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Als Wissenschaftler sind sie kläglich gescheitert. Aber als selbständige Geisterjäger stehen sie am Beginn einer großen Karriere – die Doktoren Venkman, Stantz und Spengler, kurz, die Firma “Ghostbusters”. Telekinese, PSI, modernste Apparaturen und 24-Stunden-Service sind ihre fürchterlichen Waffen gegen das Gespensterunwesen. Und das treibt’s gerade in New York kunterbunt: Eine uralte sumerische Gottheit schickt sich mitten in der City zur Wiedergeburt an. Es droht eine Katastrophe biblischen Ausmaßes – und die bringt den Ghostbusters ihren ersten Riesenauftrag.
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Kritik

Sie sind gekommen, um die Welt zu retten.

Die 80er waren ein Jahrzehnt, in dem man zig Genres miteinander kreuzte und viele Experimente wagte. Am erfolgreichsten an den Kinokassen waren meist Actionfilme mit humoristischem Einschlag. Während 1982 noch Tobe Hoopers eher ernst angehauchter Poltergeist in den Kinos spukte, wollten die beiden Schauspieler und Drehbuchautoren Dan Aykroyd und Harold Ramis eine völlig neue und eigenständige Mixtur wagen. Dafür engagierten sie noch Ivan Reitman als Regisseur, der sich schon mit diversen Komödien und als Produzent einen Namen gemacht hatte und der zudem den Comedian Bill Murray mit ins Boot holte. Das klassische Thema von furchtlosen Männern, die sich auf Geisterjagd begeben, war schon damals nichts Neues. Wenn sich jedoch mehrere gestandene Comedians mit einem in diesem Genre erfahrenen Regisseur zusammentun, muss natürlich etwas was sehr Lustiges dabei herauskommen. So wurden die "Ghostbusters" geboren.

Schauplatz der Geschichte ist wie so oft New York. Die Großstadt wurde schon in unzähligen anderen Filmen von allerlei Monstern heimgesucht, aber dass nun Geister die Einwohner in Schrecken versetzen würden, gab es bis dato noch nicht. Die erste "nebelhafte" Erscheinung in einer Bibliothek ist für die drei Parapsychologen Doktor Peter Venkman (Bill Murray), Doktor Raymond Stantz (Dan Aykroyd) und Doktor Egon Spengler (Harold Ramis) Grund genug ihr eigenes Unternehmen zur Untersuchung und Bekämpfung paranormaler Ereignisse zu gründen. Nachdem sie kurz zuvor von der Universität geflogen sind und ihnen sämtliche Mittel gestrichen wurden, kaufen sie sich ein heruntergekommenes altes Feuerwehrgebäude. Ein umfunktionierter Notarztwagen wird ihr Transportmittel. Obwohl Aufträge anfangs ausbleiben, glauben die selbst ernannten Geisterjäger an ihre Mission und entwickeln Geräte mit denen sie die Geister einfangen sowie dauerhaft einsperren können.

Peter: "Spence, war das wirklich Dein Ernst mit dem Gespenst fangen?"
Egon: "Ich meine immer alles ernst."

Dana Barret (Sigourney Weaver) ist schließlich die erste Kundin. In ihrem Apartment wurde sie von einer schrecklichen Vision heimgesucht. Obwohl sie kaum ernst genommen wird, begleitet Venkman die Lady in ihre Wohnung, kann aber nichts finden und nutzt viel lieber die Chance Dana Avancen zu machen. Danach nehmen die Dinge jedoch ihren Lauf und sie bekommen einen weiteren Auftrag. Im 12. Stock eines Luxushotels spukt ein Geist und soll eingefangen werden. Die erste Möglichkeit, ihre technische Ausstattung auszutesten.

Ray: "Wisst ihr, was mir gerade eingefallen ist? Wir hatten noch keinen erfolgreichen Test mit den Geräten. […] aber sinnlos sich jetzt deswegen Sorgen zu machen."
Peter: "Wieso Sorgen? Jeder von uns trägt einen nicht lizenzierten Nuklearbeschleuniger auf dem Rücken."
Egon: "Da ist etwas sehr Wichtiges was ich vergaß euch zu sagen. Ihr dürft nie die Laserströme kreuzen. Das wär ziemlich schlecht…"

Nachdem der Geist gesichtet, erfolgreich eingefangen und ein Großteil der Hoteleinrichtung demoliert wurde, boomt das Geschäft. Die Geisterjäger können sich vor Aufträgen kaum retten und stellen als vierte Kraft noch Winston Zeddemore (Ernie Hudson) ein. Dieser ist zwar ein Skeptiker, aber erst mal froh überhaupt einen Job zu haben.
Ernst wird es, als das Team herausfindet, dass eine sumerische (oder babylonische?) Gottheit aus einer anderen Dimension in unsere Welt einzudringen versucht und diese zerstören will. Und das just zu dem Zeitpunkt, als die vier Geisterjäger wegen Betruges im Gefängnis landen. Mit der Figur Walter Peck (William Atherton) wird der Ärger mit der Bürokratie eingeführt. Peck lässt die Geisterjäger verhaften und die Maschine, die alle Geister gefangen hält, abschalten. Erst als die Stadt im Chaos zu versinken droht, lässt der Bürgermeister die Geisterjäger wieder an ihre  Arbeit und den bisher größten Auftrag erledigen.

