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In naher Zukunft ist unsere Welt nach einem Krieg mit außerirdischen Wesen nahezu komplett zerstört. Die Menschheit muss seitdem über den Wolken leben, wo sie sich vor den furchterregenden Aliens, die die letzten Trümmer der Erde belauern, in Sicherheit wähnt. Der Spezialtechniker Jack (Tom Cruise) ist als einer der wenigen Menschen auf der Erde stationiert. Doch seine Jahre andauernde Mission, lebenswichtige Ressourcen zu sammeln, um der Menschheit einen Neuanfang zu ermöglichen, neigt sich dem Ende zu. Er wird wieder in das Wolkenreich der Menschen zurückbeordert. Kurz vor Abflug entdeckt er auf einem Routine-Flug ein abgestürztes Raumschiff, neben dem er eine Überlebende findet. Als Jack Meldung macht, bekommt er den Befehl erteilt, sich nicht weiter um den Vorfall zu kümmern, doch Jack widersetzt sich dieser Anweisung und will die junge Frau retten. Das bringt den Stein ins Rollen und macht Jack zum Gejagten. All diese mysteriösen Ereignisse bringen ihn auf eine neue, ungeahnte Fährte, an deren Ende dunkle Geheimnisse aufgedeckt werden.
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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Zwar war Joseph Kosinskis Hollywood-Debüt ein finanzieller Erfolg, konnte aber nicht verleugnen, dass außer visuellem Stil „Tron:Legacy“ nicht viel zu bieten hatte. Damit hatte er eine alt ehrwürdige Disneymarke ein bisschen zu Grabe getragen und lediglich den Kult des Originals unterstrichen. Noch bevor sich der Regisseur an dem Film verdingte, hatte Kosinski zusammen mit Arvid Nelson 2005 eine Grafic Novel veröffentlicht, die dann an Disney vorbei schließlich bei Universal landete. Mit Tom Cruise an Bord begannen 2012 dann die Vorbereitungen zu einem Film, der endlich mal wieder das Zeug zu einem würdigen Endzeit-Thriller hatte. Würdig – in diesem Fall ein „effektives Team“ – sind auch Flugdrohnenmonteur Jack Harper (Tom Cruise) und seine Kollegin Victoria (Andrea Riseborough), die auf einer entvölkerten Erde im Jahre 2077 den Abbau wertvoller Ressourcen für die Überlebenden auf dem Saturnmond Titan sicherstellen sollen. Eines Tages stürzt ein Raumschiff in Jacks Nähe ab, der daraufhin eine Überlebende (Olga Kurylenko) retten kann. Die geheimnisvolle Julia löst eine Kette von Ereignissen aus, die Jacks Leben von Grund auf verändert... Zerstörte Architektur, graubraune Einöden weit und breit. Und mittendrin ein effektives Team, das sich zwar immer selbst motiviert, aber trotz trauter Zweisamkeiten nicht verschleiern kann, dass sie eher eine Zweckgemeinschaft statt einer Wunschpartnerschaft führen. Im Grunde ist nur Victoria die loyale Kraft in dieser Begebenheit, Jack dagegen nutzt jede Gelegenheit, das Menschsein auszukosten, redet mit seiner Wackelfigur, erinnert sich an Footballspiele und lässt nichts unversucht, seine Partnerin für seine Überzeugungen zu gewinnen. So viel Optimismus und Träumerei in einer ausgelaugten Landschaft hätte man dem Film gar nicht zugetraut, was auch visuell viel mit Gegensätzlichkeiten arbeitet. Die heile Welt des „Towers“ gegen das schroffe Landschaftsbild drum herum – die Einführung vermittelt ein befremdliches Bild zweier Gegenentwürfe (zwischenmenschlich wie geografisch), die zum Scheitern verurteilt scheinen. Bekräftigt wird das durch die Einführung der Julia-Figur, die den Stein endgültig ins Rollen bringt. Wer sich durch den Beginn schon damit abgefunden hatte, dass Oblivion zu einem banalen, unfreiwillig komischen Werk verkommen würde, sollte etwas Sitzfleisch beweisen, denn mit Julia hält auch das Erzählfeuerwerk endlich Einzug. Wo wir auch schon