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Inhalt

Philippe Petit beobachtet als kleiner Junge eine Gruppe Hochseilartisten im Zirkus. Seit diesem Augenblick ist seine Leidenschaft für das Seil entfacht. Er bringt es soweit, dass er als Straßenkünstler in Paris auftreten kann. Als er eines Tages in der Zeitung auf eine Abbildung des neu erbauten World Trade Centers stößt, wächst in ihm der Traum, das Unmögliche zu schaffen: den Abgrund zwischen den Zwillingstürmen auf einem Drahtseil zu überwinden. Bei der Vorbereitung dieses waghalsigen Unternehmens sind ihm sein Mentor Papa Rudy, seine Freundin Annie und eine bunt gemischte Gruppe junger Männer behilflich. Die wahre Geschichte des Philippe Petit nimmt ihren Lauf.

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Symbole des Fortschritts und die Inspirationskraft menschlichen Wagemuts

Ein Mann in luftiger Höhe alleine auf einem Seil zwischen den Türmen des World Trade Centers: der Franzose Philippe Petit am 7. August 1974. Was winkt ihm am anderen Ende des Seils, was bewegt ihn zu dieser lebensgefährlichen Tat? Dies ist eine Frage, die nicht nur der Hochseilartist repräsentativ für seinen Beruf schwer beantworten kann, sondern vor der auch viele andere Menschen ratlos zum Stehen kommen. Wie lässt sich die Entstehung eines solchen Traumes erklären? Von welcher Qualität ist dieses Drängen in der Brust, das zur Verwirklichung eines derartigen Ziels strebt? Das alles sind Fragen, die dem Zuschauer kommen können, wenn er sich „The Walk“, den neuen Film von Meisterregisseur Robert Zemeckis, zu Gemüte führt. Und allein das ist schon eine bemerkenswerte Leistung des Films, auch wenn er nicht wirklich Antworten liefert. An dieser Stelle heißt es, sich selbst Antworten zu suchen und sich dabei von den Auswirkungen der Taten des Philippe Petit auf die anderen Menschen leiten zu lassen. Denn eins ist sicher: sein Gang über das Seil hat inspiriert und ein Gefühl der Hoffnung verbreitet, was nicht nur angesichts eines Ereignisses wie dem des späteren Schicksals der Zwillingstürme von großer Bedeutung ist.

In der Hauptrolle des Hochseilartisten zeigt sich ein glänzend aufgelegter, vor physischer und emotionaler Ausgewogenheit strotzender Joseph Gordon-Levitt, der zur Vorbereitung auf den Film über eine Woche Privatunterricht bei dem wahren Philippe Petit nahm. Dabei schaute er sich nicht nur die Kunst des Balancierens bei ihm ab, sondern studierte gleichzeitig seinen Charakter und sein Auftreten. Damit gelingt es Gordon-Levitt auch problemlos, gegen die Erfahrung seines Schauspielerkollegens Ben Kingsley anzukommen, der in der Rolle von Petits Mentor Papa Rudy die Leinwand beehrt. Da „The Walk“ für ein maximal breites Publikum geschaffen wurde, ein Familienerlebnis für Zuschauer von 8 bis 80 Jahren, darf eine kleine Liebesgeschichte auch nicht fehlen, die mit dem Auftreten von Charlotte Le Bon in der Rolle der Annie auf dezente und bezaubernd französische Weise eingefügt wird.

Erzählt und kommentiert wird die Geschichte von der Hauptfigur selbst, die auf der Freiheitsstatue stehend (ein Geschenk Frankreichs an die USA) dem Zuschauer vor allem in den schauderhaften Szenen auf dem Hochseil eine detaillierte Selbstinnensicht liefert. Zu Anfang wird ein Eindruck von Petits Vergangenheit gebildet, der von treffenden Dialogen und vor Lebenslust überbordenden Bildern der pulsierenden Weltstadt Paris dominiert wird. In der Anfangsphase des Films hat sich Zemeckis liebevoll dem Leben der Straßenkünstler gewidmet und eindrücklich bewiesen, dass er es versteht, den Stand der (3D-)Technik in den Dienst von Charakterdarstellungen und emotionalen zwischenmenschlichen Begegnungen zu stellen. Ohne nachzulassen, setzt der Regisseur seine Linie aus Filmen wie „Forrest Gump“ und „Flight“ fort, indem er die Technik lediglich als Zaubermittel für die Bebilderung bewegender Geschichten und packender Schicksale verwendet. So lässt er die phänomenalen Effekte und CGI-Spielereien dankenswerterweise niemals zum Selbstzweck werden. Und hier ist jedem der Griff zur 3D-Brille zu empfehlen, der sich tief in das Erlebnis stürzen und mit Philippe Petit den verrückten Gang wagen möchte.

