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Am stillen Weihnachtsabend in der Kleinstadt Bedford Falls ist George Bailey James Stewart drauf und dran, Selbstmord zu verüben. George ist Inhaber einer kleinen, familiär geführten Bank, die vielen weniger gut verdienenden Familien ein eigenes Häuschen finanziert. Durch ein Missgeschick ging eine große Summe verloren und George hat nun eine Klage wegen Veruntreuung am Hals. Kläger ist der wohlhabende Mr. Potter Lionel Barrymore, dem Georges Menschenfreundlichkeit schon lange ein Dorn im Auge war. Als dieser sich nun völlig verzweifelt von einer Brücke in den eiskalten Fluß stürzen will, hält ihn in letzter Sekunde ein netter, älterer Herr davon ab. Clarence ist im wahrsten Sinne des Wortes ein "rettender Engel", der George an diesem Weihnachtsabend wieder neuen Lebensmut gibt.

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Weihnachten ist eine Zeit der Rituale und Traditionen. Nicht nur, dass man sich am 24. Dezember im Kreise der Familie unter den Tannenbaum setzt, festlich speist, freudig den Eierlikör herunterkippt und massenweise Geschenke auspackt. Auch das hiesige Fernsehprogramm verkehrt in immer wiederkehrenden Mustern. Natürlich darf Loriots Weihnachten bei Hoppenstedts nicht fehlen, genauso wie die Chaoskomödien Schöne Bescherung und Kevin – Allein zu Haus zum festen Inventar der besinnlichen Stunden zählen – ebenso wie Bruce Willis' erster Auftritt als John McLane in Stirb langsam. Um die Mutter aller Weihnachtsfilme ausfindig zu machen, muss man sich allerdings bis in die 1940er Jahre zurückgeben, genauer gesagt: Bis in das Jahr 1946. Hier nämlich trifft man auf Ist das Leben nicht schön? von Es geschah in einer Nacht-Regisseur Frank Capra.

Was wäre das nur für Festtage, in denen man nicht wenigstens einmal mit Ist das Leben nicht schön? in Berührung kommt. Ein Stück weit unerfülltere, selbst wenn man die nicht die gesamten 130 Minuten zu Gemüte führt. Dieses Hollywood-Märchen, wie es wohl nur Frank Capra hätte inszenieren können, bleibt auch heute noch ein Mahnmal an die Werte und Tugenden des Weihnachtsfests. Es wird an die Nächstenliebe, an die Familie, an die Freundschaft, an den Glauben an sich und seine Mitmenschen appelliert. Mögen diese Ideale auch noch so erstrebens- und ehrenwert sein, in ihrer bloßen Formulierung allein haben sie inzwischen schon einiges an Glanz verloren und sehen sich nicht nur von einer feinen Staubpatina überzogen. Wie muss also dieser Film, diese unnachgiebige Ode an die Menschlichkeit, heute wirken?

Nun, Ist das Leben nicht schön? besitzt schon etwas ungemein Betuliches, wenn er dem lebensmüden George Bailey (James Stewart, Vertigo – Aus dem Reich der Toten) zurück zum Mut führt, in dem er ihm vor Augen hält, wie schön sein Dasein in der Kleinstadt Bedford Falls doch ist. Bailey, der von Anfang an mit dem Traum hausieren geht, sich den Staub seines Heimatkaffs von den Schuhen klopfen zu wollen, um die große weite Welt zu sehen (und sich somit auch einen erweiterten Horizont anzueignen), wird durch Stolpersteine und Schicksalsschläge zusehends davon abgehalten, seine Wünsche verwirklichen zu können. Während sich sein Bruder auf das College begeben kann und einige Medaillen für seine Dienste im zweiten Weltkrieg erhält, übernimmt George den Betrieb seines Vaters und bleibt, ganz einfach gesagt, stehen.

Die Hoffnung schwindet dahin, die Wut wächst. Irgendwann scheint George derart in die Enge getrieben worden zu sein, dass er nur noch einen Ausweg sieht: Den Freitod. Wir haben es hier jedoch nicht mit Louis Malles Das Irrlicht zu tun, sondern mit dem optimistischen Gemüt eines Frank Capra, was den Film in seiner ideologischen Ausrichtung zuweilen reichlich altbacken wirken lässt: Da gibt es Beistand von ganz oben, der sich genüsslich in den christlichen Kitsch eingräbt, da wäre ein rückständiges Frauenbild, welches in Form von Donna Reed (Verdammt in alle Ewigkeit) vor allem die Hausfrauenplattitüde bestätigt. Und da wäre die Vorstadtmentalität, der man sich nicht verweigern darf, sondern für diese dankbar sein sollte. Immer die gleichen Gesichter. Immer die gleichen Abläufe. Im Falle von Ist das Leben nicht schön? bedeutet das verschworene Solidarität.

Und doch darf man den zeitgeschichtlichen Kontext nicht außer Acht lassen. Als Nachkriegsfilm ergibt sich Ist das Leben nicht schön? einem klaren illusorischen Maß und lässt sich neben seinen sozialkritischen Ansätzen, der Verurteilung von Machtbesessenheit und den psychischen Leiden seiner Hauptfigur vor allem von einer herzerwärmenden Naivität leiten, die letztlich funktioniert, weil sich der Film auf einen herausragenden James Stewart verlassen kann. Er gibt dem Film eine emotionale Tiefe, die das Drehbuch allein nicht hätte aufbringen können. Wenn Stewart dem Glauben anheim fällt, tot mehr wert zu sein als lebendig und später den Sinn seiner Existenz vor Augen gehalten bekommt, dann ist das wenig subtil und ungemein konservativ, aber es berührt, weil Stewart die Palette menschlicher Empfindungen durch seine pointierte Performancekunst im Detail aufatmen lässt.

Fazit

Gleichermaßen betuliches wie rührendes Hollywood-Märchen. Frank Capra beweist sich hier erneut als großer Handwerker, lässt ein Winterwundland mit Kunstschnee entstehen und findet einen harmonischen Mittelweg zwischen tiefer Tragik und belebender Komik. Die Geschichte um einen den Lebensmut verlierenden Kleinstädter ergibt sich nicht zuletzt konservativen und religiösen Mustern, besitzt aber mit James Stewart einen brillanten Hauptdarsteller, der dem zuweilen rückständigen Wesen des Films seine effektive Herzenswärme zurückgibt. Er macht diese Ode an die Menschlichkeit zu einem einnehmenden Erlebnis. Ein Weihnachtsklassiker wie er im Buche steht.

Autor: Pascal Reis

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