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Die Stadt ist übersät von grausam entstellten Leichen. Die Ermittlungen führen schnell zu einem alten Bekannten: John Kramer. Doch der Mann, der auch Jigsaw genannt wird, soll seit mehr als einem Jahrzehnt tot sein. Aber wer steckt dann hinter den Morden? Ist einer seiner Schüler zum Lehrer geworden und führt Jigsaws Erbe fort? Steckt womöglich einer der Ermittler hinter den Morden? Die Spiele haben begonnen...
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Kritik

Ganze sieben Jahre ist es nun her, dass uns mit Saw 3D – Vollendung der eigentliche Schluss der Saw-Reihe erreichte. Von den Jahren 2004 bis 2010 wurde jedes Jahr ein neuer Teil in die Kinos gebracht, doch schon sehr früh erlag die Reihe den Ermüdungserscheinungen. Ideenlose Franchiseableger, welche einzig durch die immer brutaleren Todesszenen wenigstens die Gorehounds überzeugen konnten. Auch verrannte sich die Geschichte mehr und mehr, denn wie soll auch ein Killer sieben Teile lang durchmorden wenn er im dritten bereits das zeitliche segnet? Das Ergebnis waren konfuse Storytwists, welche von Teil zu Teil weniger nachvollziehbar wurden. Somit war eine Beendigung der Reihe durchaus ein positiver Schritt. Doch, wie soll es in Hollywood auch anders sein, muss noch mehr Geld aus einer der erfolgreichsten Horrorfranchise geholt werden, ergo musste ein neuer Teil folgen. Aber wie geht man an eine Wiederbelegung der Reihe heran? Ein neues Team, eine neue Geschichte und natürlich ein mögliches Hintertürchen um Verweise auf die alten Filme zu ziehen. Bereits im Vorfeld wurde von den Machern betont, wie anders nun der neue Saw-Teil Jigsaw (man merkt es schon am Namen) sein soll. Das Ergebnis ist allerdings ernüchternd, denn wirklich neu ist nicht viel.

Dennoch beginnt der Film sehr vielversprechend. Es wird eine andere Art der Saw-Welt präsentiert. Nicht nur dunkle und schäbige Räume, sondern auch die Außenwelt wird in das sadistische Spiel des Killers eingearbeitet. Und so beginnt Jigsaw nicht wie alle anderen Fortsetzung mit einer tödlichen Falle, sondern arbeitet an einem vernünftigen Aufbau einer Geschichte. Wenn es dann zum eigentlichen Spiel kommt, entdecken wir einen großen und gravierenden Unterschied zu den Vorgängern, denn die Kameraführung sowie der Zusammenschnitt ist viel ruhiger als in allen anderen Teilen. Die Kamera bleibt starr auf das Geschehen gerichtet und es folgen längere Kamerafahrten. Kein Schnittmassaker wie bei den Vorgängern. So wird auch keine laute Heavy Metal Musik benötigt um vermeidliche Spannung zu suggerieren. Der Zuschauer kann sich voll und ganz auf das Spiel konzentrieren und wird nicht abgelenkt. Positiver Nebeneffekt ist ein Spannungsaufbau, welcher bei vielen der Vorgänger gar nicht mehr vorhanden war. Ebenso sind die ersten Spiele bei weitem nicht so übertrieben wie man es sonst gewohnt ist. Jigsaw scheint um einiges intelligenter und erwachsener zu sein.

Und als man gerade das Gefühl hat, dass sich Jigsaw in eine positive Richtung entwickelt, werden die größten Fehler der Vorgänger gnadenlos kopiert. Die „neue“ Geschichte wird immer konfuser und es werden nicht nachvollziehbare Brücken zu den Vorgängern geschlagen werden. So darf beispielsweise John Kramer / Der Jigsaw-Killer nicht fehlen. Zwar wird dieser wesentlich intelligenter ins Storykonstrukt eingearbeitet und wirkt weit weniger forciert, jedoch will dies alles nicht wirklich zusammen passen. Dies wird Fans der Reihe weniger stören, wer jedoch in der Vergangenheit schon mit der immer  absurder werdenden Story Probleme hatte, wird sie auch hier haben. Ebenso werden die „Spiele“ von Runde zu Runde unglaubwürdiger, sowie die Erklärungen, warum die Spieler überhaupt zugegen sind.

Der Twist selbst ist wie gewohnt überraschend aber äußerst konstruiert. Kontinuierlich werden falsche Fährten gelegt, doch hat der Zuschauer schnell heraus, was als nächstes passieren wird. Somit ist Jigsaw nichts anderes als eine bloße Blaupause der vorherigen Filme und hat schlichtweg nichts mehr mit der Qualität des Erstlings gemeinsam. Wer natürlich nichts gegen eine arg konstruierte Wendung hat, wird hier seine Freude haben.

Als letztes vielleicht der wichtigste Punkt der kompletten Reihe: Die Goreeffekte. Zwar wird hier etwas an Blut gespart, doch wirkt sich dies nur marginal auf die Brutalität aus. Für Fans werden hier immer noch genug Schauwerte geboten und irgendwie ist es schon fast eine Wohltat, dass nicht ungewöhnlich viel Blut die Böden rot färbt. Doch machen wir uns nichts vor, insgesamt ist Jigsaw komplett unnötig. Weder bietet er neue Aspekte, noch wird eine neue Geschichte vorangetrieben. Am Ende erwartet uns eine bessere Kopie der Fortsetzungen, jedoch bleibt eine vernünftige Wiederbelegung aus. Fans werden ihre Freude haben, doch wer schon früh der Reihe abgeschworen hat, sollte diesem auch treu bleiben und eine Sichtung unterlassen.

Fazit

„Jigsaw“ wirkt auf den ersten Blick intelligenter als seine Vorgänger, doch verrennt er sich zu schnell in alte Strickmuster und wird somit zu einer bloßen Kopie. Zwar bleibt eine Katastrophe aus, nur irgendwie ist der neuste Ableger total unnötig.

Autor: Christian Kühnemann

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