Peck: "Diese Männer hier sind vollendete Schaumschläger und Scharlatane […]"
Ray: "Alles war okay mit unseren Systemen, solange bis das Energienetz ausgeschalten wurde - von diesem Schwanzlosen da."
Peck: "Sie lösten eine Explosion aus!"
Bürgermeister: "Ist das die Wahrheit?"
Peter: "Ja, das ist die Wahrheit. Dieser Mann da hat keinen Schwanz."

Der Film wartet wirklich mit vielen tollen Ideen auf. Man merkt deutlich, dass Aykroyd und Ramis quasi von der Leine gelassen wurden und völlig freie Hand hatten. Zwar mussten sie beim Drehbuch später Abstriche machen, da so mancher visuelle Einfall zur damaliger Zeit nicht umzusetzen war, trotzdem ist der fertige Film genau das Produkt, wie es von den beiden erdacht wurde.

Die Geschäftsidee mit dem Geisterjäger-Unternehmen an sich ist ja schon ziemlich abgefahren. Neben all den unterschiedlichen und kreativ gestalteten Geistern, die für Tempo und Unterhaltung sorgen, sind es vor allem aber die unterschiedlichen Figuren die den Film schnell zum Kult machten. Die Geisterjäger könnten vom jeweiligen Charakter her nämlich unterschiedlicher nicht sein. Um es mit den Worten von Regisseur Ivan Reitman zu sagen: "Bill ist ganz einfach der Mund, Dan hat die Hände und Harold das Gehirn." Will heißen, dass Bill Murray einen Peter Venkman spielt, der sich durch nichts einschüchtern lässt und seine Kollegen ständig mit sarkastischen Kommentaren bedient. Murray ist hier natürlich der große Star, seine Sprüche sowie seine Mimik nehmen der Geschichte den Ernst und sind für viele Lacher gut. Ray Stanz alias Dan Aykroyd wirkt dagegen eher etwas schüchtern  und Harold Ramis als Egon Spengler ist ein reiner Denker, der alles todernst nimmt. Der später hinzustoßende Ernie Hudson als Winston scheint da noch der Normalste zu sein. Die Figurenkonstellation an sich funktioniert jedoch hervorragend und bietet in Summe einen Humor, der sich besser nicht in die Geschichte einfügen könnte.

Ray: "Sir, was Sie da gehabt haben, ist das, was wir einen befokusten, nichtterminalen Wiederholungsfantasmus oder einen vollbeweglichen Klasse-Fünf-Dunst nennen."

In Nebenrollen sind Sigourney Weaver als Dana Barrett und Rick Moranis als Louis Tully zu sehen. Beide sind von Dämonen besessen. Während Weaver ironischerweise eine Rolle spielen darf, die so ziemlich das Gegenteil der taffen Ripley aus Alienist, so macht Moranis genau das, was er damals schon als Comedian in zig Late-Night-Shows gespielt hatte. Einen trotteligen Typen, der nicht weiß wie ihm geschieht. Zuweilen nervt er dann auch etwas mit seinem Overacting und der zappeligen Art. Da hätte man sich vielleicht lieber John Candy, der ursprünglich für die Rolle vorgesehen war, gewünscht. Doch dieser lehnte leider ab. Der aus Stirb Langsam bekannte William Atherthon darf im Prinzip dieselbe Rolle wie auch schon in anderen Filmen zuvor spielen: Den absoluten Unsympathen, der unseren Helden noch ein paar Knüppel zusätzlich zwischen die Beine wirft, aber am Ende natürlich sein Fett abbekommt. Oder besser gesagt ein Stück Marshmallow.

Dana: "Willst Du diesen Körper? […] Ich will Dich in meinem Innersten!"
Peter: "Es klingt als hättest Du da schon mindestens zwei Leute drin. Könnte ein kleines Gedränge geben."

