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Schön, schnell, teuer - nach diesem Prinzip ging Randall “Memphis” Reines (Nicolas Cage) Nacht für Nacht auf Auto-Klau. Memphis konnte alle knacken - seine Bestzeit: 60 Sekunden. Doch das ist längst Vergangenheit. Sein kleiner Bruder Kip (Giovanni Ribisi) ist noch im Geschäft und steckt bis zum Hals in Schwierigkeiten. Nur der ganz große Coup könnte Kip retten. Memphis trommelt seine alte Crew zusammen, darunter “Sway” (Angelina Jolie), seine ehemalige Liebe. Dann die alles entscheidende Nacht: 50 Traumwagen gilt es innerhalb von 24 Stunden zu stehlen. Doch da ist noch Memphis’ Gegenspieler Detective Castelbeck (Delry Lindo), den die coole Gang mit raffinierten Ablenkungsmanövern in Schach halten muss...
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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Das heimliche Remake. Krawallbruder Jerry Bruckheimer steht als Produzent von Filmen wie The Rock – Fels der Entscheidung, Con Air oder Armageddon – Das jüngste Gericht für sauteures, glattpoliertes Radaukino der 90er wie kein Zweiter, nicht mal sein häufiger Weggefährte Michael Bay (Transformers) kommt da mit. Nur noch 60 Sekunden war seine erste Produktion im neuen Jahrtausend und erstmals sogar ein Remake, nur das wohl kaum jemand (speziell aus der angepeilten Zielgruppe) das Original kennt und es mit dem auch nur sehr marginal etwas zu tun hat. Lediglich der Titel (im Original) ist identisch, alles andere höchstens verwandt im Geiste.

1974 lieferte H. B. Halicki mit Die Blechpiraten eine einzige, 100minütige Blechschaden-Stuntshow ab. Die rudimentäre Geschichte um einen Autodieb, der 48 Karren innerhalb kürzester Zeit stehlen muss, war nur der Aufhänger für eine schier endlose Raserei mit allerhand Kollisionen, Überschlägen und hohem Tempo. Völlig sinnfrei und entschlackt nur auf den Effekt, aber genau deshalb total wild, radikal, unterhaltsam und angenehm-primitives Grindhouse-Kino. Bruckheimer und sein Regisseur Dominic Sena (Passwort: Swordfish) haben mit dem stumpfen, aber liebenswerten Independent-Geist der groben Vorlage naturgemäß nichts am Hut, obwohl stumpf natürlich auch auf diese starbesetzte (schon damals drei Oscarpreisträger im Cast, nobel geht die Welt zugrunde) und auf Hochglanz polierte, grell-überbelichtete Sause zutrifft. Wobei man ihm zugestehen muss, was Inhalt und Story angeht wird sich um locker 300% gesteigert. Was jetzt nicht ganz so schwierig ist bei der Vorlage, aber da musste man sich immerhin selbst was ausdenken, verweigern viele Remakes schon prinzipiell.

Im Mittelpunkt steht Memphis Raines (so heißen sie auch nur bei Bruckheimer und ganz besonders gerne er: Der ehemalige Castor Troy, Nicolas Cage, Mandy), eine einstige Koryphäe des professionellen Autodiebstahls, der nach seinem Schritt in die gutbürgerliche Ehrlichkeit als Gokart-Coach für Kleinkinder arbeitet. Da aber sein kleiner Bruder Kip (Giovanni Ribisi, Ted 2) dennoch in seine illegalen Fußstapfen getreten ist, holt ihn die Vergangenheit wieder ein. Um ihn vor der Exekution durch den Unterwelt-Lord Calitri (Christopher Eccleston, Kleine Morde unter Freunden) zu retten muss er aus dem Ruhestand zurückkehren, um in vier Tagen 50 Luxus-Karossen abzuliefern. Flugs wird die alte Crew (darunter auch Robert Duvall, Der Pate, und Angelina Jolie, Mr. & Mrs. Smith) zusammengetrommelt und ein tollkühner Plan erstellt, wie in einer Nacht das halsbrecherische Unterfangen in die Tat umgesetzt werden soll. Alles unter den strengen Augen von Detective Castlebeck (Delroy Lindo, Point Break), der nur auf den triftigen Beweis geiert, seinen Intimfeind Raines endlich hinter schwedische Gardinen zu bringen.

Was interessant und etwas verwunderlich ist: Während das Original praktisch nur aus Action und Stunts bestand, ist ausgerechnet die wesentlich kostspieligere Popcorn-Variante von Dampfhammer-Hallodri Jerry Bruckheimer lange gar nicht darauf erpicht, möglichst viel möglichst spektakulär zu Bruch gehen zu lassen. Die Action hebt sich Nur noch 60 Sekunden tatsächlich weitestgehend für den Endspurt auf, wo dann natürlich ordentlich das Gaspedal durchgetreten und kräftig auf den Putz gehauen wird. Davor gibt es einen nicht langweiligen, da relativ flotten, dennoch kaum spannenden, da völlig banalen Plot serviert, der sich ausschließlich von künstlichen Klischees ernährt und an billigen Oberflächenreizen aufgeilt. Ein sehr seltsamer, bald schon erotischer Auto-Fetisch sorgt für eine unfreiwillig komische Irritation, dafür ist der Soundtrack mit Beiträgen von The Prodigy oder Fatboy Slim echt hörenswert ausgefallen. Nicolas Cage steht in der profanen Mitte. Weder eine seiner schauspielerischen Glanzleistungen, noch einer seiner wüsten Totalausfälle. Auch das macht diesen Film eher uninteressant, geistern hier doch etliche gute oder wenigstens namenhafte Darsteller durch die Gegend, die es in dieser Ansammlung weder benötigt hätte, noch dass sie ihre Anwesenheit entscheidend rechtfertigen. Das Ende ist wenigstens relativ turbulent ausgefallen und der Film ist längst nicht so Pathos-triefend wie vergleichbare Werke des Produzenten, dafür existiert aber auch kaum eine Bühne.

Fazit

Letzten Endes ist „Nur noch 60 Sekunden“ halbwegs bemüht, aber dennoch weitestgehend überflüssig. Etwas lobende Anerkennung für die Tatsache, sich nicht nur auf einer Vorlage auszuruhen, was ihn in dem Ausmaß sogar wirken lässt wie einen eigenständigen Film. Dass der freie Platz oftmals nur mit wenig aufregenden Scharmützeln und pubertären Humoranflügen aufgefüllt wird, spricht hingegen nicht wirklich für ihn. Kein guter und ein ziemlich belangloser Film, der aber nicht als zwingend schlecht zu bezeichnen ist. Großzügig noch als leidlich unterhaltsam zu betiteln. Und speziell Nicolas Cage hat schon viel, viel schlimmere Dinge verbrochen…in einer Häufigkeit, das sich kaum von Ausrutschern sprechen lässt.

Autor: Jacko Kunze

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