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Der New Yorker Polizist John McClane (Bruce Willis) hat sich vorgenommen, die Weihnachtstage bei seiner Frau Holly (Bonnie Bedelia) und den gemeinsamen Kindern in Los Angeles zu verbringen. Aufgrund Hollys Entscheidung, auf der beruflichen Karriereleiter nach oben zu steigen und dem damit einhergehenden Umzug von New York nach Los Angeles lebten sich die beiden nach und nach auseinander, denn John selber blieb seines Jobs wegen in New York. Doch er will seiner Frau, die er immer noch liebt, beweisen, dass er auch für Überraschungen gut ist. So platzt er in die Weihnachtsfeier der Firma, die im Nakatomi Plaza, einem noch nicht komplett fertig gestellten Bürogebäude stattfindet. Außer den Feiernden – allesamt Angestellte der Nakatomi-Corporation – befindet sich niemand mehr in dem Gebäude. Hollys Freude über Johns gelungene Überraschung währt am Fest der Liebe jedoch nicht lange, denn wie aus heiterem Himmel stürmen plötzlich bewaffnete Gangster um Anführer Jack „Hans“ Gruber (Alan Rickman) das Gebäude und nehmen die gerade noch ausgelassen Feiernden als Geiseln. Einzig McClane gelingt es, sich zu verstecken. Im besetzten Riesen-Komplex auf sich allein gestellt, beginnt der Polizist mit einer riskanten und gefährlichen Ein-Mann-Rettungsaktion und heftet sich schon bald wie ein imaginärer Schatten an die Fersen der Gangster.
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Kritik

Yippie Ki-Yay Schweinebacke! Diese Worte veränderten im Jahr 1988 das Actiongenre. Niemand ahnte, welche Weichen der Film „Stirb Langsam“, mit dem damals noch relativ unbekannten Bruce Willis, für die künftigen Actionfilme stellen würde. Im rußverschmierten Unterhemd wurde Willis über Nacht zur Kultfigur „John McClane“.
Sylvester Stallone machte es vor, Arnold Schwarzenegger tat es ihm nach und Schauspieler wie Steven Seagal oder Dolph Lundgren schwammen irgendwie auf der Welle mit... jeder dieser mehr oder weniger guten Schauspieler unterteilten den Typus „Actionheld“ in zwei Kategorien. Zum einen der unverwundbare Held, von dem der Zuschauer nur am Rande etwas über seinen Charakter mitbekommt außer das er schießen, töten, kämpfen und siegen kann. Zum anderen die unbesiegbare Ein-Mann-Armee welche auch schießen, töten, kämpfen und siegen kann. Der Unterschied zwischen diesen beiden ist der Hintergrund. Bei der Ein-Mann-Armee ist es häufig ein vorangegangenes Trauma mit welchem er sein Gemetzel rechtfertig.
Mit John McClane wurde ein neuer Typus von Actionheld erschaffen. Der Typ, der eigentlich gar nichts mit der Sache zu tun hat, nur zufällig von Schlamassel zu Schlamassel stolpert und für den das Kämpfen sowie das Töten nur Mittel zum Zweck des eigenen Überlebens dient. Dieser Typus sollte in unzähligen Filmen wieder auftauchen. Doch 1988 war der Startschuss für die vielleicht beste Actionfilmreihe der Filmgeschichte und der Aufstieg einer neuen Kultfigur. Die Frage die sich stellt: Warum ist Stirb Langsam ein zeitloser Klassiker, welcher im Laufe der Zeit nichts an seiner Spannung, Intensität oder Kultcharakter verloren hat?

Heutzutage ist Bruce Willis gar nicht mehr aus der Rolle des sprücheklopfenden Cops wegzudenken. Nicht nur seine natürliche Coolheit passen voll und ganz auf die Rolle. Er repräsentiert nicht den strahlenden Titelheld oder den muskelbepackten Berserker. Im Grunde genommen ist John McClane ein Jedermann, ein Mann wie du und ich, welcher dummerweise zur falschen Zeit am falschen Ort ist und deshalb einen „schlechten Tag“ durchlebt. Und genau dieser Typ Mann wird von Willis zu 100% wiedergespiegelt. Niemals ist er übermächtig oder übermenschlich. Er blutet, stöhnt, hat Schmerzen und muss sich nach Verletzungen ausruhen um neue Kräfte zu tanken. Fast schon bemitleidenswert kämpft er sich durch ein Meer von Scherben oder entfernt mit angehaltenem Atem und schmerzverzehrtem Gesicht Splitter aus seinem Körper. Er ist der verwundbare Einzelgänger. Genau das unterscheidet John McClane von anderen Actionstereotypen. Er kämpft weil er kämpfen muss uns keine andere Wahl bekommt. Und genau diese Tatsache macht „Stirb Langsam“ zu einem realistischerem Actionfilmvertreter als zum Beispiel „Die City Cobra“ oder auch „Der City Hai“. Deswegen ist „Stirb Langsam“ sympathischer als viele anderen Actionfilme. Der Held ist kontinuierlich in Gefahr und zu keinem Zeitpunkt des Filmes ist es klar, dass er überlebt oder heile aus der Situation raus kommt.

