, für Komplettisten des Western-Genres könnte der erste Ritt von  Wyatt Earp durchaus etwas sein, vor allem dadurch, dass hier erstmals eine neue Seite der legende präsentiert wird. Wer jedoch  auf eine gute Western-Story aus ist, sollte lieber auf My Darling Clementine, Tombstone oder gar Wyatt Earp – Das Leben einer Legende zurückgreifen, denn hier gibt es mehr zu sehen, als in diesem langatmigen Machwerk eines Trash-Regisseurs.

Fazit

Der Film von Regisseur Michael Feifer wird der Legende nicht einmal im Ansatz gerecht. "First Ride of Wyatt Earp" offenbart viel eher eine Menge Langeweile, schlechte Kulissen sowie Kostüme, eine billige TV-Show-Mentalität sowie einen Val Kilmer, der sich scheinbar verlaufen hat. Schade, aber hier wird keine neue Western-Legende erzählt, sondern eher eine zerstört.

Autor: Thomas Repenning

Wird geladen...

×