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John Rambo lebt seit langer Zeit zurückgezogen in Thailand. Das benachbarte Birma ist seit 60 Jahren im Würgegriff eines blutigen Bürgerkrieges. Im Kampf gegen die dort herrschende Unmenschlichkeit sucht ein Team von freiwilligen Helfern Rambo auf um sich von ihm ins Zielgebiet bringen zu lassen. Zunächst abgeneigt willigt Rambo schließlich ein. Bereits kurze Zeit später wird das besuchte Dorf brutal niedergemacht. Fast alle Einwohner werden getötet, nur das Helferteam gerät in Gefangenschaft. Da von offizieller Seite keine Hilfe zu erwarten ist, wird ein Trupp Söldner zur Befreiung der Gefangenen entsant. Obwohl wieder nur als Fährmann gedacht, schließt sich Rambo der Eingreiftruppe an…

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

2008, 20 Jahren nach seinem letzten Auftritt, kehrte eine der Actionikonen der 80er Jahre zurück; John Rambo. Rambo III war einfach kein würdiger Abschluss für diese doch so populäre Figur. Nun nahm Sylvester Stallone selbst das Zepter in die Hand, um John Rambo den Abschluss zu spendieren, den er verdient hat. Doch ist es nicht leicht, einer Popikone einen würdigen Neustart zu geben. Bestes Beispiel ist der allseits verhasste Terminator: Genisys. Doch werfen wir einmal einen Blick auf Rambo 4, oder auch John Rambo, und schauen, ob Stallone die Widerbelebung der Figur geglückt ist oder ob uns ein Desaster erwartet.

Was sind die wichtigsten Punkte bei einer Widerbelebung nach einer so langen Zeit? Zum einen muss der Geist der Originalfilme beibehalten werden, und zum anderen muss die Thematik in die aktuelle Zeit passen. Und genau hier kommt es zum ersten Hindernis, welches Stallone überwinden musste: Er selbst und die Figur Rambo sind mittlerweile 62 Jahre alt. Auch durch diverse Operationen lässt sich das Alter nicht verbergen. Wie inszeniert man also einen Actionfilm, wenn der Hauptdarsteller und die Figur fast im Rentneralter sind? Stallone schafft es glücklicherweise, Rambo gleichzeitig hart aber auch alt wirken zu lassen. Die Story lässt Rambo zwar als Helden darstehen, lässt ihn dabei aber nicht als übermenschliche Kampfmaschine erscheinen. Es wurde auf Mann-gegen-Mann-Kämpfe verzichtet. Rambo agiert anfangs im Geheimen und schleicht sich mehr an die Gegner ran, als sinnlos drauf los zu preschen. Erst im Finale zerlegt er reihenweise Gegner, doch auch hier nicht im direkten Kampf, sondern mit einem großen Maschinengewehr.

Dies klingt jetzt allerdings langweiliger, als es ist. Die Actionszenen sind sogar besser, als in den Fortsetzungen. Dies liegt vor allem daran, dass John Rambo endlich mal wieder einen Spannungsbogen besitzt. Wo Teil 2 und 3 noch auf stumpfe Action setzen, so versucht Stallone wenigstens eine spannende Hintergrundgeschichte zu konstruieren. Doch machen wir uns nichts vor, die Story ist Mittel zum Zweck. Die Beweggründe der Guten sowie der Bösen werden angerissen, aber nie vertieft. Auch der Sinneswandel von John Rambo selbst, geht relativ zügig vonstatten (hier sollte man zum Director's Cut greifen, da hier diese Szenen noch erweitert worden sind). Doch sind die Geschichte und die Charakterentwicklung bei einem Actionfilm wie John Rambo relevant? Geht es nicht eher um die Action?

Actionfans kommen hier jedenfalls voll auf ihre Kosten. Die Action selbst ist brutal und unglaublich hart. Es ist nicht verwunderlich, dass John Rambo in Deutschland indiziert ist. Die meisten Horrorfilme können sich hier eine Scheibe von abschneiden. Es geht derbe zur Sache. Doch sollte erwähnt werden, dass die übertriebene Härte hier durchaus gerechtfertigt ist. Klar, ist vieles überzogen. Menschen zerteilen mit einem Maschinengewehr, beispielsweise, wirkt äußerst unglaubwürdig. Doch passt es zur Grundstimmung des Filmes. Die Bad Boys werden von Stallone so diabolischdargestellt, dass man ihnen auch kein anderes Ende wünscht. Auch hier wird etwas zu viel auf die Kacke gehauen und spätestens wenn Rambo über geschlagene 5 Minuten hunderte Gegner mit dem Maschinengewehr zerlegt, verliert sich der Film etwas zu sehr im Gewaltgrad. Wenigstens wirkt hier die Gewalt nicht so comichaft, wie noch in den ersten Fortsetzungen. John Rambo ist bitterböse und lässt keine Zeit für ein Augenzwinkern, was allerdings die richtige Vorgehensweise war. Der Film ist eben nichts für Zartbesaitete.

Glücklicherweise krankt die dritte Fortsetzung nicht an den gleichen Fehlern wie die vorherigen Teile. Es wird auf übertriebenen Patriotismus verzichtet und Rambo wird auch nicht als unsterbliche Ein-Mann-Armee dargestellt. Rambo ist auf Hilfe angewiesen, was den Film zwar nicht unbedingt logischer dastehen lässt, allerdings etwas nachvollziehbarer. Auch die Story passt mal wieder auf einen Bierdeckel. Trotzdem ist John Rambo die beste Fortsetzung nach dem grandiosen Erstling, auch wenn der Fokus hier wieder bloß auf der Action liegt und den Charakter des Rambos auf ein Minimum reduziert.

Fazit

Bei "John Rambo" handelt es sich um einen beinharten Actionfilm - nichts für Zartbesaitete. Nachdem unterdurchschnittlichen "Rambo III", ist "John Rambo" ein würdiger Abschluss der Reihe. Zwar ist der Film nicht fehlerfrei, weiß aber über die gesamte Laufzeit von gerade einmal 78 Minuten (ohne Abspann) zu unterhalten.

Autor: Christian Kühnemann

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