Der echte Philippe Petit sagte, dass es einen Unterschied gäbe zwischen denen, die sich die Balancierstange schnappen und ihr Leben riskieren, um auf die andere Seite zu gelangen, und ihm, der sein Leben rübergetragen hat. Ihm sei bewusst, dass er durch seine Tat inspirierend gewirkt habe. Angesichts dieser Botschaft, die sich der Film ebenfalls mehr oder weniger auf die Fahnen geschrieben hat, könnte man etwas abgeschreckt werden. Und ja, Zemeckis' Werk ist zuweilen pathetisch und eine Spur zu sehr durch typisch amerikanische Werte besetzt, aber ihm gelingt es, den Zuschauer an seinen Sitz zu fesseln und wahrhaft zu bewegen.

In gewisser Weise ist der Film auch eine Hommage an die Türme des World Trade Centers. Damals konnten sie als Symbol des Fortschritts gesehen werden, wozu Zemeckis mit seinem Faible für die neueste Filmtechnik ein passendes Pendant liefert. Trotz dieser positiv anmutenden Symbolik waren die Gebäude zuerst eher unbeliebt bei der New Yorker Bevölkerung. Allein durch den Drahtseilakt Philippe Petits gewann das World Trade Center an Ansehen. Er riss den architektonischen Kolossen wohl die bedrohliche Maske der Unbezwingbarkeit herunter und verlieh ihnen etwas Menschliches. Annie sagt in einer Szene sogar, dass Petit ihnen Leben eingehaucht und eine Seele gegeben hätte.

Um noch einmal auf die Frage nach dem Warum zurückzukommen, die im Übrigen in dem Film noch ein wenig mehr in den Fokus hätte gerückt werden können, ist es unvermeidlich, einen genaueren Blick auf den Charakter Philippe Petits zu werfen. Die Hochseilkunst war nicht nur ein Hobby, das er nutzte, um sein Nebennierenmark zur Ausschüttung von Adrenalin zu zwingen, sondern eine echte Leidenschaft und Überzeugung. Die gewaltigen Türme, der Abgrund, das Drahtseil in der Schwebe zwischen Nebelfetzen, das war sein Leben und zeitweise seine Obsession. Er vergaß die Menschen um sich herum und musste sich selbst daran erinnern, ihnen für ihre Hilfe zu danken. Für ein derartiges inneres Verlangen gibt es mit Sicherheit einen triftigen Grund. Um diesen ausmachen zu können, führt Zemeckis den Zuschauer im virtuellen Körper von Philippe Petit auf die realistischste Weise, die bis jetzt möglich ist, auf das 2,5 cm dicke Seil über den 417 Meter tiefen Abgrund.

Fazit

Robert Zemeckis' „The Walk“ ist definitiv mehr als ein netter Spaziergang: es ist eine Reise in die Vergangenheit, in das Leben eines schillernden Charakters und das Abbild menschlichen Wagemuts in Reinform. Dabei überzeugt die 3D-Technik als Hilfsmittel für eine emotional mitreißende Geschichte und Momente des nervösen Mitfieberns. Die Spezialeffektemacher zaubern ein atemberaubendes Bild von New York aus der Höhe und die souveränen Darsteller sorgen für das nötige Leben in den berückenden Kulissen. Dabei lässt der Film einem offen, ob man sich zurücklehnt und die Sensationen genießt oder die ein oder andere Frage an ihn zu stellen wagt. „The Walk“ ist eine Ode an den menschlichen Mut, Übermut und Tatendrang, die es verdient hat, gesehen zu werden.


Autor: Jonas Göken

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