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Inhalt

In den tristen Sozialbausiedlungen der Pariser Vororte brechen Unruhen aus, nachdem ein 16-jähriger Araber von der Polizei fast zu Tode geprügelt wurde. Nach einer Nacht voller Gewalt zwischen Jugendlichen und der Polizei herrscht Ausnahmezustand. Getrieben von Hass gegen das System stehen die Freunde Hubert (Hubert Koundé), Said (Saïd Taghmaoui) und Vinz (Vincent Cassel) an vorderster Front, an einem Tag, der ihr Leben verändern wird...
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Kritik

Der Katalysator und Hintergrund für die Handlung von La Haine sind die Krawalle in einem Pariser Vorstadtghetto, die als eine Reaktion auf einen besonders eklatanten Fall von Polzeigewalt erfolgt. Wenn sich bei dieser Thematik ein déjà vu einstellt, dann liegt dies wahrscheinlich daran, dass sie nie an Aktualität eingebüßt hat: Wenn man von einigen Oberflächlichkeiten wie der Abwesenheit von Mobiltelofonen absieht, könnte dieser Mitte der 90er Jahre entstandene Film genau so gut Mitte der 2000er oder 2010er Jahre spielen. Das ist nicht nur ein Testament für die konzise Betrachtung der Problematik in La Haine, sondern führt auch auf erschreckende Weise vor, wie wenig sich seit über zwanzig Jahren in dieser Hinsicht verändert hat.

Der Film folgt für 24 Stunden seinen drei Hauptcharakteren Vinz (Vincent Cassel - Black Swan, Die Purpurnen Flüsse), Saïd (Saïd Taghmaoui - Three Kings, Wonder Woman) und Hubert (Hubert Koundé - Der Preis der Vergebung, Die Farbe des Ozeans), die als Bewohner des betroffenen Viertels auf ihre jeweils eigene Art mit den Ereignissen umgehen: Während Vinz nach Vergeltung trachtet, predigt Hubert die Nutzlosigkeit von Rache und möchte das Viertel am liebsten verlassen, wozu ihm allerdings die Mittel fehlen, während der kindsköpfige Saïd immer wieder als Vermittler zwischen diesen beiden Positionen fungiert. Dabei treffen die Banlieu-Bewohner in anekdotenhaften Szenen auf Vertreter unterschiedlichster Teile der Gesellschaft, welche die Figuren mit wenigen Ausnahmen ausgrenzen, misshandeln oder bestenfalls als Kuriosität behandeln. In diesen Begegnungen zeigt der Film nicht nur Humor, sondern übt auch auf ziemlich geschickte Art und Weise Sozialkritik und untersucht woher so viel Hass kommen kann, wobei er für die wenigsten Figuren wirklich Sympathie, für die meisten aber zumindest Verständnis weckt.  

Eine besondere Erwähnung sollte zudem auch noch die Kameraführung erhalten, da es mit dieser immer wieder bewerkstelligt wird, die minimalistische Hauptbesetzung auf immer neue Art zu einander in Szene zu setzen und die Räumlichkeiten zu erkunden ohne jemals langweilig zu werden. Überhaupt werden die relativ geringen Mittel, die La Haine zu seiner Verfügung hatte, sehr geschickt eingesetzt um seine einzelnen Szenen zu voller Blüte zu bringen und die teilweise dicht aufeinander folgenden Gefühle von Verzweiflung und Wut, aber auch einen Sinn von Abstrusität und Komik auf den Zuschauer zu übertragen. Damit stellt La Haine insgesamt ein so starkes Frühwerk dar, dass man sich die Frage stellen muss, wieso Regisseur und Drehbuchautor Matthieu Kassovitz in seiner weiteren Karriere vor allem mäßige bis murksige Filme wie Babylon A.D. und Gothika produziert hat, wenn er zu solcher Größe fähig ist.

Fazit

"La Haine" weckt in den episodenhaften Szenen um seine drei Hauptcharaktere Said, Vinz und Hubert eine Vielzahl Gefühle, die unterschiedlicher nicht sein könnten und untersucht dabei zugleich die Krisenviertel der Pariser Vorstädte, ohne zu verurteilen, aber auch ohne sie zu heiligen. Weil er dazu auch noch außerordentlich gut gefilmt ist, gehört Hass unbedingt in das Repertoire eines jeden Filmfans.

Autor: Sören Jonsson

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