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Dieser Familienbesuch bei den Großeltern wird zum Psycho-Trip. Dabei hat die alleinerziehende Mutter für ihre Kinder nur die besten Absichten, als sie den einwöchigen Urlaub bei Oma und Opa in Pennsylvania plant. Auf der abgelegenen Farm kommen Bruder und Schwester schnell dahinter, dass die alten Leute ein verstörendes Geheimnis haben. Doch was verbirgt sich hinter der Regel, dass Zimmer nach 21.30 Uhr nicht mehr verlassen zu dürfen? Das Unheil nimmt seinen Lauf und die Chancen, Nachhause zurückzukehren, werden immer geringer...
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Kritik

Der Film wurde der Presse in Berlin leider nur in der deutschen Synchronfassung gezeigt. Es ist durchaus möglich, dass dieser Umstand die endgültige Beurteilung des Films negativ beeinflusst hat.

Als der nächste Steven Spielberg wurde er einst gehandelt, der große Geschichtenerzähler und Twist-Künstler M. Night Shyamalan. Die Karriere des Oscar-nominierten Regisseurs zusammenzufassen, fällt nicht gerade leicht: Angefangen bei beliebten Filmen wie "The Sixth Sense" und "Unbreakable", über zwiespältige Experimente wie "Signs" und "The Village", bis hin zu katastrophal in den Sand gesetzten Spektakeln wie "Das Mädchen aus dem Wasser", "The Happening", "Die Legende von Aang" und "After Earth" (rein auf den allgemeinen Ruf bezogen, der Autor dieser Zeilen stimmt nicht zwangsläufig mit jedem Meinungstrend überein). Der CGI-Dschinni ist aus der Flasche und hat den inszenatorisch eigentlich hochbegabten Shyamalan in seiner Gewalt. Die Zeit für ein großes Comeback ist gerade richtig.

Wenn überhaupt, dann wäre der unabhängig produzierte Found-Footage-Horror "The Visit" aber ein Comeback im kleineren Rahmen, besinnt sich Shyamalan doch endlich auf alte Tage zurück, anstatt seinen erzählerischen Irrsinn zusätzlich wieder in zu Tode gegreenscreenten Bilderwelten zu ertränken. Hier hat ihm kein Studio ins Handwerk pfuschen können, "The Visit" ist quasi zu 100% der Film, den Shyamalan hat machen wollen. Ein Umstand, der bei Betrachten des fertigen Endproduktes endgültig zu bestätigen scheint, dass er von allen guten Geistern verlassen ist. "The Visit" ist objektiv betrachtet vielleicht nicht ganz der schlechteste Film, den er bis jetzt gemacht hat, aber mit Sicherheit der blödeste.

Den ersten Pressestimmen zufolge stellt der Film eine klare Steigerung zu Shyamalans vorigen Werken dar, was vorrangig daran liegt, dass man als Zuschauer nun nicht mehr über sondern mit ihm lachen würde. Und ja, durch die pubertären Sprüche und Rap-Künste des kleinen Tyler (Ed Oxenbould) werden immer mal wieder witzige Momente erzielt und durchaus auch erzeugt. Das hält Shyamalan aber nicht davon ab, in viel öfter auftretenden Szenen unfreiwillig der Komik zu frönen, inbesondere, wenn er gerade versucht, ganz gewaltig zu gruseln. Die brillanten Humorsphären von "The Happening" werden nie ganz erreicht, dazu nimmt sich "The Visit" nicht ernst genug - dass der Film aber durchgehend als Horror-Komödie funktionieren möchte, ist stark anzuzweifeln.

Irgendwo zwischen Horror, Thriller, Komödie und Drama ist "The Visit" anzusiedeln, stellt sich in allen vier Bereichen aber dermaßen ungelenk (um nicht zu sagen: dämlich) an, dass der Film nie zu einem stimmigen Rhythmus findet. Inbesondere die dramatischen Elemente, die quasi als übergreifender Bogen gespannt werden, sind geradezu lächerlich schlecht eingearbeitet und verfehlen ihr Ziel meilenweit - und wenn am Ende plötzlich unsinnige (!) Ekel- und spaßige (?) Splatter-Elemente hinzukommen, ist man endgültig davon überzeugt, dass Shyamalan die Kontrolle über sein eigenes künstlerisches Schaffen komplett aus den Augen verloren hat. Immerhin beim Fantasy Film Fest wird die im Grunde beliebig eingesetzte "Windel-Szene" bestimmt perversen Beifall geerntet haben.

Ein bis zwei atmosphärische Horrormomente (die aber meist wieder in unfreiwilliger Komik enden) reichen nicht, um einen Film zu tragen, der weder inszenatorisch noch inhaltlich zu überzeugen vermag. Das Found-Footage-Genre nutzt Shyamalan wenig originell und treibt es am Ende auch eindeutig zu weit, wenn die Protagonisten in den lächerlichsten Situationen noch mit der Kamera in der Hand durch die Szenerie hetzen. Vor allem das Entwickeln von Figuren, die auch nur halbwegs den Anschein erwecken, irgendwie menschlich zu sein, bereitet Shyamalan immer noch große Schwierigkeiten. Keine einzige Figur in "The Visit" verhält sich so, wie man es von einem Menschen erwarten würde - und es geht um Dialog, Mimik und Gestik, nicht nur um die guten alte "Ist da jemand?"-Horrorfilm-Mentalität.

So fällt dann auch die Leistung der Darsteller eher durchschnittlich aus (mehr soll an dieser Stelle aufgrund der Verfälschung durch die deutsche Synchronfassung nicht gesagt werden). Immer wieder provozieren die staksigen Dialoge und teilnahmslos wirkenden Reaktionen auf ein Horrorszenario unfreiwillige Lacher. Und der große Twist? Wird von einer völlig unnötigen und viel zu hastig in den Film gezwängten Mythologie unterfüttert, die wahrscheinlich wieder auf einer Gutenachtgeschichte basiert, die Shyamalan seinen Kindern erzählt hat, und sich beschämend faule Auswege sucht, um den Rentner-Spuk logisch zu erklären.

Fazit

Vom Spektakel zurück zum schmal budgetierten Budenzauber: Die glorreiche Rückkehr des Meisters auf seine Bühne hat es werden sollen, stattdessen ist "The Visit" die größte Katastrophe in Shyamalans Karriere seit "The Happening". Nichts passt zu- oder ineinander, der Ü60-Horror ist ein Fest für Freunde des unfreiwilligen Humors und purer Terror für (ehemalige) Fans des Regisseurs. Es ist an der Zeit, gute M. Nacht zu sagen.

Autor: Nikolas Friedrich

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