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Unheimliche, übermächtige, außerweltliche Kreaturen haben die Menschheit seit Jahrzehnten in ein Versteck aus riesigen, unterirdischen Bunkersystemen gezwungen. SUM1, ein junger Militär-Rekrut, wird zur Erdoberfläche geschickt, um in einem entlegenen Wald von dem Wachturm eines Sicherheitskreises die letzten Überlebenden zu beschützen. Auf seiner 100-Tage Mission wird SUM1 mit Wiederständen konfrontiert, die seine gesamte Sicht auf die Realität verändern und ihn in einen existenziellen, durch Paranoia und Isolation getriebenen Kampf um seinen Verstand und das Überleben werfen.

Kritik

Reine Genre-Filme aus Deutschland sind, abseits von immer gleichen Komödien der Marke Til Schweiger, sowie sich stets wiederholenden Krimis oder der emotionalen Aufarbeitung unserer Geschichte, wirklich rar geworden. Immer mal wieder erreichen uns kurze Lichtblicke wie beispielsweise Hell oder Anatomie, welche suggerieren, dass sich das deutsche Kino vielleicht doch weiterentwickelt, nur um genauso schnell wieder im Keim erstickt zu werden. Genre-Kino will sich einfach nicht durchsetzen. Umso erfreulicher war es, dass die Mitteldeutsche Medienförderung MDM, das Medienboard Berlin Brandenburg und der Deutsche Filmförderfond DFFF das Science-Fiction-Projekt S.U.M. 1 finanzierten. Dabei handelt es sich um das Regiedebüt von Christian Pasquariello, welcher bisher nur als Autor in Erscheinung trag. Zudem konnte prominente Unterstützung aus Hollywood gewonnen werden: Iwan Rheon, welcher mit Misfits sowie seiner grandiosen Darstellung des Psychopathen Ramsey Bolton in Game of Thrones überzeugen konnte, übernimmt die Hauptrolle in dem Film, welcher wie eine Mischung aus Moon und Oblivion klingt.

So wurde die Erde von Außerirdischen angegriffen und die Menschheit wurde gezwungen, sich in riesigen unterirdischen Bunkern zu verstecken. Der junge Militärrekrut S.U.M. 1 wird an die Oberfläche geschickt, um in einem entlegenen Wald von einem Wachturm eines Sicherheitskreises die letzten Überlebenden zu beschützen. Auf seiner 100 Tage Mission, welche er alleine in seinem Turm verbringt, verändern ihn Paranoia, Panik und die Isolation. Doch ändert sich auch seine Sichtweise und er beginnt, seine Mission und die Wahrheit in Frage zu stellen.

Was auf dem Papier alles erst einmal nicht schlecht klingt, entpuppt sich später leider als fader Aufguss bereits bekannter Ideen. Insbesondere die inhaltliche Nähe zu bekannten und erfolgreichen Genrevertretern macht es S.U.M. 1 äußerst schwer, individuelle Ideen zu verarbeiten. Zu sehr werden die alten und bekannten Ideen nach Schema F abgearbeitet ohne eigene Einflüsse einzubringen. Doch versucht S.U.M. 1 auch gar nicht das Rad neu zu erfinden. Er setzt auf Atmosphäre und diese fällt, insbesondere für einen deutschen Film, sogar ganz passabel aus. Pasquariello arbeitet mit eher subtileren Mitteln und verfolgt ein langsameres, jedoch passendes Tempo. Nach und nach merkt der Zuschauer, dass irgendetwas nicht stimmt ohne gewaltsam drauf gestoßen zu werden. Ebenso sind die Außerirdischen auch bis zum Schluss nicht zu sehen. Man hört hier ein Scharren, dort sieht man einen Schatten, alles angedeutet aber niemals offensichtlich. Dies führt zu einer stetig wachsenden Spannungskurve. Man möchte dabeibleiben auch wenn man nicht wirklich etwas Neues erwartet.

Und wenn man denkt, S.U.M. 1 versinkt im Einheitsbrei kommt es zu einer ziemlich überraschenden Wendung. Der Schluss selbst rettet dabei den Film vor dem Vergessen, denn alles was wir zu glauben scheinen, wird über den Haufen geworfen. Doch wenn man einmal ehrlich ist, möchte man S.U.M. 1 schlussendlich besser finden als er ist, da wir endlich mal einen Science Fiction Beitrag aus Deutschland erhalten haben. Man merkt, dass die deutschen Filmemacher diesbezüglich nicht so viel Erfahrung haben, denn die Ausstattung und die Effekte sind maximal zweckmäßig das fehlende Budget deutlich spürbar. Vielleicht hätte man durch neue Aspekte der Geschichte oder mit mehr Liebe zum Detail die Makel ausräumen können. Somit ist S.U.M. 1 maximal ganz ok, mehr nicht.

Fazit

"S.U.M. 1" ist ein netter Versuch den Genrefilm in Deutschland wieder zu etablieren, doch reicht es schlussendlich nicht aus, um sich gegenüber anderen Vertretern abzuheben.

Autor: Christian Kühnemann

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