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Die Deutschen kommen! Jörg Geissner taucht überraschend auf der kleinen, griechischen Insel Paladiki auf. Seine Aufgabe ist es nachzuforschen, ob für vor langer Zeit gewährte Kredite tatsächlich die seinerzeit angegebenen Sicherheiten bestehen. Natürlich haben die Inselbewohner, angeführt von dem Supermarktbesitzer Panos, etwas dagegen und setzen nun gemeinschaftlich alles daran, Geissners Suche so schwer wie möglich zu gestalten. Es folgen ereignisreiche Tage auf Paladiki. Voller Schikane schicken die Griechen Geissner quer über die Insel und machen ihm sein Leben zu wahren Hölle. Doch wo anfangs Misstrauen und Vorurteile waren, entsteht so langsam die Erkenntnis, dass man doch so unterschiedlich gar nicht ist...

Kritik

Buchverfilmungen erfreuen sich weiterhin großer Beliebtheit, und nun gibt es „Highway to Hellas“, basierend auf dem gleichnamigen Buch von Arnd Schimkat, im Kino zu bestaunen. Nun ist klar dass Komödien aus Deutschland immer auch irgendwo ein Selbstläufer sind, doch angesichts der aktuellen politischen Lage kann man bei einem Film dessen Geschichte sich um eine kleine griechische Insel in der Krise dreht, schon die Ohren spitzen. Da steckt auf jeden Fall Potential in der Thematik, soviel steht fest.

Und zwischendurch flackert sie auch mal kurz auf, die Kritik an der ganzen Sache. Da sind die Inselbewohner unzufrieden mit dem Eingreifen von Fremden in ihre Belange. Da erkennt der Bankangestellte dass seine Stempelvergabe am Schreibtisch Konsequenzen für tatsächliche Menschen hat, dass niemand nur eine Statistik ist. Das ist nichts neues, aber es schadet sicher nicht sich das in Erinnerung zu rufen. Mit einer anständigen Portion Fingerspitzengefühl und der Ambition mehr zu sagen als nur „so unterschiedlich sind wir doch alle gar nicht“ hätte das ein wirklich guter Film werden können.

Doch leider ergeht man sich dann lieber in altbackenen Klischees. Da sind alle Griechen die übelsten Frauenhelden vor dem Herrn, sitzen den ganzen Tag faul in der Sonne und trinken Ouzo, während die Frauen natürlich so heißblütig sind dass sie nur herumkreischen und lieber erstmal Ohrfeigen verteilen statt zu reden. Darüber lacht man vielleicht beim ersten Mal, aber dann wird jeder einzelne Witz so oft abgespult bis wirklich niemand mehr darüber lachen kann. Dem steht natürlich der überkorrekte Deutsche in Gestalt von Christoph Maria Herbst gegenüber. Wer „Stromberg“ nicht kennt wird der Figur vielleicht etwas abgewinnen können, Kenner werden sich über eine etwas zahmere Version des Versicherungsfachmannes wenigstens kurzzeitig amüsieren können. Adam Bousdoukos hat als Frauenheld, Vater wider Willen und Supermarktbesitzer eine etwas dankbarere Rolle bei der durchaus auch eine glaubwürdige Entwicklung abläuft, jedenfalls im Rahmen der dargestellten Handlung.

Nun lässt sich ja relativ sicher sagen dass viele Klischees irgendwo einen Funken Wahrheit enthalten, sonst wären sie ja auch nicht witzig. Dann aber hinzugehen und die vorhandenen Klischees erst breitzutreten und dann mit noch haarsträubenderen Klischees zu brechen funktioniert einfach nicht. Das ist umso weniger verständlich als das Regisseur Aron Lehmann zuvor mit „Kohlhaas oder die Verhältnismäßigkeit der Mittel“ zeigte dass er subtile Satire beherrscht. Lockte da am Ende das Geld doch zu sehr? Denn „Highway to Hellas“ bleibt seltsamerweise ganz ohne Konsequenz. Da wird bei kitschiger Schlagermusik die Schönheit des Landes besungen, denn wer interessiert sich schon dafür dass die Existenz einer ganzen Insel den ganzen Film über bedroht war, wenn man sich stattdessen am Strand in den Armen liegen kann? Nicht, dass es nicht eine wirklich schöne Kulisse wäre, bis auf ein paar hektische Schnitte darf man hier gerne die Landschaft genauer unter die Lupe nehmen. Aber Wozu überhaupt eine Geschichte erzählen, wenn man sich für deren Ausgang sowieso nicht interessiert? Und ob all das etwas damit zu tun hat dass die Produktionsfirma von Matthias Schweighöfer ihre Finger mit im Spiel hat? Fragen über Fragen, die vermutlich alle nicht beantwortet werden.

Fazit

"Highway to Hellas" erfindet das Genre keinesfalls neu. Hier wird alles um altbekannte Klischees herum aufgebaut, und diese werden wenn überhaupt auch nur mit weiteren altbackenen Klischees gebrochen. Man weiß nach 20 Minuten wie der Film enden wird und es bleibt alles sehr arm an Überraschungen. Aber da ist eben auch die Frage inwieweit man überhaupt überrascht werden will, und die gut aufgelegten Darsteller entlohnen dann doch für den einen oder anderen müden Witz über die faulen Griechen und die überkorrekten Deutschen. Vielleicht ist es auch der Buchvorlage geschuldet oder man will das Publikum nicht überfordern, aber für ein so aktuelles Thema kommt der Film leider doch reichlich zahnlos daher.

Autor: Sandra Scholz

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