Die Spezialeffekte, die im Film zu sehen sind, sind aus heutiger Sicht natürlich ziemlich antiquiert. Was damals noch für die eine oder andere gruselige Szenen gut war, fordert heute selbst jüngeren Kinogängern nur noch ein Schmunzeln ab. Trotzdem handelte es sich damals laut Special Effects Visionär Richard Edlund um die bis dahin teuersten Filmsets überhaupt. Edlund muss schließlich wissen wovon er redet, war er doch federführend bei allen Effekten der klassischen StarWars Trilogie und den Indiana Jones Filmen beteiligt. Später gab es dann auch eine Oscarnominierung für die besten visuellen Effekte.
Die liebevolle Arbeit gerade bei Details ist auf jeden Fall aller Ehren wert, gerade wenn man bedenkt, dass damals noch nicht auf Computeranimationen zurückgegriffen werden konnte. Viele Szenen wurden mit Puppen oder per Matte-Painting separat aufgenommen und später in den Film einkopiert. Das Budget allein für die Effekte belief sich übrigens auf 5,6 Millionen Dollar. Das war die Obergrenze, wie sie vom Studio Columbia Pictures vorgegeben wurde. Damals ein hoher Betrag. Zum Vergleich: Der parallel gedrehte Terminator kostete komplett 6,4 Millionen.

Gerade zum Showdown hin kann der Film optisch nochmal richtig punkten. Der Himmel verdunkelt sich, der Boden tut sich auf und auf dem Dach des Gebäudes öffnet sich das Tor in eine andere Dimension. Dass der nun angekündigte Weltenzerstörer schließlich in Form eines Marshmallow-Manns auf die Erde kommt, dürfte jedem Filmfreund mittlerweile bekannt sein. Dafür wurde ein Teil von New York mit kleinen Modellhäusern und unzähligen Modellautos aufgebaut, was kombiniert mit Realaufnahmen ziemlich echt aussieht. Der Tempel auf dem Dach des Hotels wurde wie im Film zu sehen in eindrucksvoller Größe im Maßstab 1:1 aufgebaut.

Zu erwähnen ist auch der ohrwurmartige Soundtrack. Er unterstreicht die jeweiligen Szenen perfekt und fühlt sich so richtig nach 80er Jahre an. Zudem hat Ray Parker Jr. mit dem Titelsong ein Hit für die Ewigkeit geschaffen. Dieser war nicht nur Nr.1 in Amerika und Frankreich, sondern wurde 1985 ebenfalls mit einem Oscar nominiert und wird auch heute noch regelmäßig im Radio gespielt.

Ray: "Ich versuchte an die harmloseste Sache zu denken... etwas, das ich geliebt habe in meiner Kindheit. Etwas, das uns nie, unter keinen Umständen vernichten könnte: Der Marshmallow-Mann."

In Deutschland oft kritisiert wurde die schlechte Synchronisation. Über diese lässt sich streiten und tatsächlich ist den Original-Stimmen der Vorzug zu geben. Was man weniger kritisieren kann, ist die Übersetzung an sich. Sicherlich gibt es im amerikanischen viele Redeweisheiten und Reime die man kaum wortwörtlich übersetzen kann. Doch die meisten Dialoge halten sich an die Vorlage und sind mittlerweile Kult. Sie sind durch viele pseudowissenschaftliche Erklärungen teils abstrus und albern, aber immer mit einem zynischen und knochentrockenen Humor durchzogen, wie man ihn in solch einem Film nur mögen kann. Gerade deshalb wurden in diese Kritik auch einige Zitate aus dem Film eingestreut.

Ghostbusters war seinerzeit in Kinos überall auf der Welt solch ein Erfolg, dass er eine wahre Merchandise-Welle los trat. Es folgten unter anderem Comics, Zeichentrickserien, Spielfiguren, Kostüme, T-Shirts und Bettwäsche. Allein in Deutschland sahen den Film über 4 Millionen Kinogänger.

Hochinteressant ist auch die Tatsache, dass die Macher vor Etablierung der Marke "Ghostbusters" die Rechte am Film und an zukünftigen Fortsetzungen aufteilten. So erhielten damals Bill Murray, Dan Aykroyd, Harold Ramis, Ivan Reitman und das Studio Columbia Pictures jeweils ein Fünftel an den Rechten. Für Fortsetzungen bedurfte es zudem einer einstimmigen Zustimmung aller Rechteinhaber, was tatsächlich auch vertraglich so festgelegt wurde. Auf Grund von Bill Murrays Veto dauerte es schließlich über fünf Jahre, bis eine Fortsetzung ins Kino kam. Und dieser alte Vertrag ist auch dafür verantwortlich, dass es erst jetzt im Jahr 2016 einen dritten Teil gibt, dem die Mehrheit an Fans zu Recht äußerst skeptisch gegenüber steht.

Fazit

Ivan Reitmans Ghostbusters ist zwar schon etwas in die Jahre gekommen, hat jedoch nichts von seinem Charme eingebüßt. Durch die bestens aufgelegten Darsteller und die aberwitzigen Dialoge  macht der Film auch heute noch viel Spaß. Dabei stürzt der Film nie ins Lächerliche oder Alberne ab, sondern ist einfach perfektes Popcorn-Kino. Für Kinder der 80er bietet die Fantasy-Komödie auch einen großen Nostalgiefaktor. Immer und immer wieder.

Autor: André Schiemer

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