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Der liebenswert-dämliche Nobby hat eigentlich alles, was sich ein echter Mann aus dem kleinen Städtchen Grimsby erträumen kann: Elf Kinder, die hübscheste Frau im Nordosten Englands und ein Händchen für Sozialhilfe-Betrug, der die Kasse so richtig klingeln lässt. Nur eines vermisst der Taugenichts: seinen kleinen Bruder Sebastian, von dem Nobby vor 28 Jahren getrennt wurde und den er nun endlich besuchen will. Was er nicht weiß, ist, dass Sebastian nicht nur der tödlichste Auftragskiller des MI6 ist, er hat auch gerade erst den Plan eines unmittelbar bevorstehenden weltweiten Terroranschlags aufgedeckt. Fälschlicherweise selbst unter Verdacht befindet sich der Geheimagent auf der Flucht und realisiert: Wenn er eine Chance haben will die Welt zu retten, benötigt er die Hilfe des größten Vollidioten auf dem Planeten Erde - seines werten Bruders Nobby...
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Kritik

Ali G, Borat, BrünoAdmiral General Aladeen - das Repertoire an Figuren, die Sacha Baron Cohen bis jetzt verkörpert hat, könnte kultiger gar nicht sein. Vor allem wenn man bedenkt, dass dies nur eine kleine Auswahl seiner erfolgreichsten Charaktere ist, von denen mindestens einer jedem bekannt sein müsste, der im Laufe des letzten Jahrzehnts eine Zeitschrift aufgeschlagen oder den Fernseher eingeschaltet hat. Zwischen extremen Gross-Out-Zoten und garstiger Gesellschaftssatire ist sein Sinn für Humor angesiedelt - und damit sicherlich nicht für jedermann. Respekt zollen müsste man Cohen aber schon allein dafür, wie beherzt und mit wie viel Körpereinsatz er sich in (oft echte) Extremsituationen schmeißt - wie er unter anderem bei seinem damaligen Golden-Globe-Gewinn ausführlich erklärte.

Zum reinen Spielfilm wechselte Cohen (zumindest vorerst) 2012 mit "Der Diktator" und trennt sich mit "Der Spion und sein Bruder" (im Original: "Grimsby"oder "The Grimsby Brothers") nun auch von seinem stets begleitenden Stammregisseur Larry Charles. Die Actionkomödie in Szene setzen darf stattdessen der französische Nichtskönner Louis Leterrier, dessen bisherige Filmographie nur aus einer Liste von Verbrechen besteht. Der nötige Aufschwung gelingt ihm hiermit nicht, aber doch weitaus mehr als die hochnotpeinlichen Trailer vermuten ließen: "Grimsby" fühlt sich über weite Strecken so an, als hätte Adam Sandler eine Actionkomödie gedreht - mit dem Unterschied, dass Cohen in der Sandler-Rolle steckt und somit der Figur und damit auch dem Film seinen ganz eigenen Touch verleiht. Oder um es anders auszudrücken: Cohen hat im Gegensatz zu Sandler Timing und Talent und ist zu mehr bereit, als nur in seinen Jogginghosen ans Set zu schlurfen.

Frei von inszenatorischen Mängeln ist der Film leider trotzdem nicht. Leterrier scheint in den Actionszenen seine Videospielfantasien auszuleben, da er diese zu großen Teilen aus der Ego-Shooter-Perspektive inszeniert, was auf der Kinoleinwand nicht nur seltsam befremdlich wirkt, sondern auch am reichlich hektischen Schnitt krankt und daher größtenteils unübersichtlich ist. Die Story hangelt sich derweil im Eiltempo an mehreren Locations entlang, spielt behelfsmäßig mit ein paar Zufällen und Twists und verschwendet nach "Zoolander 2" bereits das zweite Mal in kurzer Zeit Penèlope Cruz in einer lediglich hübschen Nebenrolle. 

Im Zentrum von "Grimsby" steht ungeschönt ausgedrückt nur eins: der Schwachsinn. Wer glaubt, Cohens Humor wäre mittlerweile in familienfreundlichen Gefilden angelangt (wie einige Ausschnitte der Trailer beinahe glauben lassen), der irrt gewaltig. Wer nicht über Kacke, Schwänze, AIDS und massenhaft tote Zivilisten lachen kann, der wird nicht einfach nur keinen Spaß im Kino haben, sondern der dürfte bereits nach den ersten paar Minuten die Flucht ergreifen. Die Hingabe zur pubertären Grenzüberschreitung wirkt dabei aber nie so bemüht wie etwa zurzeit im Kino bei "Deadpool" (#hottake), sondern wird mit solch einer entwaffnenden Naivität präsentiert, dass man dem Film entgegen aller Mühen einfach nie wirklich böse sein kann - selbst dann nicht, wenn er den alten Sandler-Trick zieht und seine mit Blut und Körperflüssigkeiten durchtränkte Parade an Geschmacklosigkeiten mit emotionalen Flashbacks rund um Bruderliebe durchsetzt. Ob man es dem Film tatsächlich abnimmt, eigentlich ein ziemlich großes Herz zu haben, muss jeder Zuschauer aber für sich selbst ausmachen. 

Zum Leben erweckt wird dieser höchstens durchschnittlich inszenierte Film aber nicht nur von seinem Humor, sondern vor allem von seinem Cast, der mit reichlich Spielfreude bei der Sache ist. Nobby Grimsby ist nicht die beste Figur des Sacha Baron Cohen, aber sie ist bösartig und liebenswert genug, um dem Zuschauer genug Sympathie abzuringen. Cohens Darbietung ist großartig, auch wenn beileibe nicht jeder der vielen Oneliner sitzt. Seine Chemie mit dem ebenfalls überaus spielfreudigen Mark Strong stimmt und das letzterer den "Harte Schale, weicher Kern"-Kerl gut kann, hat er ja auch schon mehrere Male bewiesen (wie überzeugend er sich von seinem Leinwandpartner den Hodensack aussaugen lassen kann allerdings noch nicht). Während Rebel Wilson wenigstens noch ein paar Akzente setzen darf, sind Ian McShane und Isla Fisher dazu verdammt, in Büroräumen zu stehen und auf Cohens Fäkalien-Fiasko auf Bildschirmen reagieren. 


Fazit

Wer an dieser Stelle einen höhnischen Verriss erwartet hat, dürfte jetzt genau so überrascht sein wie ich: "Der Spion und sein Bruder" ist unterhaltsamer und lustiger als die Trailer vermuten lassen. Sacha Baron Cohens Hingabe zur vulgären wie herzlichen Komik triumphiert letztendlich über Leterriers inszenatorische Inkompetenz - auch wenn es zuweilen schwer fällt einen Film zu mögen, der sich selbst darüber bekichert, dass sein Hauptprotagonist auf die übergewichtige, dunkelhäutige Putzkraft und nicht die weiße Agentin mit Modelmaßen steht. 

Autor: Nikolas Friedrich

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