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Peter Parker ist nicht gerade angesehen an seiner Uni, denn er ist schmächtig und ungeschickt, was seine Chancen beim Mädchen seiner Träume, Mary Jane nicht gerade erhöht. Als er eines Tages jedoch von einer genmanipulierten Spinne gebissen wird, wacht er am nächsten Morgen auf und findet seine Sinne geschärft vor und entwickelt auch weitere übermenschliche, aber sehr spinnenähnliche Fähigkeiten. Nachdem er damit zunächst sein Traummädchen beeindruckt hat, wächst er schon bald zu dem maskierten Helden Spider-Man heran, spätestens als ein Superschurke namens Grüner Kobold, der die Mr.Hyde-Variante des Wissenschaftlers Norman Osborn ist, die Stadt bedroht...

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Kritik

Kurskorrektur und Rettungsanker zugleich? In jedem Fall war Spider-Man ein Prestigeprojekt für Sam Raimi, der mit seiner Tanz der Teufel-Trilogie Filmgeschichte geschrieben hat, danach aber nicht mehr in der Lage war, weitergehend von sich reden zu machen – mal ganz davon absehen, dass ihm mit seiner frösteligen Coen-Hommage Ein einfacher Plan 1998 zweifelsohne ein brillanter Coup gelungen ist. Nichtsdestotrotz: Um nicht gänzlich in der Versenkung zu verschwinden, musste etwas Großes (mit Sicherheit auch massenkompatibel Codiertes) her; eine echte Marke, sozusagen, deren Siegel rund um den Erdball Aufsehen erregen wird. Und passend zum damalig langsam auffächernden Comic-Buzz, wurde Sam Raimi das Privileg zuteil, die knapp 140-Millionen-Dollar schwere Spider-Man-Produktion zu stemmen, die sich nicht nur dem Urteil des Feuilleton ausgesetzt sehen sollte, sondern auch einem gigantischen Fandom, welches seit dem Kindesalter mit dem Wandkrabbler in sentimentaler Verbindung steht. Für Raimi also Prüfstein in doppelter Hinsicht.

Glücklicherweise ist Sam Raimi nicht gerade (nur) mit dem Mindestmaß an schöpferischer Kompetenz gesegnet worden, was Spider-Man auf direktem Wege dazu verhalf, ein Volltreffer auf ganzer Linie zu werden. Nicht nur Kritiker lobten den Film weitestgehend einträchtig, auch die Comic-Verfechter waren angetan von Raimis Sicherheit, Peter Parker sowie Spider-Man einen angemessenen Leinwandauftritt zu bescheren – die 820 Millionen US-Dollar, die Spider-Man erwirtschaftete, sprechen darüber hinaus auch kommerziell eine sehr deutliche Sprache. Aber worin liegt der Erfolg begraben, dass sich Spider-Man als derartig gelungen klassifizieren lassen darf? Nun, lange Zeit vor dem Verkettungswahnsinn des Marvel-Cinematic-Universe, in dem keine Geschichte mehr für sich allein stehen darf, sondern alles auf dem zwanghaften Anspruch des sequenziellen Erzählens basiert, bewies Spider-Man, dass sich derlei Heldensagen vor allem dann rentieren, wenn sie sich ganz auf sich konzentrieren, anstatt den Profit der Zukunft bereits ins Auge zu fassen.

Mit Peter Parker (Tobey Maguire, Bauernopfer – Spiel der Könige) bekommen wir einen Außenseiter vorgesetzt, der den Zuschauer (auf liebenswerte Art) zur Identifikation nötigt. Peter ist ein Teenager, seine Eltern sind bereits verstorben, in der Schule wird er vorwiegend von seinen Mitschülern getriezt und seine Freizeit widmet er der Wissenschaft, liest, lernt, bildet sich weiter. Er gehört zu dieser Sorte von Einzelgängern, die beinahe zu umgänglich erscheinen, als dass man wirklich ernsthaftes Interesse an ihrer Existenz aufbringen könnte: Ein Mensch, der letztlich zu putzig für unsere Zeit ist. Rückhalt findet Peter bei seiner Tante May (Rosemary Harris) und seinem Onkel Ben (Cliff Robertson), und sollte es wirklich mal hart auf hart kommen, steht ihm Harry (James Franco, True Story), Sohn von Norman Osborn (Willem Dafoe, AntiChrist), Kopf der renommierten Oscorp-Firma, zur Seite. Und Spider-Man benötigt nur wenige Minuten, um die Beziehungen der einzelnen Charaktere untereinander zu etablieren, weil er nicht ausschmückt, sondern aufzeigt.

Nur für Peters Schwarm, Mary Jane (Kirsten Dunst, Fargo – Staffel 2), nimmt sich Spider-Man den erzählerischen Raum, um die Irrungen und Wirrungen dieser sich anbahnenden Liebelei auszustaffieren. Das Schöne: Egal, wie sehr sich Spider-Man auf die romantischen Gefühle der Beiden einlässt, die mal erwidert, dann wieder abgelehnt werden – es wirkt durchweg authentisch. Nicht nur, weil die Dialoge gut geschrieben sind, sondern auch, weil die Chemie zwischen Tobey Maguire und Kirsten Dunst stimmt, die durch ihren individuellen juvenilen Charme eine empathische Einheit für den Zuschauer bilden. Ja, man wünscht Peter und MJ eine rosige Zukunft, wäre da nicht der schicksalhafte Spinnenbiss, der Peter zum, wenn man so möchte, Schutzpatron der Stadt (oder des ganzen Landes?) erklärt. Die Überforderung, die Peter mit seiner neuen Rollen erfährt; das spielerische Austesten der neuen Fähigkeiten, die Zwienatur in seiner Brust, genau diese Aspekte sind der Ursprung, um das psychologische Profil von Spider-Man zu definieren.

Sicherlich ist noch einiges an Luft nach oben, geht es um Peters Gewissens- und Identitätskonflikte sowie die mediale Überformung des insektoiden Gerechtigkeitsideals, doch unter dem Label „Aus großer Kraft, folgt große Verantwortung“ findet Spider-Man das elementare Wertesystem, in dem sich nicht nur die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft, sondern bis heute jeder andere Superheld zurechtfinden muss. Es geht um die Frage, wie viel Trübsal, Verderben und Elend man in kauf nimmt, um seinen Mitmenschen Schutz zu bieten. Darum, ob es für einen Superhelden, der sich in seiner Selbstlosigkeit ständig in Gefahr befindet, überhaupt eine Möglichkeit gibt, eine ernsthafte Beziehung zu führen. Danny Elfmans exquisite Komposition, die zu seinen besten Arbeiten zählt, begleitet diesen Sinndiskurs und legt sich wie eine zweite Haut an den Entwicklungsprozess der Hauptfigur. Und wer sich immer noch nicht im Klaren darüber ist, ob Spider-Man wirklich etwas taugt, der lasse sich endgültig vom schizoiden Willem Dafoe und dem cholerischen Maulhelden J.K. Simmons überzeugen.

Fazit

So geht Comic-Verfilmung! Bunt, aber niemals grell. Humorvoll, aber niemals die Ernsthaftigkeit verleugnend. Mit Spider-Man hat Sam Raimi einen wunderbaren Trilogie-Auftakt abgeliefert, der nicht nur durch seine (auch heute noch gut anzusehenden) Trickeffekte überzeugt, sondern über einen großartigen Cast verfügt, der seine Charaktere durchweg organisch erscheinen lässt, und eine musikalische Untermalung von Danny Elfman, die längst Geschichte geschrieben hat. Ein voller Erfolg!

Autor: Pascal Reis

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