Doch was wäre ein erstklassiger Held ohne einen würdigen Gegenspieler. Hier fiel die Wahl auf Alan Rickman, welcher sich im Nachhinein für einen ähnlich großen Glücksgriff wie Willis erwies. Die von Alan Rickman verkörperte Rolle des Jack „Hans“ Gruber ist eine der eindringlichsten und besten Rollen des Schauspielers überhaupt. Kalt und erbarmungslos sind wohl die treffendsten Adjektive für diesen Verbrecher. Doch auch gebildet sowie irgendwie sympathisch und stehts höflich. Alle seine Taten wirken überaus durchdacht und lassen ihn daher noch böser wirken. Er muss nicht in einem Tarnanzug oder mit einem muskelbepacktem Körper bestechen. Alleine seine Präsenz in seinem perfekt sitzenden Anzug lassen komischerweise direkt klar werden, dass mit diesem Terroristen nicht zu spaßen ist. Nur wenige Schauspieler hätten diese Figur so gut verkörpern können wie Rickman. Selten sind Protagonist und Antagonist so grundverschieden aber trotzdem irgendwie ergänzend. Wenn ein Held und sein Gegenspieler doch immer so überzeugend wären, gäbe es weitaus mehr bessere Filme im Actiongenre.

Ohne Langeweile aufkommen zu lassen inszeniert John McTiernan wohl das Paradebeispiel für Actionfilme. Hier wird geschossen, gekämpft und so gut wie alles in die Luft gejagt was McClane irgendwie im Wege steht. Auffallend hierbei ist die handgemachte Action. Am Beispiel „Stirb Langsam“ wird schnell klar, dass handgemachte Action immer noch besser ist als jene, welche am Computer gemacht und bearbeitet wird. Zudem wirken die Effekte einfach glaubwürdig und realistisch. Dies liegt zum einen an dem arbeiten mit Miniaturen und der fast genialen Kameraarbeit vom späteren Regisseur von Speed; Jan de Bont. Und das nur bei einem geringen Budget von ca. 28 Millionen Dollar, was heutzutage so gut wie nichts ist. Doch wir bekommen den Beweis geboten, dass nicht immer die teuren Produktionen überzeugen sondern auch Filme mit einem relativ kleinem Budget schnell zum Kult werden können und zusätzlich noch effekttechnisch zu 100% überzeugen können.

Zudem ist „Stirb Langsam“ der Mitbegründer des „Buddy-Movies“. Zwar wird dieses Motiv nur angerissen aber es wird eindeutig drauf angespielt, dass kein Held diese Situationen alleine meistern kann. Willis wird hier Reginald VelJohnson zur Seite gestellt. Zwar gibt es das Zusammentreffen erst am Ende des Filmes doch die Figur des Sgt. Al Powell begleitet John durch sein Martyrium und versucht ihn in jeglichen Situationen zu unterstützen. Dieses „Buddy-Motiv“ lies sich nach Veröffentlichung von „Stirb Langsam“ in diversen Actionfilmen wiederfinden wie beispielsweise „Red Heat“, „Lethal Weapon“ oder „2 Guns“.

Doch nicht nur die Action sowie die Darstellung des Protagonisten sowie des Antagonisten machen „Stirb Langsam“ ein einer Genreperle. Man kann „Stirb Langsam“ als Mitbegründer des coolen One-Liner bezeichnen. Alleine diese One-Liner steigern die Sympathie von John McClane gegenüber dem Zuschauer. Erstaunlicherweise wirken diese One-Liner zu keiner Zeit unpassend, albern oder deplatziert. Die Sprüche haben oft Sinn und Substanz, lassen aber auch ein kleines Schmunzeln zu. Hier definiert sich die Person John McClane und lässt durchblicken, dass er ein Mensch wie jeder andere ist. Keine patriotischen Sprüche und keine Ansprachen über Moral, sondern einfach Sprüche, welche den Eindruck vermitteln, dass Ihm diese tatsächlich spontan in den Kopf geschossen sind.

