{{ tweet.login }}

{{{ tweet.body | format }}}

Wird geladen...

×
×

Erwähnungen

×

Benachrichtigungen

Inhalt

Neil McCauley (Robert de Niro) ist der Boss einer professionell agierenden Gangsterbande, die eigentlich nichts dem Zufall überlässt. Als sie den psychopathischen Waingro (Kevin Gage) für einen großen Coup engagieren, geht dieser gehörig schief und die Bande hinterlässt auf offener Straße ein Blutbad. Das erregt die besondere Aufmerksamkeit des Raubdezernats, insbesondere ihrers Bosses Vincent Hanna (Al Pacino). Der akribische Hanna jagt daraufhin die Bande bis auf´s Äußerste, und schon bald entwickelt sich ein Katz-und-Maus-Spiel unter den Lichtern der Straßen von L.A. ...
  • Jmzvswqp1llvq9fnqq4yojr1yz2
  • 7rrurcguwkzguryyugfxn0fgrrr
  • S5ged31ra3hycbvzjst7mr2d1hs
  • Tkgtrhufkshoeovssch01bvabwc
  • L54hlxblzwjgqkivh0phzkhj5fs
  • Zgczn7pymchy5olm5dvva0dtio
  • Nqomfdsiauzlz5rxf7imbfzs55v
  • Ny9mhdvwbirtqshjuyhezub1zk4
  • Awv6c29eb4crilxg5icm81l8ooo
  • Mxta08o7wttuvtxqwl3zsokodzk

Kritik

Als Drahtzieher und Veteran der "Miami Vice"-Serie brachte Michael Mann dem Zuschauer seine heimliche Liebe zum amerikanischen Großstadtambiente nahe, die er auch für "Heat" in vielen Facetten wieder aufleben lässt. Die Story bietet jedenfalls genügend Raum, Los Angeles als Handlungsspielplatz aufzuführen, und Mann ließ es sich nicht nehmen, hier wieder aus dem Vollen zu schöpfen. Hierzu packt er so etliche Liebeserklärungen auf das Großstadtleben aus, macht aber nicht den Fehler, seine Figuren in dessen Hektik bzw. Landschaftsbild untergehen zu lassen. Nicht nur den Hauptrollen wird dazu genügend Spielraum zugesprochen, sondern auch den Nebenparts ein intimer Anstrich verpasst. Was sich um sie an Handlung ausbreitet, kann man ohne zu zögern als eigen und vor allem authentisch betrachten. Der Regisseur staffierte sein Drehbuch so aus, dass sich die Figuren in ihrer Zeichnung nicht zu sehr voneinander trennen. So hat die Gangsterbande auch ein Familienleben mit ihren Hochs und Tiefs, und Hannas Macken sind für das heimische Chaos verantwortlich. So verschwimmen Grenzen des üblichen Gut/Böse-Musters und geben "Heat" einen durchweg authentischen wie fast dokumentarischen Grundton.

Dass der Film trotz der modernen Färbung recht klassische Züge annimmt, ist dem Duell der beiden Kontrahenten geschuldet. Doch verdichten sich die Wege nicht wie sonst im Finale, sondern im offenen Schlagabtausch, der dann gar in einer unvergesslichen Szene bei einer Tasse Kaffee gipfeln und somit diese magische Seelenverwandschaft und  Tiefgründigkeit preisgibt. Solche und andere Ideen hat Mann so geschickt eingeflochten, dass dadurch unsterbliche Momente entstanden sind. Da musste auch nicht jede Kleinigkeit hundertprozentig funktionieren, trotzdem gewinnt man den Eindruck, dass neue Aspekte angebracht waren und früheren hirnverbrannten Actioneskapaden den nötigen Fingerzeig gegeben wird.

Von technischer Seite her verlangte Mann alles an Equipment ab, was nur möglich war. So taucht die Produktion vieles in kalten Farben ein, ohne jedoch zu kaltherzig zu wirken - da sorgen die Figuren schon für die nötige Menschlichkeit. Und selbst der Verzicht auf allzu viele Nahaufnahmen nimmt der Stimmung nicht die notwendige Intimität weg. Immer wieder wird das Stadtbild als Hintergrund verwendet, ständig neo-kühle Architektur eingefügt - trotzdem wirkt der Polizeithriller nie gefühllos oder nur rein stilistisch geprägt. Dafür sorgen schlicht die Motive und Figuren, um die es sich augenscheinlich dreht; Mann verpackte lediglich seinen Plotansatz in moderne Kulissen. Darüber hinaus hilft auch der ambiente Soundtrack von Elliot Goldenthal mit, durch seine teils sphärischen Klänge eine hypnotische und persönliche Stimmung zu kreieren. Dazu steht dann im Gegensatz ein äußerst brachialer Shootout, der durch Verzicht auf Soundeffekte den Zuschauer quasi aus den Sitzen reißt. Eine Inszenierungsidee, die im Actiongenre einer Offenbarung gleich kam.

Man musste auch keine Stimmung machen, um den Cast dem Zuschauer schmackhaft zu machen, weil sich die Liste wie eine Hall of Fame auf dem Hollywood Boulevard liest. Allen voran natürlich Al Pacino und Robert de Niro, die als Weltstars fast selbstredend alles überstrahlen. Da bestand ein bisschen die Gefahr, dass da eine Konkurrenz auf höchster Ebene entstehen würde - weit gefehlt. Beide Akteure ergänzen sich einfach in ihrer Performance sehr gut und füllen ihre Rollen so lockerleicht aus, dass man fast geneigt ist, alleine schon wegen der Namen den Film als gelungen zu betrachten. Doch tun die beiden mindestens ihren Job, um den Figuren ein passendes Gesicht zu geben. Nahtlos kann man das bis in die kleinsten Nebenrollen ausweiten, und hier geht die Reichweite bei Namen wie Val Kilmer über Jon Voight bis hin zu William Fichtner oder Diane Venora, und selbst Natalie Portman in ihrer zweiten Kinorolle kann ihre Ambitionen als heutiger Megastar in "Heat" locker unterstreichen. Da tut es noch nicht mal etwas zur Sache, dass ein paar Mäkel wie bemühte Dialogzeilen und leichte Logiklöcher die sonst so glatte Oberfläche des Filmes ein bisschen ankratzen.

Fazit

"Heat" definierte auf eindrucksvolle Weise die Machart eines Gangsterthrillers neu und modern, ohne zu sehr von klassischem Aufbau abzurücken. Michael Mann brachte lediglich ein bisschen Gediegenheit mit hinein, die ein paar epische Auswüchse annahmen und in nostalgischer Hinsicht Klassiker wie "French Connection" in die Neuzeit transportierten. Damit ist der Film nicht nur eine Hommage, sondern gleichzeitig Vorreiter als Neuanfang der alten, harten Copfilme geworden - nur mit viel mehr Persönlichkeit, Authentizität und einem verträumteren Stadtbild, was als Sahnehäubchen durch die durchweg hochklassige Schauspielkunst zu einem heimlichen Meilenstein des modernen Actionthrillers geworden ist.

Autor: Sascha Wuttke

Wird geladen...

×