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Die Forschungsmission einer Gruppe Wissenschaftler auf einer internationalen Raumstation wird zu einem Trip in schlimmste Urängste: Eines Tages entdeckt das sechsköpfige Team einen sich rapide entwickelnden Organismus, der für die Auslöschung allen Lebens auf dem Mars verantwortlich ist und bald nicht nur die Crew, sondern auch den gesamten Planeten Erde bedroht.
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Kritik

Im Weltraum hört einen bekanntlich niemand schreien. Das originale Alien von Ridley Scott hat schon fast 4 Jahrzehnte auf dem Buckel und markiert als Sci-Fi-Horror bis heute die Genre-Referenz für alles und jeden, der danach kam. Life von Daniel Espinosa (Safe House, Kind 44) nimmt sich ebenfalls Scotts Meisterwerk zum Vorbild, meistert dabei technische Hürden sehr ansprechend, scheitert jedoch an der Glaubwürdigkeit seiner dargestellten Kreatur, was dem Film deutlich an Reiz raubt. 

Doch bevor es zum extraterrestrischen Kontakt kommt, lernen wir die kleine Gruppe von Astronauten auf der Internationalen Raumstation ISS kennen, die kurz vor einer großen wissenschaftlichen Entdeckung steht. Wenn die Kamera in diesen ersten Minuten, frei von Schnitten, durch das Raumschiff schwebt und man sich als Zuschauer ebenfalls schwerelos fühlt, ganz wie auch die gezeigten Passagiere des Schiffs, fühlt man sich ein klein wenig an Gravity erinnert. Life legt somit einen gelungenen Start hin und weiß zunächst sehr zu gefallen. Schon bald entdeckt die Crew unter dem Mikroskop außerirdisches Leben und nennt die vom Mars stammende Zelle, die einem Pantoffeltierchen täuschend ähnlich ausschaut, liebevoll Calvin. Calvin wächst erstaunlich schnell heran, aus dem mikroskopisch kleinen Einzeller wird schnell eine glibbernde Masse Irgendwas von wenigen Zentimetern. Und wenn die Crew in ihrer Begeisterung versucht, den kleinen Calvin quasi zu streicheln, schlägt die Euphorie schnell in Entsetzen um, denn Calvin ist äußerst feindselig eingestellt. Bis hierhin funktionierte Life noch ganz gut, wird aber von einem Moment zum nächsten äußerst albern. Wenn sich Calvin im Brutkasten plötzlich in rasender Geschwindigkeit bewegt, menschliche Werkzeuge klaut und diese selbst einsetzt, um sich damit zur Wehr zu setzen und zu entkommen, hat das nicht mehr viel mit dem ernstzunehmenden Sci-Fi-Horror zu tun, der Life hätte sein können. Erklärt wird das damit, dass er/es doch aus Muskel- und Nervenzellen zugleich besteht, es gehört aber viel Fantasie dazu, um dem Film das abzukaufen. Es kommt wie es kommen muss, Calvin entkommt, ist von Beginn an wahnsinnig kräftig, hyperintelligent, durchschaut den Aufbau des Schiffs, weiß wie er der Crew am effektivsten schaden kann und macht nach und nach Jagd auf die Besatzung. Während sich ein Xenomorph animalisch verhielt und damit ernst genommen werden konnte, macht Calvin schlagartig eine Entwicklung durch, die selbst für einen Sci-Fi schwer verdaulich ist. 

Ob man dem Film diesen Vorgang abnimmt, muss letztendlich jeder für sich selbst entscheiden, hat man sich erst einmal an den Unsinn gewöhnt, und akzeptiert auch nachfolgend das kuriose Verhalten Calvins, folgt im Grunde ein recht solider Ablauf von diversen Survival-Szenen. Es wird versteckt, geflohen oder durch Flammenwerfer und Co. versucht dem Biest den Garaus zumachen. Zimperlich geht Life dabei nicht vor, manch Szene hat es in ihrer Brutalität in sich. Dass dabei zwar kein Spannungslevel wie beim eingangs erwähnten Vorbild oder dessen Nachfolger eines James Cameron erreicht wird, dürfte wohl niemanden verwundern, dennoch schlägt sich Life, trotz fehlender Originalität oder durchschnittlicher Intensität, recht ordentlich. 

Mit Rebecca Ferguson, Ryan Reynolds und Jake Gyllenhaal ist das Weltraumabenteuer auch recht interessant besetzt, jeder von ihnen schlägt sich auch soweit ganz gut, dennoch gewährt Life keinem von ihnen, sich in voller Klasse zu präsentieren. Gerade ein Gyllenhaal wirkt somit ein wenig unterfordert.

Zum Ende hin präsentiert uns Life übrigens noch eine kleine Überraschung, die den meisten Zuschauern von Sonys Marketingabteilung aber vermutlich sowieso schon genommen wurde. Wer die Trailer des Films gesehen hat, kennt bereits den kompletten Ausgang. Ungeschickt kann man das nennen, frech trifft es eigentlich schon eher. Wer die Trailer bislang gemieden hat, sollte das lieber auch weiterhin tun.

Fazit

Sci-Fi-Horror im schicken Gewand mit solidem, wenn auch nicht herausragendem, Survival-Ablauf, der jedoch durch die absurde Darstellung und Entwicklung der außerirdischen Kreatur stark an Glaubwürdigkeit einbüßt.

Autor: Sebastian Stumbek

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