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Es ist noch immer Halloween... Obwohl Dr. Loomis mehrfach auf den wahnsinnigen Michael Myers gefeuert hat, schafft es der Killer doch, auf mysteriöse Weise zu entkommen. Die Junge Laurie Strode wird mit einem Schock erstmal in ein Krankenhaus eingeliefert. Doch der wahre Horror fängt jetzt erst an, denn Michael Myers verfolgt Laurie fanatisch weiter und tötet jeden, der sich ihm in den Weg stellt. Die Nacht des Grauens erreicht ihren blutigen Höhepunkt...

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Nach dem einschlagenden Erfolg von John Carpenters„Halloween – Die Nacht des Grauens“, der zwar nicht als Blaupause (an dieser Stelle der filmhistorische Verweis auf „Die Säge des Teufels“), aber als Mutter des Slasher-Films gehandelt wird, war es natürlich geradezu Pflicht, den zum Klassiker avancierten Genre-Meilenstein fortzusetzen. Sowieso genoss der Slasher in jenen Tagen die Luft auf dem aufsteigenden Ast, lockte Billigfilmer wie renommierte Filmemacher, um dem Massenpublikum Schlachtfeste mit dementsprechenden Nuditäten-Anteil in Repetition zu spendieren, die so sensationalistisch und voyeuristisch wie möglich den Blutdurst des Zuschauers ausreizten: Junges, nacktes Fleisch musste leiden! Heute ist John Carpenter eine sich selbst demontierende Gestalt im Schatten eines großen Namens geworden, im Jahre 1978 hingegen bereits auf der Höhe seines Schaffens residierend, setzte der einstige Meister in seiner Konzeption des Grauens auf fröstelnden wie ikonographischen Suspense: Die Silhouette hinter der Hecke, die Irren im Vorgarten der Nervenheilanstalt, der schwarze Mann verdeckt vom weißen Laken.

Die behütete Suburbia-Vision wird von der Schreckens-Vision Michael Myers sukzessiv dekonstruiert. Eine Legende wurde über Nacht geboren, Horror hatte ein neues, maskiertes und von Mythen nahezu umranktes Antlitz. Die Frage, die noch heute beschäftigt, ist: Kann es sich bei Michael Myers wirklich um ein menschliches Weisen handeln? Das Ende von „Halloween – Die Nacht des Grauens“ verwies uns in eine schockierende, übernatürliche Richtung. „Halloween II – Das Grauen kehrt zurück“ setzt unmittelbar an diesem Punkt an, die letzten Szenen von Teil 1 werden noch einmal rekapituliert, bis wir in einer wunderbaren Plansequenz Zeuge davon sind, wie Michael durch die Vorgärten und Nebenstraßen irrt, bis er sein präferiertes Mordinstrument endlich wieder in den Händen halten darf: Das Küchenmesser. Schnell wird in „Halloween II – Das Grauen kehrt zurück“ ersichtlich, dass John Carpenter und Rick Rosenthal keine Zweifel mehr an der Omnipotenz von Michael Myers bestehen lassen wollen: Michael ist kein Mensch, und wenn er wirklich jemals einer war, sind alle Anzeichen von Menschlichkeit unlängst fort.

Stattdessen agiert Michael Myers (nun auch deutlich präsenter) mit traumwandlerischer Souveränität, scheint als ein solcher Somnabul die Ruhe selbst zu sein und holt selbst die trainierten Sprinter mit gemächlich-stampfenden Schrittes ein. In „Halloween – Die Nacht des Grauens“ wurde es auf der Subebene mehr als nur andeutet, in „Halloween II – Das Grauen kehrt zurück“ spricht Dr. Loomis die von freudianischer Prägung signierte Vermutung ganz eindeutig aus: Michael ist die Personifizierung unseres Unterbewusstsein, die Angst vor den Tiefen in uns selbst – Und denen kann man ja bekanntlich nur entfliehen, wenn man sich selbst ein Ende setzt. Allerdings zeigt sich „Halloween II – Das Grauen kehrt zurück“ auch dem damaligen Gestus des Slasher-Films erkenntlich, was bedeutet: Es muss weitaus expliziter zur Sache gehen und die (inzwischen üppig vertretenen) Gewaltspitzen visualisiert werden. Das mag den Gepflogenheiten des Genres nur entsprechen, das Publikum wollte und will immerzu seine Grenzen austesten.

Allerdings ist Rosenthals Inszenierungsstil simultan dazu darum bemüht, den nebulösen Geist der Vorlage zu preisen, muss sich im nächsten Schritt aber dem blutgierigen Zeitgeist Anfang der 1980er Jahre geschlagen geben: Die Ebenen beißen sich; es wirkt zeitweise etwas unrhythmisch und in der Taktung leicht unausgegoren. Und doch ist „Halloween II – Das Grauen kehrt zurück“ immer noch ein ungemein stimmungsvoller Genre-Streifen, wenngleich er „Halloween – Die Nacht des Grauens“ selbstredend nicht das Wasser reichen kann. Das Setting (das Haddonfield Memorial Hospital) jedenfalls wird adäquat ausgenutzt und der auf eine klare räumliche Begrenzung zurückgreifende Handlungsort zuweilen wirklich stark eingesetzt. Ein sehenswerter Film, gerade als Fortsetzung eines solchen Meisterwerkes von beachtlicher Qualität und greifbarer Daseinsberechtigung.

Fazit

Wirklich gelungene Fortsetzung eines Klassikers, die zwar nicht so rund wirkt wie der Erstling, trotzdem zu verstehen weiß, wie man Slasher-Ikone Michael Myers noch einmal ein wahrhaft stimmungsvoll-bestialisches Podest verleiht.

Autor: Pascal Reis

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