beim Terminus des Thrillers angelangt wären, denn die Story schlägt dann ordentliche Kapriolen. Was ab dem 2. Akt dann geschieht, ist für Matrix-Fans und Mad Max-Veteranen ein Fest. Ein Schelm, wer Böses denkt, wenn auch noch die Roboteraugen der Drohnen gerne mal an Kubricks SciFi-Klassiker erinnern. Das sind lediglich visuelle Referenzen, denn entwickelt sich Oblivion in seiner eigenen Ecke und sorgt auch für entsprechende Spannungsmomente. Doch irgendwann war das Fass auch mal vollgelaufen. Der Plot bemüht sich zwar sehr um lückenlose Aufklärung, aber eine angepeilte Spielzeit von gut 120 Minuten war für ein Script diesen Ausmaßes definitiv zu wenig. So stolpert die Erzählung von einem Twist zu nächsten und wartet letztlich noch mit einem Finale auf, das dann endgültig zu viel des Guten ist. Das wird auch im handwerklichen Gebiet deutlich. Manche Schnitte lassen etwas Dynamik vermissen, dafür wären ein paar Szenen mehr ganz nützlich gewesen. So bleibt leider ein wenig der Eindruck hängen, dass rein formell Oblivion nicht ganz zu Ende gedacht war. Visuell kann der Thriller jedoch vollends überzeugen, und hier zeigte sich, dass Joseph Kosinski seine künstlerischen Vorschusslorbeeren aus Tron:Legacy nicht umsonst eingefahren hatte. Auch in Oblivion legte das Filmteam sehr viel Wert auf architektonische Eyecatcher sowie entsprechende Kameraarbeit. Auch wenn diese mehr auf Statik setzt und nicht in jeder Einstellung von A nach B gleitet, wurden die Szenen mehrheitlich gut eingefangen. Die Kontraste zwischen Tower, Landschaften, Fahrzeugen und Jacks selbst erschaffenen Paradies sind wahre Augenfreuden und unterstützen gar Suspensemomente sehr gut. Die Schlichtheit wirkt gewollt und storyrelevant, was jedenfalls besser gelungen ist als noch in Disneys Mikrokosmos. Völlig in die Geschichte einbezogen ist auch der Cast, der zwar eingangs mit Befremdlichkeiten zu kämpfen hat, aber sich auch in der Story entfalten darf. Tom Cruise füllt seine Rolle wieder gewohnt hochklassig aus und tobte sich auch entsprechend aus. Da sitzt nicht jeder Dialog, jedoch ist die Figur des Jacks in der Storyentwicklung tatsächlich so naiv gezeichnet, was dann noch um Längen von Partnerin Victoria (gespielt von Andrea Riseborough) getoppt wird. Bei beiden ist Cruise eindeutig der Gewinner, der viele Facetten abzudecken hatte und diese auch sehr gut bewältigt. Schade, sehr schade, dass man der Figur der Julia nicht dieses Spektrum zugesprochen hatte. Zwar ist die Schlüsselfigur ein geheimnisvoller Charakter, dieser sich aber zu früh offenbart und schnell an Relevanz verliert. Noch bedauerlicher, dass Olga Kurylenko ihre Performance da nicht vollends auskosten durfte, da ihre ersten Szenen sehr vielversprechend sind. Dass sie letztlich nur noch Symbolcharakter inne hat, zeigt die schreiberischen Defizite auf, Figuren für die Erzähldynamik fallen zu lassen. In dem Zusammenhang wird auch einem Morgan Freeman zu wenig Aufmerksamkeit zuteil.

Fazit

Mit „Oblivion“ hatte Kosinski einen weiteren, wichtigen Schritt in Richtung der visuell beeindruckenden, aber auch inhaltsvollen Filmkunst machen dürfen. Der Endzeit-Thriller überrascht in seiner Erzählung, trägt aber ab einem gewissen Punkt zu dick auf und wirkt letztlich ein bisschen überladen. Denn wer sich nicht an den überragenden Schauwerten sattsehen kann, wird auch noch mit einer storydienlichen Schauspielerleistung belohnt, die leider auch die entsprechenden Macken annahm. So ist „Oblivion“ nicht der erhoffte Oberhammer geworden, für Fans des Szenarios aber absolutes Pflichtprogramm.

Autor: Sascha Wuttke

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