Die anderen Darsteller machen Ihre Sache vernünftig, fallen aber weniger ins Gewicht. Sowohl Bonnie Bedelia als Johns Ehefrau Holly oder auch Reginald VelJohnson verblassen schnell neben Willis und Rickman, was dem Film kein Abbruch tut. Die Nebendarsteller fügen sich gut in das Gesamtbild ein, übernehmen aber nie die Leinwandpräsenz. Sie sind nützliches Beiwerk zum Duell Willis/Rickman. Dies soll nicht negativ aufgenommen werden. John McTiernan hatte ein Gespür dafür, wie die Nebendarsteller in Szene gesetzt werden um die Story spannend zu gestalten aber die das Hauptaugenmerk von Willis/Rickman niemals stehlen.

Ein kleines Problem, welches dem Endprodukt allerdings keinen Abbruch tut, sind die Übersetzungsfehler innerhalb des Filmes. Die Terroristen sind ursprünglich Deutsche. Daher wurden diese in der deutschen Filmfassung als Amerikaner dargestellt. Dies führt zu einer lustigen Verwechselung mit den Namen (Aus Hans Gruber wird Jack, nur um in McClanes Notizen wieder als Hans zu erscheinen ohne ersichtlichen Grund). Auch die anderen Terroristen werden umbenannt. Was im ersten Teil noch nicht so stark ins Gewicht fällt, führt allerdings in Teil drei zu einer ziemlichen Verwirrung. Den die Erwähnung von Hans Gruber löst ein Flashback bei John McClane aus. Doch der deutsche Zuschauer weiß bis dato nicht das Jack Gruber Hans Gruber ist. Damit kann man leben, doch als Fan von „Stirb Langsam“ sollte man sich die Originalversion des Filmes ansehen. Nicht zuletzt wegen den lustigen Grammatikfehlern innerhalb der englischsprachigen Fassung. Hier werden einige deutsche Sätze falsch übersetzt. So kommt es zu Satzkreationen wie „Schieß dem Fenster“.

Zugegeben... „Stirb Langsam“ wird keinen Innovationspreis gewinnen. Man ist schnell dazu geneigt, diesen Film in eine Schublade wie andere Actionfilme zu stecken und liegt mit diesem Grundgedanken gar nicht so falsch. Doch die bereits genannten Gründe reichen aus, um ihn in eine andere Liga des Actionkinos zu erheben. John McTiernan erzählt die Geschichte des Einzelkämpfers durchweg spannend und es kommen zu keiner Zeit Längen auf. Auch nach 25 Jahren kann „Stirb Langsam“ als Lehrfilm für künftige Actionfilme genutzt werden.
Nicht umsonst wurde das Handlungskonzept „Einzelkämpfer gegen Terroristen“ in den 1990gern oftmals verwendet und kopiert. Abweichend waren überwiegend nur die Szenerie. Doch egal ob „Air Force One“, „Alarmstufe: Rot“ oder „Cliffhänger“, oftmals wird die Qualität von „Stirb Langsam“ nicht erreicht. Somit gilt er heute noch als absolute Genrereferenz.

Fazit

Völlig zurecht sehen nicht nur Fans diesen Film als schlicht den Actionfilm aller Zeiten an. Mit einer intelligenten Story, die viele Überraschungen bietet, Bruce Willis als sympathischer Held wider willen und Alan Rickman als einer der besten Filmbösewichte die es je gegeben hat, sichert sich Stirb langsam den Thron als zeitloser, perfekt gemachter und schweißtreibend spannender Action-Thriller für Erwachsene, den man auf keinen Fall verpassen darf. Coole One-Liner und eine schnörkellose Inszenierung unterstützen das Ganze. Und obwohl es thematisch nicht ganz passen will, wurde „Stirb Langsam“ einer der Weihnachtsfilme unserer Zeit. Damals, heute und bestimmt noch eine lange Zeit bleibt dieser Film: Ein Meisterwerk.

Autor: Christian Kühnemann

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